Mittwoch, 21. März 2012

Aserbaidschan 2012: Sabina Babayeva - "When the music dies"


Aserbaidschan 2012
Artist: Sabina Babayeva
Titel: "When the music dies"

Da scheint das aserbaidschanische TV einen Dauerauftrag gelöst zu haben mit den schwedischen Autoren/Textern Stefan Örn und Sandra Bjurman (plus teilweise Anders Bagge und jetzt auch Johan Kronlund). Denn diese zeichnen sich nach "Drip, drop" (2010) und "Running scared" (2011) nun auch für "When the music dies" verantwortlich für das unterdessen siegreiche Aserbaidschan.

Herausgekommen ist nichts Neues, aber das hat auch niemand erwartet. "When the music dies" ist für mich eine zwar gefällige, wenn auch erneut nahe an der Belanglosigkeit liegende Pop-Standarte US-amerikanischer Machart, untermalen mit einem Hauch von Aserbaidschan. Ein ameridschanischer Dolma-Burger sozusagen!

Wie immer bei diesem Autoren-Team wäre der Song eigentlich ziemlich radiotauglich, da er für unkonditionierten Musik-Genuss vorgesehen ist und diesen auch gut bedient.
Aus kommerzieller Sicht scheitert "When the music dies" wohl auch in diesem Fall an den limitierten Vermarktungsmöglichkeiten. Diese Aussage hat natürlich überhaupt nichts mit der Person/Leistung von Sabina Babayeva zu tun, sondern vielmehr mit Machbarkeits-Studien, Ziel-Gruppen-Analysen und Image-Vorstellungen mächtiger Musik-Konzerne, die Aserbaidschan und die meisten anderen Länder dieser Welt nicht wirklich als das Nonplusultra  der Geld speienden Märkte anschauen! Somit wird man sich wohl an ein kleines, kurzlebiges Strohfeuer gefasst machen, bevor auch hier Ende Feuer ist.

Für die Noten-Schmiede wird sich "When the music dies" aber trotzdem auszahlen, ob der Song nun ein Hit wird oder nicht.

"When the music dies" ist ein gefälliger Titel. Eigentlich mag ich den Song ja auch ein klein wenig. Eine gewisse musikalische Dramatik und Intensität lassen sich nicht abstreiten und das Video, übrigens, finde ich extrem gelungen! Aber die einmal aufgegleiste schöne Stimmung wird dann für meinen Geschmack zu oft rezykliert und mit Zuckerguss bombardiert. Nichtsdestotrotz: Gut gelungener Einheitsbrei!

Es gibt Tage, an denen man abends einfach zu müde ist, um sich noch gross ums Abendessen kümmern zu wollen. Dann gibt man sich auch mal mit einem Hamburger zufrieden. So verhält es sich mit "When the music dies" - nur aus Sicht der Ohren!

Sabina Babayeva - "When the music dies"