Dies ist ein Update (siehe unten: 2. Probe) auf den zuvor erschienenen Artikel "Aserbaidschans erste Probe: "When the [Armenian] music dies"
Liebe Sabina Babayeva
Bin gleich bei dir! Muss nur noch schnell etwas loswerden!
Bis bald.
Ein paar Gedanken zurück
Es ist manchmal wirklich schwierig, sich an das zu halten, was einem wichtig ist und auch Spass macht: die Musik.
Windmaschinchen hat sich immer Mühe gegeben, Politik so weit wie möglich aus seiner kleinen Blogger-Welt herauszuhalten, zu wichtig ist ihm die Musik, um sie einfach nicht zu lieben, nur weil sie aus diesem oder jenem Land kommt!
Selbst die im Vorfeld des ESC immer wieder aufkommende Diskussion, ob eine Reise nach Baku angebracht ist oder nicht, verlor sich nie gross in meinen Beiträgen, ausser den Hinweis, dass Windmaschinchen nicht hinfährt. Ich entschied mich bereits im Sommer letzten Jahres aus Überzeugung, NICHT nach Baku zu reisen. Dieser Entscheid viel bei mir aber aus politischen Gründen und persönlichen Überlegungen! Ich griff in meiner Entscheidungsfindung zurück auf meine Erfahrungen in Moskau, wo ich den ESC vor Ort miterlebt habe und am Ende des Tages nie damit glücklich geworden bin.
Erstaunlicherweise war auch und gerade die von der EBU und der aserbaidschanischen Organisation schöngeredete Trennung von Musik und Politik mit ein Grund, dem Songcontest 2012 in Baku fernzubleiben. Die meisten, die diese offizielle Trennung von Musik und Politik im Falle von Baku als Austragungsort glaubten, sassen und sitzen wohl in der EBU! Ich glaubte nicht daran und entschied mich trotz aller Liebe zur Musik und zum Eurovision im Besonderen, nicht in die autokratische Diktatur zu reisen. Aus musikalischer Sicht ein schwieriger Entscheid, aus persönlicher Sicht ein klarer!
Gleichzeitig fand ich es aber auch gut, dass der ESC nach dem letztjährigen Gewinn Aserbaidschans gerade dort stattfindet, denn die damit verbundene mediale Aufmerksamkeit, so kurz sie auch andauern mag und so knapp ihre Nachhaltigkeit wirken wird, wird nie mehr so gross sein in diesem kleinen Land wie jetzt und kann nur förderlich sein für die desolate Menschenrechtssituation und der kaum existierenden Meinungsfreiheit in diesem enorm reichen Land mit so vielen armen Leuten!
Dass sich viele ESC-Fans dafür entschieden, trotzdem nach Baku zu reisen, geht für mich vollkommen in Ordnung. Jeder und jede muss(te) diesen Entscheid für sich alleine fassen und das ist auch gut so.
"Apricot stone"
Der für einige vielleicht unbedeutende Vorfall der homophoben Cyber-Attacke auf esctoday.com zeigte mir aber bereits früh auf, dass ich für mich den richtigen Entscheid gefällt habe.
Was aber jetzt offenbar im Euro-Club vorgefallen ist, zeigt noch deutlicher auf, wie labil, nein, wie grotesk und vor allem naiv der von der EBU hochgehaltene Spruch des unpolitischen Anlasses in Baku doch ist.
Gemäss Prinz-Blog (Artikel kann hier gelesen werden) wurde der auflegende DJ Douze Points vom Chef des Euro-Clubs verbal aufgefordert, im Euro-Club KEINE armenische Musik aufzulegen, nachdem er kurz zuvor eine Remix-Version des armenischen Beitrags 2010 "Apricot stone" gespielt hatte - mit der Ergänzung
Zudem verkündete der Euro-Club Chef, dass die
Bei der EBU weiss man offenbar (noch) nichts von diesem Vorfall, wie eine Anfrage vom Prinz-Blog gezeigt hat (Artikel hier). Es wird schon spekuliert, dass das Versprechen, dass im Euro-Club "alle Lieder des Eurovision Song Contest gespielt werden können" nur für die Lieder des diesjährigen ESC gilt und da nimmt Armenien ja bekanntlich nicht teil ... !
Als wäre dieses Trauerspiel nicht schon affig genug, gings jetzt offenbar noch weiter: DJ Ohrmeister, wie DJ Douze Points Mitarbeiter bei Prinz-Blog, war vorgesehen, am Samstag Abend im Anschluss an die offizielle Eröffnungsfeier für Stimmung zu sorgen und Musik aufzulegen, wurde nun aber offenbar kurzerhand ausgeladen, obwohl das Engagement gemäss Prinz-Blog bereits vor einer Woche und am selben Abend nochmals bestätigt wurde!
