Unglaublich, wie gut es sich schlafen lässt, wenn ein ESC dermassen nach seinem eigenen musikalischen Gusto herausgekommen ist!
Nachfolgend ein paar wild durcheinander gewürfelte Gedanken zum gestrigen Abend.
Tabus des Abends
Tabu, zum Ersten? Oder einfach nur Zufall?
Auf dem Schweizer Fernsehkanal SF2 lief als Aufgalopp zum Finale eine Sendung, die als Warm-up fürs Finale hätte dienen sollen. Daraus wurde dann aber nichts, da sich die Schweiz ja bekanntlich am Dienstag coitus-interruptus-mässig nicht fürs Finale zu qualifizieren vermochte.
Gezeigt wurde dann ein aufgewärmter Rückblick auf gefühlte dreihundert Jahre ESC, wie man es in dieser Form schon bis zum Abwinken erlebt hat. Immerhin verlängerte sich somit Windmaschinchens Sonnenbad an der warmen Abendsonne.
Bezeichnenderweise sendete SF2 auch keinen Beitrag über resp. Rückblick auf das leider zu früh erfolgte Ausscheiden der Tessiner Band Sinplus, was bei früheren Misserfolgen jeweils trotzdem der Fall war. Aber dazu braucht es ja bekanntlich zwei!
Bezeichnenderweise wurde der Bandname während des ganzen Abends nicht ein einziges Mal von Sven Epiney erwähnt. Sinplus schienen ein Tabu zu sein auf SF2! Sinplus' Ausscheiden war sicherlich ärgerlich und führte bei der Band resp. bei Gabriel Broggini zu einer entsprechenden Verärgerung, die, milde gesagt, nicht sehr lady-like ausfiel. Auch wenn man russischen Grosis unterliegt, verhalf der ESC der Band doch innert kürzester Zeit zu einem Bekanntheitsgrad, den man ohne ihn nie erreicht hätte! Anyway! Da schien einfach die Lust auf mehr verflogen zu sein - bezeichnenderweise wohl auf beiden Seiten! Mag alles Zufall sein, ist mir aber einfach so aufgefallen.
Tabu, zum Zweiten!
Ohne natürlich eine Debatte erwartet zu haben, aber Baku als umstrittener Austragungsort war dem Schweizer Fernsehen weder ein Wort noch ein Kommentar wert, weder in der Aufwärm-Sendung noch im Finale. Das hat natürlich nichts mit Sven Epiney zu tun, der gewohnt routiniert durch die Sendung führte, und bloss tut, was ihm befohlen!
In der Tagesschau auf SF1 um 19.30h wurde zwar ein Beitrag über Baku gesendet, aber darin ging es "lediglich" um die grössenwahnsinnige Bauwut und die Rationierung des Wassers unter der armen Bevölkerung, ausgehend vom diktatorischen Regime in Baku. Zwei Beispiele, welche das finanzielle Ungleichgewicht und das ungleiche Machtgefüge in diesem Land veranschaulichen sollten. Niedergeschlagene Demonstrationen? Menschenrechtssituation in Aserbaidschan? Meinungsfreiheit? Armenien-Konflikt? Fehlanzeige! Das war nicht nur dürftig, sondern auch sehr ärgerlich!
Es ist diese typisch Schweizerische Art des scheinbaren "nichts-hören-nichts-sehen-nichts-sagen-aber-wir-bieten-gerne-unsere-Vermittlungs-Dienste-an-falls-erwünscht"-Verhaltens!
Dass es auch anders geht, ohne dass man gleich mit der Türe ins Hause fallen muss, wenn man schon zu Gast ist, zeigte sich kurze Zeit später auf wunderbar subtile und vor allem ehrliche Art und Weise.
"Europe is watching you" - Anke Engelke
Anke Engelke, welche für Deutschland die Punkte vergab, war die einzige, die auf ihre ureigene Art in halb versteckten Worten auf die desolate Situation der freien Meinungsäusserung in Aserbaidschan hinwies. Ihre Worte (aus dem Englischen übersetzt) (Quelle: Welt online):
Wenn wir schon bei der Punktevergabe sind: Schwedens Punkte wurden von der unterdessen zum Kult gewordenen Kunst-Figur Lynda Woodruff alias Sarah Dawn Finer präsentiert, deren am Melodifestival präsentierte Sketch der britischen EBU-Dame samt falscher Aussprache des Gastgeberlandes und -ortes hier seine Fortsetzung fand! Und ich bin sicher, dies war nicht das letzte Mal, dass wir von dieser Dame gehört und gesehen haben und damit meine ich die EBU-Dame wie auch Sarah Dawn Finer! Mein Tipp für Stockholm 2013: Sarah Dawn Finer wird einer der Host sein! Fraglos!
