Nach Windmaschinchen verzichtet nun auch Armenien auf eine Teilnahme am ESC in Baku! Im Gegensatz zu Windmaschinchen, hat sich Armenien jedoch zuerst einmal für Baku angemeldet, um sich jetzt, zweieinhalb Monate vor dem Event, wieder abzumelden. Ob und in welcher Form Armenien für sein Fernbleiben in Baku von der EBU bestraft werden wird, ist nicht bekannt.
Wie Jan Ola Sand heute im Namen der EBU mitteilte, wird Armenien nun doch nicht am ESC 2012 in Baku teilnehmen. Somit reduziert sich das Teilnehmerfeld auf 42 Teilnehmer und in den Halbfinals treten nun jeweils 18 Länder auf.
Für mich kommt Armeniens Rückzug weniger überraschend als deren ursprüngliche Anmeldung. Mit dieser politischen Entscheidung Armeniens wird natürlich auch der ESC resp. die EBU direkt torpediert, welche ja immer wieder betont, wie unpolitisch der ESC sei! Dass dem nicht so ist, wissen wir alle. Der ESC war schon immer politisch, er ist es heute noch und wird es auch morgen sein - aber meistens zeigt(e) sich diese politische Seite auf einem mehr oder weniger unbedeutenden und bescheidenen Niveau. Dem steht nun dieser Rückzug gegenüber, der schlussendlich die EBU im Regen stehen lässt (mal ganz abgesehen vom wirklichen und tragischen Hintergrund dieser Absage - siehe weiter unten), denn Aserbaidschan wird - jetzt mehr denn je - beteuern, dass es die Sicherheit einer armenischen Delegation zu jeder Zeit gewährleistet hätte.
Gross nach Gründen zu suchen, braucht man nicht. Der ewige Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan liefert deren genug. In diesem (ESC-)Fall jetzt liest man auch oft von dem kürzlich erschossenen armenischen Soldat, der nun zum Rückzug Armeniens geführt habe. Dabei geht zu leicht vergessen, dass solche Scharmützel der tödlichen Art in diesem Grenzgebiet leider an der Tagesordnung sind - im armenischen wie auch im aserbaidschanischen Grenzgebiet. Seit Jahren! Zuletzt hier. Scharfschützen hier wie dort. Tote Soldaten hier wie dort. Ein Katz-und-Maus-Spiel der grotesken und blutigen Sorte. Gewinner gibts hier natürlich schon lange nicht mehr!
Und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis wieder etwas "Bewegung" in diesen Konflikt kommen wird - nach dem ESC - irgendwann. Und dann - mit grösster Wahrscheinlichkeit - in die falsche Richtung. Leider. Was übrig bleibt, sind Verlierer - hier wie dort. Männer mit Macht und Anspruch und viele, viele Menschen, gefangen in einem unfassbaren Propaganda-Netz. Hier wie dort!
Und nicht zuletzt - auf einer sehr bescheidenen Ebene - gehört auch die Musik zu den Verlierern. Aber das ist Peanuts! Ich ärgere mich!