Von den Mächtigen des aserbaidschanischen OK habe ich, ehrlich gesagt, nicht mehr erwartet! Von der EBU aber eigentlich schon! Diese wird aber im Moment von den Mächtigen Aserbaidschans geradezu vorgeführt! Jon Ola Sand steht unter Druck! Auch wenn es für einige nur Peanuts ist, wovon ich hier schreibe: für mich sind es Details, die im letzten Sommer zum Entscheid führten, nicht nach Baku zu reisen, und welche jetzt das erwartete Bild ergeben.
Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass gemäss in Baku weilenden Freunden das aserbaidschanische Volk, mit dem sie hin und wieder mal in Kontakt kommen, ungemein freundlich und erfreut sind, wenn sie mit den Leuten aus dem Westen ins Gespräch kommen.
Aber wie so in vielen Lebenssituationen, war das einfache Volk noch nie das Problem, wenn es darum ging, Völker zu verbinden.
Liebe Sabina Babayeva!
Nun habe ich viel mehr über dieses furchtbar ärgerliche Thema geschrieben, als was mir lieb ist und mir kommt langsam die Galle hoch.
Tut mir leid für dich. Denn jetzt bin ich schlicht und ergreifend zu müde, um noch viele Worte über deine erste Probe zu verlieren. Ich mag nicht mehr und mach es daher ganz kurz: deine erste Probe war klasse, deine Stimme grossartig und deine Performance schon sehr gefühlvoll.
Viel Glück
Gruss
Windmaschinchen
2. Probe:
Sabina Babayeva lieferte auch an der zweiten Probe eine gesanglich überzeugende Leistung ab, die aus dem doch ziemlich stumpfen Song mehr herausholt als dies andere Sängerinnen imstande wären! Gute visuelle Unterstützung nach knapp der ersten Hälfte des Songs. Insgesamt gewinnt der Song durch diese Inszenierung enorm an Körper und Fülle.
Ein prominent platzierter Mugham-Sänger auf dem "fliegenden Teppich" gibt dem Song nun ein noch tieferes aserbaidschanisches Gefühl ab, als dies auf den Studio-Aufnahme der Fall ist. Ein gelungener Auftritt, der dem Gastgeberland nächsten Samstag ein respektables Ergebnis bescheren sollte.
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1. ProbeLiebe Sabina Babayeva
Bin gleich bei dir! Muss nur noch schnell etwas loswerden!
Bis bald.
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Es ist manchmal wirklich schwierig, sich an das zu halten, was einem wichtig ist und auch Spass macht: die Musik.
Windmaschinchen hat sich immer Mühe gegeben, Politik so weit wie möglich aus seiner kleinen Blogger-Welt herauszuhalten, zu wichtig ist ihm die Musik, um sie einfach nicht zu lieben, nur weil sie aus diesem oder jenem Land kommt!
Selbst die im Vorfeld des ESC immer wieder aufkommende Diskussion, ob eine Reise nach Baku angebracht ist oder nicht, verlor sich nie gross in meinen Beiträgen, ausser den Hinweis, dass Windmaschinchen nicht hinfährt. Ich entschied mich bereits im Sommer letzten Jahres aus Überzeugung, NICHT nach Baku zu reisen. Dieser Entscheid viel bei mir aber aus politischen Gründen und persönlichen Überlegungen! Ich griff in meiner Entscheidungsfindung zurück auf meine Erfahrungen in Moskau, wo ich den ESC vor Ort miterlebt habe und am Ende des Tages nie damit glücklich geworden bin.
Erstaunlicherweise war auch und gerade die von der EBU und der aserbaidschanischen Organisation schöngeredete Trennung von Musik und Politik mit ein Grund, dem Songcontest 2012 in Baku fernzubleiben. Die meisten, die diese offizielle Trennung von Musik und Politik im Falle von Baku als Austragungsort glaubten, sassen und sitzen wohl in der EBU! Ich glaubte nicht daran und entschied mich trotz aller Liebe zur Musik und zum Eurovision im Besonderen, nicht in die autokratische Diktatur zu reisen. Aus musikalischer Sicht ein schwieriger Entscheid, aus persönlicher Sicht ein klarer!
Gleichzeitig fand ich es aber auch gut, dass der ESC nach dem letztjährigen Gewinn Aserbaidschans gerade dort stattfindet, denn die damit verbundene mediale Aufmerksamkeit, so kurz sie auch andauern mag und so knapp ihre Nachhaltigkeit wirken wird, wird nie mehr so gross sein in diesem kleinen Land wie jetzt und kann nur förderlich sein für die desolate Menschenrechtssituation und der kaum existierenden Meinungsfreiheit in diesem enorm reichen Land mit so vielen armen Leuten!
Dass sich viele ESC-Fans dafür entschieden, trotzdem nach Baku zu reisen, geht für mich vollkommen in Ordnung. Jeder und jede muss(te) diesen Entscheid für sich alleine fassen und das ist auch gut so.
"Apricot stone"
Der für einige vielleicht unbedeutende Vorfall der homophoben Cyber-Attacke auf esctoday.com zeigte mir aber bereits früh auf, dass ich für mich den richtigen Entscheid gefällt habe.