Punkte-Vergabe Schweden: Lynda Woodruff alias Sarah Dawn Finer:
Punkte
Sinplus erreichten in Baku mit 45 Punkten den 11. Platz in ihrem ersten Halbfinale, was, wie wir alle wissen, nicht fürs Finale reichte. Es fehlten 7 Punkte zu Ungarn. 11 Länder gaben der Schweiz Punkte, davon fünf aus dem ehemaligen Osten!
Für die Schweiz:
Die Schweiz erhielt in diesem Semi-Finale folgende Punkte von folgenden Ländern:
3 x 8 Punkte von: Italien, Moldawien, Ungarn
1 x 7 Punkte von: Lettland
2 x 3 Punkte von: Albanien, Österreich
3 x 2 Punkte von: Island, Rumänien, Zypern
2 x 1 Punkt von: Israel, San Marino
Von der Schweiz:
Die Schweiz ihrerseits verteilte ihre Punkte im Halbfinale wie folgt:
12 Punkte: Albanien
10 Punkte: Dänemark
8 Punkte: Russland
7 Punkte: Moldawien
6 Punkte: Ungarn
5 Punkte: Österreich
4 Punkte: Island
3 Punkte: Griechenland
2 Punkte: Rumänien
1 Punkt: Finnland
Im Finale gabs aus der Schweiz für folgende Länder Punkte:
12 Punkte: Albanien
10 Punkte: Serbien
8 Punkte: Spanien
7 Punkte: Schweden
6 Punkte: Frankreich
5 Punkte: Italien
4 Punkte: Deutschland
3 Punkte: Türkei
2 Punkte: Moldawien
1 Punkt: Bosnien & Herzegowina
Als einziges Land aller 41 Nationen gab die Schweiz keinen einzigen Punkt nach Russland. Wie genial ist das denn?!
Schweden seinerseits erhielt wie Russland von 40 Ländern Punkte, einzig Italien verweigerte den Skandinaviern jegliches Resultat.
Russland erhielt nur ein einziges Mal 12 Punkte, überraschungslos kamen diese aus Weissrussland. Schweden seinerseits erhielt nicht weniger als 18 Mal das volle 12er Set! Nach dem dritten Voting lag Schweden erstmals an der Spitze und schaute nie wieder zurück!
In der Schweizer-Jury sassen folgende Personen, die aus meiner subjektiven Sicht einen hervorragenden Job gemacht haben, auch wenn das aufgeteilte Jury-/Tele-Voting-Ergebnis nicht bekannt ist:
Norwegen belegte bereits zum 11 Mal den letzten Platz! Aber immerhin waren sie im Finale!
Österreichs Trackshittaz wurden in ihrem Halbfinale wie auch insgesamt Letzte mit gerade mal 8 Punkten, wovon deren fünf aus der Schweiz kamen.
Ausblick 2013
Des Eurovision Song Contest 2013 findet (voraussichtlich) an folgenden Daten statt:
Format, Daten, Austragungsort sowie Austragungsstätte müssen aber formell noch bestätigt werden von der EBU.
Die Entscheidung, in welcher Stadt der ESC 2013 ausgetragen wird, ist offiziell noch nicht bekanngegeben worden. Dass es Stockholm sein wird, ist für mich fraglos. Zumal das Melodifestivalen-Finale 2013 (9. März 2013) in der in Kürze fertiggestellten "Friends Arena" ausgetragen werden wird!
Schweizer Teilnahme
Ob die Schweiz wieder teilnehmen wird, wurde soweit vom Schweizer Fernsehen noch nicht kommuniziert, wird aber kaum bezweifelt, zumal der ESC ja im ESC-Olymp namens Schweden ausgetragen wird. Da will sicher auch die Schweiz mit von der Partie sein.
Über ein allfälliges Schweizer Auswahlverfahren herrscht demzufolge ebenfalls noch Unklarheit!
Sobald es an dieser Front Neues gibt, melde ich mich wieder!
Nachfolgend ein paar wild durcheinander gewürfelte Gedanken zum gestrigen Abend.
Tabus des Abends
Tabu, zum Ersten? Oder einfach nur Zufall?
