Sonntag, 27. Mai 2012

Erdrutschartiger Sieg von Schweden: Loreen gewinnt mit "Euphoria"

2013 gibts den Eurovision Song Contest in einem Land, wos auch eine RICHTIGE Queen gibt! Hurraaaaaah! Das Leben ist schön!

Schweden gewinnt den 57. Eurovision Song Contest in Baku. Der ESC-Tross erhält somit die absolut bestmögliche Alternative zu Baku und der Kontrast könnte nicht grösser sein. Freie Sing-Spiele im Eurovisions-verrücktesten Land der Welt: Schweden! Euphorie herrscht bei Windmaschinchen!

Loreen hielt den massiven Erwartungen stand und errang einen erdrutschartigen Sieg für das ESC-verrückte Land im Norden. Dies ist nach 1974 (ABBA), 1984 (Herreys), 1991 (Carola) und 1999 (Charlotte Nilsson) der fünfte Sieg der Skandinavier, womit sie zu Frankreich, Grossbritannien und Luxemburg aufschlossen! Nächstes Ziel: Irland, das vor allem die ESC-Ödnis der 1990er Jahre ausnützte und mit sieben Trophäen immer noch vorne liegt!

Herzlichen Glückwunsch an Loreen, Peter Boström und Thomas G:son (Musik/Text) und an Christer Björkman, der nun erstmals in der Position des schwedischer "Head of delegation" zum lang ersehnten Sieg kommt!

Doch hier zuerst einmal ihren wirklich sehr guten Final-Auftritt vom Samstag:


Ausgerechnet während des Jury-Rehearsals am Vorabend des Finales, an dem also die 42 Jurys ihre Stimmen abgeben!, passierte ihr ein happiges Missgeschick, als sie sich (wahrscheinlich) an einer "Schneeflocke" verschluckte, einmal kurz hustete, mit dem Text aussetzte, bevor sie den Faden wieder fand und weiter sang! Video kann hier (2:15) angeschaut werden.

An der Final-Vorstellung war sie aber wieder Chefin auf dem Platz und lieferte ihre beste Performance in diesen zwei Wochen ab! Profi durch und durch!
Man kann ihre düstere Interpretation lieben oder nicht, ihre eigenwillige Art mögen oder nicht, aber das war in jeder Hinsicht das absolut beste Gesamtpaket des Abend, welches sich von allen anderen abzuheben verstand, und dies mit einem Fernsehteam von SVT im Rücken, das diesen Anlass zuoberst hat auf seiner Agenda (wie beneidenswert!) und schon zuhause massivste Erfolge einfährt wie nirgendwo in Europa sonst. Vielen bietet dieser Erfolg, den Schweden zuhause wie in Europa feiert, Boden für Missgunst und Neid, der so genannte Anti-Schweden-Reflex. Wo Erfolg ist ...!
Eine wirklich würdige Gewinnerin, diese Loreen, die dem Image des Eurovision Song Contests jene Richtung gibt, die ich für die richtige halte: jene nach vorne!

Mit diesem Sieg hievten sich Thomas G:son und Peter Boström endgültig in den ESC-Himmel. Seit Jahren komponieren sie unzählige Songs, sind Dauergäste am Melodifestivalen, scheuen sich aber auch nicht, ihre Songs auch in anderen nationalen Vorausscheidungen antreten zu lassen. Perfektes Beispiel der diesjährige spanische Beitrag (briliant gesungen von Pastora Soler, "Quedate conmigo"), der es gerade noch in die Top10 (Rangliste siehe unten) schaffte. Was für ein Ergebnis, dem gegenüber selbst Windmaschinchen, welches nur selten ein grosser Fan von G:son-Songs ist, den Hut zieht. Herzliche Gratulation an ihn und Peter Boström!

Schweden erreichte mit 372 die zweithöchste je erzielte Punktzahl (nur Alexander Rybak erhielt 2009 mit 387 Punkten mehr). Mit 113 Punkten Vorsprung auf die russischen Omis, welche 259 Punkte erhielten, ist auch dies der zweitbeste je erzielte Wert, auch hier dem norwegischen Irrlicht unterliegend. Ein Vorsprung, der keine Interpretation mehr zulässt!

Dass die russischen Omis auf Platz zwei zu stehen kamen, ist insofern positiv zu sehen, als es auch hätte "schlimmer" kommen können, hätten wir mit "Euphoria" nicht einen solch grossen Überflieger vorgefunden! Das alleine sollte Grund genug sein, den Schweden zu danken und zu gratulieren.