Was aber jetzt offenbar im Euro-Club vorgefallen ist, zeigt noch deutlicher auf, wie labil, nein, wie grotesk und vor allem naiv der von der EBU hochgehaltene Spruch des unpolitischen Anlasses in Baku doch ist.
Gemäss Prinz-Blog (Artikel kann hier gelesen werden) wurde der auflegende DJ Douze Points vom Chef des Euro-Clubs verbal aufgefordert, im Euro-Club KEINE armenische Musik aufzulegen, nachdem er kurz zuvor eine Remix-Version des armenischen Beitrags 2010 "Apricot stone" gespielt hatte - mit der Ergänzung
[Zitat] “Dann bekommen wir ein richtiges Problem.”.Ein typisches Verhalten und erbärmlicher Ausdruck des sich über alles hinwegsetzen Könnens kraft der gelebten und unterdrückenden autokratischen Macht einer Diktatur! Oder einfacher gesagt: das erbärmliche Glück, obenauf zu schwimmen!
Zudem verkündete der Euro-Club Chef, dass die
[Zitat] "DJs darüber vorab informiert worden seien"was, gemäss Prinz-Blog, so nicht der Fall war. In der Folge wurde den auflegenden DJs aber mitgeteilt, im Euro-Club keine armenische Musik zu spielen.
Bei der EBU weiss man offenbar (noch) nichts von diesem Vorfall, wie eine Anfrage vom Prinz-Blog gezeigt hat (Artikel hier). Es wird schon spekuliert, dass das Versprechen, dass im Euro-Club "alle Lieder des Eurovision Song Contest gespielt werden können" nur für die Lieder des diesjährigen ESC gilt und da nimmt Armenien ja bekanntlich nicht teil ... !
Als wäre dieses Trauerspiel nicht schon affig genug, gings jetzt offenbar noch weiter: DJ Ohrmeister, wie DJ Douze Points Mitarbeiter bei Prinz-Blog, war vorgesehen, am Samstag Abend im Anschluss an die offizielle Eröffnungsfeier für Stimmung zu sorgen und Musik aufzulegen, wurde nun aber offenbar kurzerhand ausgeladen, obwohl das Engagement gemäss Prinz-Blog bereits vor einer Woche und am selben Abend nochmals bestätigt wurde!
Von den Mächtigen des aserbaidschanischen OK habe ich, ehrlich gesagt, nicht mehr erwartet! Von der EBU aber eigentlich schon! Diese wird aber im Moment von den Mächtigen Aserbaidschans geradezu vorgeführt! Jon Ola Sand steht unter Druck! Auch wenn es für einige nur Peanuts ist, wovon ich hier schreibe: für mich sind es Details, die im letzten Sommer zum Entscheid führten, nicht nach Baku zu reisen, und welche jetzt das erwartete Bild ergeben.
Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass gemäss in Baku weilenden Freunden das aserbaidschanische Volk, mit dem sie hin und wieder mal in Kontakt kommen, ungemein freundlich und erfreut sind, wenn sie mit den Leuten aus dem Westen ins Gespräch kommen.
Aber wie so in vielen Lebenssituationen, war das einfache Volk noch nie das Problem, wenn es darum ging, Völker zu verbinden.
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Liebe Sabina Babayeva!
Nun habe ich viel mehr über dieses furchtbar ärgerliche Thema geschrieben, als was mir lieb ist und mir kommt langsam die Galle hoch.
Tut mir leid für dich. Denn jetzt bin ich schlicht und ergreifend zu müde, um noch viele Worte über deine erste Probe zu verlieren. Ich mag nicht mehr und mach es daher ganz kurz: deine erste Probe war klasse, deine Stimme grossartig und deine Performance schon sehr gefühlvoll.
Viel Glück
Gruss
Windmaschinchen
(über die Proben von Spanien und Grossbritannien werde ich aus familiären Gründen erst gegen Montag schreiben können)
1. Probe: Aserbaidschan
Sabina Babayeva - "When the music dies"
(Quelle AKOETV)
2. Probe:
Sabina Babayeva lieferte auch an der zweiten Probe eine gesanglich überzeugende Leistung ab, die aus dem doch ziemlich stumpfen Song mehr herausholt als dies andere Sängerinnen imstande wären! Gute visuelle Unterstützung nach knapp der ersten Hälfte des Songs. Insgesamt gewinnt der Song durch diese Inszenierung enorm an Körper und Fülle.
Ein prominent platzierter Mugham-Sänger auf dem "fliegenden Teppich" gibt dem Song nun ein noch tieferes aserbaidschanisches Gefühl ab, als dies auf den Studio-Aufnahme der Fall ist. Ein gelungener Auftritt, der dem Gastgeberland nächsten Samstag ein respektables Ergebnis bescheren sollte.
2. Probe: Aserbaidschan
Sabina Babayeva - "When the music dies"
(Quelle: AKOETV)