Auf dem Schweizer Fernsehkanal SF2 lief als Aufgalopp zum Finale eine Sendung, die als Warm-up fürs Finale hätte dienen sollen. Daraus wurde dann aber nichts, da sich die Schweiz ja bekanntlich am Dienstag coitus-interruptus-mässig nicht fürs Finale zu qualifizieren vermochte.
Gezeigt wurde dann ein aufgewärmter Rückblick auf gefühlte dreihundert Jahre ESC, wie man es in dieser Form schon bis zum Abwinken erlebt hat. Immerhin verlängerte sich somit Windmaschinchens Sonnenbad an der warmen Abendsonne.
Bezeichnenderweise sendete SF2 auch keinen Beitrag über resp. Rückblick auf das leider zu früh erfolgte Ausscheiden der Tessiner Band Sinplus, was bei früheren Misserfolgen jeweils trotzdem der Fall war. Aber dazu braucht es ja bekanntlich zwei!
Bezeichnenderweise wurde der Bandname während des ganzen Abends nicht ein einziges Mal von Sven Epiney erwähnt. Sinplus schienen ein Tabu zu sein auf SF2! Sinplus' Ausscheiden war sicherlich ärgerlich und führte bei der Band resp. bei Gabriel Broggini zu einer entsprechenden Verärgerung, die, milde gesagt, nicht sehr lady-like ausfiel. Auch wenn man russischen Grosis unterliegt, verhalf der ESC der Band doch innert kürzester Zeit zu einem Bekanntheitsgrad, den man ohne ihn nie erreicht hätte! Anyway! Da schien einfach die Lust auf mehr verflogen zu sein - bezeichnenderweise wohl auf beiden Seiten! Mag alles Zufall sein, ist mir aber einfach so aufgefallen.
Tabu, zum Zweiten!
Ohne natürlich eine Debatte erwartet zu haben, aber Baku als umstrittener Austragungsort war dem Schweizer Fernsehen weder ein Wort noch ein Kommentar wert, weder in der Aufwärm-Sendung noch im Finale. Das hat natürlich nichts mit Sven Epiney zu tun, der gewohnt routiniert durch die Sendung führte, und bloss tut, was ihm befohlen!
In der Tagesschau auf SF1 um 19.30h wurde zwar ein Beitrag über Baku gesendet, aber darin ging es "lediglich" um die grössenwahnsinnige Bauwut und die Rationierung des Wassers unter der armen Bevölkerung, ausgehend vom diktatorischen Regime in Baku. Zwei Beispiele, welche das finanzielle Ungleichgewicht und das ungleiche Machtgefüge in diesem Land veranschaulichen sollten. Niedergeschlagene Demonstrationen? Menschenrechtssituation in Aserbaidschan? Meinungsfreiheit? Armenien-Konflikt? Fehlanzeige! Das war nicht nur dürftig, sondern auch sehr ärgerlich!
Es ist diese typisch Schweizerische Art des scheinbaren "nichts-hören-nichts-sehen-nichts-sagen-aber-wir-bieten-gerne-unsere-Vermittlungs-Dienste-an-falls-erwünscht"-Verhaltens!
Dass es auch anders geht, ohne dass man gleich mit der Türe ins Hause fallen muss, wenn man schon zu Gast ist, zeigte sich kurze Zeit später auf wunderbar subtile und vor allem ehrliche Art und Weise.
"Europe is watching you" - Anke Engelke
Anke Engelke, welche für Deutschland die Punkte vergab, war die einzige, die auf ihre ureigene Art in halb versteckten Worten auf die desolate Situation der freien Meinungsäusserung in Aserbaidschan hinwies. Ihre Worte (aus dem Englischen übersetzt) (Quelle: Welt online):
«Heute Nacht konnte ja niemand für sein eigenes Land abstimmen. Aber es ist gut, abzustimmen, und es ist gut, eine Wahl zu haben. Viel Glück auf eurer Reise, Aserbaidschan. Europa schaut auf euch»Wie sagte ein Forum-User so treffend: "Diese Frau hat Eier!". Recht hat er! Danke Frau Engelke!
Punkte-Vergabe Deutschland mit Anke Engelke:
Wenn wir schon bei der Punktevergabe sind: Schwedens Punkte wurden von der unterdessen zum Kult gewordenen Kunst-Figur Lynda Woodruff alias Sarah Dawn Finer präsentiert, deren am Melodifestival präsentierte Sketch der britischen EBU-Dame samt falscher Aussprache des Gastgeberlandes und -ortes hier seine Fortsetzung fand! Und ich bin sicher, dies war nicht das letzte Mal, dass wir von dieser Dame gehört und gesehen haben und damit meine ich die EBU-Dame wie auch Sarah Dawn Finer! Mein Tipp für Stockholm 2013: Sarah Dawn Finer wird einer der Host sein! Fraglos!