Die ganz grosse Sensation - zumindest aus Windmaschinchens Sicht - ist aber das Abschneiden von Albanien, welches mit dem 5. Platz sein bestes Resultat erzielte! Die Schweiz gab Albanien im Finale wie auch in Semi-Finale die volle sensationelle Punktzahl! Unglaublich, unglaublich schön so was! Da haben meine 32 Franken Voting-Kosten sich aber gelohnt! ;-)
Und wenn wir schon beim Schönen sind: Die Schweiz war das einzige Land, das Russland keinen einzigen Punkt gab im Finale! 
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Sinplus verfehlten den Final-Einzug um 7 Punkte und landeten auf dem undankbaren 11 Platz - erwartungsgemäss hinter Ungarn. Mehr dazu am Montag
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Aus meinen persönlichen Top10 schafften es deren 8 in die Top10, was mich natürlich sehr freut, im Wissen, dass es meine Lieblinge nur selten am Schluss in die Top10 schaffen!
Aus meiner Vorhersage schafften es lediglich 7 in die Top10 (was eine schlechte Voraussage ist); mit Serbien und Schweden die richtige Platzierung. Dass ich aber Aserbaidschan nicht in die Vorhersage der Top10 genommen habe, ist schon fast grob fahrlässig .... ! Tssss!

Punkte-Wertung: Semi-Final 1 (hier)
Punkte-Wertung: Semi-Final 2 (hier)
Punkte-Wertung: Finale (hier)

Hier mal die Rangliste des Finales:
  1. Schweden 372
  2. Russland 259
  3. Serbien 214
  4. Aserbaidschan 150
  5. Albanien 146
  6. Estland 120
  7. Türkei 112
  8. Deutschland 110
  9. Italien 101
  10. Spanien 97
  11. Moldawien 81
  12. Rumänien 71
  13. Mazedonien 71
  14. Litauen 70
  15. Ukraine 65
  16. Zypern 65
  17. Griechenland 64
  18. Bosnien & Herzegowina 55
  19. Irland 46
  20. Island 46
  21. Malta 41
  22. Frankreich 21
  23. Dänemark 21
  24. Ungarn 19
  25. Grossbritannien 12
  26. Norwegen 7
Aus meiner Sicht positiv ist, wie oben schon geschrieben, Albanien zu werten. Dieser Erfolg, ihr grösster bisher, wird grosse Signal-Wirkung haben! Tut mir leid für die Durch-ge'suus'ten unter euch! ;-)
Dass Russland weit vorne landet, war anzunehmen, besitzt aber ganz klar keine Signal-Wirkung. Solche Novelty-Songs gibts immer wieder, aber sie sind am Verschwinden. Und mit einem kann ich ganz gut leben, so lange er nicht gewinnt!
Serbien: wunderbar! Mehr gibts dazu nicht zu sagen!
Estland rollte das Feld von hinten auf, bangte ich zu Beginn des Voting doch um seinen Erfolg.
Deutschland: tolle Performance und kam aus "tabellarischer" Sich auch erst gegen Schluss in Schwung und landete auf dem absolut verdienten 8. Platz. Tolles Ergebnis! Was passiert jetzt mit Roman, denn der ganz grosse Erfolg ists ja nun auch nicht; vor allem in Anbetracht, dass er nicht, wie Lena, auf einen Sieg zurückblicken kann und seine kürzlich veröffentlichte CD auch nicht gerade der Kassenschlager ist!?
Top10 für Italien. Ich weiss immer noch nicht, ob ich zufrieden sein soll oder nicht. In den vergangenen Tagen habe ich mich oft ertappt, Nina Zilli als einzig mögliche Ent-"Euphoria"-nerin anzuschauen, habe mich dann aber noch anders entschieden; sah sie aber etwas weiter vorne. Sicher ein genug gutes Resultat, um Italien bei Laune zu halten!
Pastora Solers 10 Rang ist ein wirklich guter Erfolg für Spanien. In Anbetracht der Tatsache, dass der Song doch ein "gewisses" Alter aufzuweisen hatte, ein ansehnlicher Erfolg für die Iberer!
Rumänien ist meine persönliche grosse Enttäuschung des Abends. Der Auftritt war nicht locker, sicher, aber in den Top10 hätte ich sie alleweil gesehen! Ob ihr das Missgeschick vom Jury-Finale doch mehr geschadet hat, als angenommen. Sie vergass dort nämlich ihren Text ....! Zu sehen hier (2:04)!
Euphorisiert während der letzten zwei Wochen hat mich aber Mazedonien, resp. Kaliopi, die eine erneut tolle Performance abgeliefert hat. So sehr, dass ich sie in der Vorhersage auf Platz 9 gesetzt habe. Sie lag dann am Schluss auf Platz 13 mit deutlichem Abstand zu den Top10. Nichtsdestotrotz eine Bereicherung für mein musikalisches Leben. Wenn Kaliopi je ein Konzert gibt in der Schweiz, will ich gefälligs informiert werden! ;-)

Litauen erreichte im zweiten Semi-Final den sensationellen 3. Platz und kann mit diesem 14 Final-Platz äusserst zufrieden sein. Für mich völlig überraschend, aber das Publikum und die Jury sahen das anders.
Dass ich die Ukraine gestern zum Schluss noch aus den Top10 der Vorhersage gekippt habe, ist nur bedingt lobenswert, denn ich habe sie doch glatt mit Irland ersetzt und deren Resultat war, jetzt wo man immer gescheiter ist, ein angekündigtes Resultat.....! Ein Teebeutel erzeugt wirklich nicht zwei Mal denselben Geschmack! Da ärgere ich mich über mich selber! Platz 19? Kein Problem damit!
Ich versuche wirklich sehr, niemandem den Misserfolg zu gönnen und ich hoffe, dies kommt auch jeweils so durch, aber der sensationell schlechte Platz eines wirklich seichten und schlecht gesungenen Songs mit einer schlechter Präsentation namens "Aphrodisiac" hat das erhalten, was er verdient: Platz 17! Es ist dies die schlechteste Platzierung seit ..... selbst Zeus aus Griechenland ausgezogen ist! In anderen Worten: bei insgesamt vier 17. Plätzen (2012/2003/2002/1988) gabs nur 1990 (Platz 19) und 1998 (20. Platz) schlechtere Ergebnisse bei 33 Teilnahmen. Im Halbfinal landete Griechenland noch auf dem 4. Platz wurde nach einer miserablen Vorstellung im Finale dann aber regelrecht fallen gelassen!
Zypern hätte ich nach einer nicht schlechten Vorstellung auch um einiges weiter vorne gesehen. Vielleicht wurden Zypern wie Griechenland von der Jury die rote Karte gezeigt für diese "nicht-frauen-dienliche" Präsentation! Wäre doch auch eine schöne Signal-Wirkung des diesjährigen Contests!
Bevor wir zum nordischen Drama kommen, bestätigen wir noch schnell die Vorahnung, dass der französische Beitrag mangels Fokus komplett auseinander fiel. Un désastre für Frankreich in jeder Beziehung. Gesang: under-par pour dire le moindre! Während sein Buddy aus Schweden, Christer Björkmann, auf dem Höhepunkt eurovisionärer Lust angekommen ist, beginnt sein französisches Pendant, Bruno Berberes, wohl, sein Résumé zusammenzustellen!
Ungarn schaffte den Sprung ins Finale gerade noch als 10., erhielt dort den Startplatz des Todes (2) und blieb irgendwie stecken.
Grossbritannien ...... ! Ist das der andere Kandidat, von dem ich es besser hätte wissen sollen! Viele der früheren Fans gibts wohl - ohne jeglichen Zynismus! - einfach nicht mehr, und jene die es noch gibt, können mit SMS nicht umgehen! Hinzugewonnen wurden wohl keine! Mieses Resultat für Grossbritannien, für einen ehemaligen Weltstar, dessen Karriere-Flamme noch einmal drei Minuten lang zum Leuchten gebracht wurde! Er gab, was er zu geben hatte und man möge ihn doch von der Verantwortung dieser erneuten Schmach Grossbritanniens freisprechen!
Achtung! Seitenhieb: ..... Für all jene "m-assia-s" Anhänger sei einfach gesagt, dass, wenn es der wirklich mal erfolgreiche und wirklich weltbekannte Engelbert Humperdinck, der wirklich mal Millionen von Platten verkaufte, es nicht schafft, über den zweitletzten Platz zu kommen, wo wäre dann wohl erst "sie" gelandet? Ob mans glaubt oder nicht, aber auf Twitter wurde das leidige (anwesende aber nicht singende) Thema aufgegriffen von irgendeinem Irrlicht, ..... ich verstehs nicht. Das miese Resultat tut mir leid für Engelbert, aber der BBC reicht wohl auch diese Klatsche ins Gesicht nicht, um endlich zu Sinnen zu kommen!

Das nordische Drama (in Abwesenheit von Schweden natürlich, das gewann, und Finnland, das bereits im Semi-Finale das eurovisionäre Zeitliche segnete)! Was für eine Geschichte! Ich glaubs einfach immer noch nicht! Norwegen habe ich nie weit oben gesehen, zu schlecht war Tooji's Gesang. So auch gestern abend. Verdiente Quittung: Platz 26 für Norwegen. Trotzdem "Happy birthday, Tooji", feierte er doch ausgerechnet gestern seinen Geburtstag!
Den Song von Island 2012 mochte ich nie und schon gar nicht auf Englisch, ebenso wenig ihre unterkühlte Interpretation! Und von Dänemark, das sein zweitschlechtestes Ergebnis (bei 41 Teilnahmen) einfuhr, reden wir gar nicht erst. Dass aber sowohl Island wie auch Dänemark von Europa auf diese Weise abgestraft wurden, grenzt an etwas, das nur Katja Ebstein erklären kann! Und mit den Startplätzen alleine, lässt sich dieses Desaster nicht erklären, da müssen die Songs herhalten resp. die Interpretationen derselben.

Weiter Gedanken rund um den Abschluss folgen später in einem separaten Blog-Eintrag (wahrscheinlich erst Montag)