Punkte-Vergabe Schweden: Lynda Woodruff alias Sarah Dawn Finer:
Punkte
Sinplus erreichten in Baku mit 45 Punkten den 11. Platz in ihrem ersten Halbfinale, was, wie wir alle wissen, nicht fürs Finale reichte. Es fehlten 7 Punkte zu Ungarn. 11 Länder gaben der Schweiz Punkte, davon fünf aus dem ehemaligen Osten!
Für die Schweiz:
Die Schweiz erhielt in diesem Semi-Finale folgende Punkte von folgenden Ländern:
3 x 8 Punkte von: Italien, Moldawien, Ungarn
1 x 7 Punkte von: Lettland
2 x 3 Punkte von: Albanien, Österreich
3 x 2 Punkte von: Island, Rumänien, Zypern
2 x 1 Punkt von: Israel, San Marino
Von der Schweiz:
Die Schweiz ihrerseits verteilte ihre Punkte im Halbfinale wie folgt:
12 Punkte: Albanien
10 Punkte: Dänemark
8 Punkte: Russland
7 Punkte: Moldawien
6 Punkte: Ungarn
5 Punkte: Österreich
4 Punkte: Island
3 Punkte: Griechenland
2 Punkte: Rumänien
1 Punkt: Finnland
Im Finale gabs aus der Schweiz für folgende Länder Punkte:
12 Punkte: Albanien
10 Punkte: Serbien
8 Punkte: Spanien
7 Punkte: Schweden
6 Punkte: Frankreich
5 Punkte: Italien
4 Punkte: Deutschland
3 Punkte: Türkei
2 Punkte: Moldawien
1 Punkt: Bosnien & Herzegowina
Als einziges Land aller 41 Nationen gab die Schweiz keinen einzigen Punkt nach Russland. Wie genial ist das denn?!
Schweden seinerseits erhielt wie Russland von 40 Ländern Punkte, einzig Italien verweigerte den Skandinaviern jegliches Resultat.
Russland erhielt nur ein einziges Mal 12 Punkte, überraschungslos kamen diese aus Weissrussland. Schweden seinerseits erhielt nicht weniger als 18 Mal das volle 12er Set! Nach dem dritten Voting lag Schweden erstmals an der Spitze und schaute nie wieder zurück!
In der Schweizer-Jury sassen folgende Personen, die aus meiner subjektiven Sicht einen hervorragenden Job gemacht haben, auch wenn das aufgeteilte Jury-/Tele-Voting-Ergebnis nicht bekannt ist:
- Christina Lang (DRS3)
- Sandra Studer
- Moritz Faccin (Universal)
- Anna Rossinelli
- Florian Ast
Norwegen belegte bereits zum 11 Mal den letzten Platz! Aber immerhin waren sie im Finale!
Österreichs Trackshittaz wurden in ihrem Halbfinale wie auch insgesamt Letzte mit gerade mal 8 Punkten, wovon deren fünf aus der Schweiz kamen.
Ausblick 2013
Des Eurovision Song Contest 2013 findet (voraussichtlich) an folgenden Daten statt:
1. Halbfinal: 14. Mai 2013
2. Halbfinal: 16. Mai 2013
GRANDE FINALE: 18. Mai 2013
Format, Daten, Austragungsort sowie Austragungsstätte müssen aber formell noch bestätigt werden von der EBU.
Die Entscheidung, in welcher Stadt der ESC 2013 ausgetragen wird, ist offiziell noch nicht bekanngegeben worden. Dass es Stockholm sein wird, ist für mich fraglos. Zumal das Melodifestivalen-Finale 2013 (9. März 2013) in der in Kürze fertiggestellten "Friends Arena" ausgetragen werden wird!
Schweizer Teilnahme
Ob die Schweiz wieder teilnehmen wird, wurde soweit vom Schweizer Fernsehen noch nicht kommuniziert, wird aber kaum bezweifelt, zumal der ESC ja im ESC-Olymp namens Schweden ausgetragen wird. Da will sicher auch die Schweiz mit von der Partie sein.
Über ein allfälliges Schweizer Auswahlverfahren herrscht demzufolge ebenfalls noch Unklarheit!
Sobald es an dieser Front Neues gibt, melde ich mich wieder!
Projekt-Bild der sich im Bau befindlichen "Friends Arena" in Solna/Stockholm