Was für ein ESC-Päuschen! Es liegen gerade mal 110 Tage zwischen dem staatlich verordneten Mutter/Sohn-Sieg Aserbaidschans und dem offiziellen Beginn der Schweizer ESC-Vorausscheidung Ausgabe 2012!
Am 1. September beginnt nämlich die offizielle Anmeldefrist für den Schweizer Beitrag für Baku 2012 und somit die Suche um die Nachfolge von Anna Rossinelli, die zusammen mit Manuel Meisel und Georg Dillier die Schweiz erstmals seit der Steinzeit wieder ins Finale gebracht hat!
Zahlen und Fakten:
Schweizer Final: 10. Dezember 2011
Final-Beiträge: 14
Anmeldefrist für Selektionsprozess Internet: 1. September - 30. September 2011
Internet-Voting (voraussichtlich): 16. Oktober - 30. Oktober 2011
Reglement: hier
[Update: 1.9.11]
Link zur Internet-Plattform: hier
Die 14 Beiträge werden nach folgendem Schlüssel zusammengestellt:
6 via Internet/Jury-Voting (je 50%)
3 werden von DRS3 gestellt
3 von RTS (französische Schweiz)
2 von RSI (italienische Schweiz)
Sprache: frei wählbar
Teilnehmen dürfen Schweizer und Nicht-Schweizer.
Nachdem SRF (Schweizer Radion und Fernsehen) letztes Jahr erst im Verlaufe des Prozesses der offiziellen französischen sowie der italienischen Schweiz einen Gnadenplatz im Finale zugestand, so sitzen die beiden Teile nun schon von Beginn weg mit im selben Boot. Das Boot ist zwar nicht grösser geworden, dafür sitzen mehr darin: das Finalfeld wurde von 12 auf 14 aufgestockt. Dabei ging zwar beim Internet-Voting ein Platz verloren (neu 6 statt 7), dafür wurden der italienischen Schweiz ein zusätzlicher und der französischen Schweiz gleich zwei zusätzliche Plätze zugestanden! SRF will (muss?) es allen recht machen! So viel zum Thema Schweizer Föderalismus!
Das bedeutet also, dass die über zwei Stunden dauernde "Entscheidungsshow" noch länger dauern wird ... oder vielleicht eben auch nicht. Denn ...
2 Minuten
... hier nähern wir uns jenem Punkt im Reglement, der nicht nur bei Windmaschinchen für Aufruhr sorgt, sondern auch in der grösstenteils noch "schlafenden" ESC-Gemeinde. Unter Punkt 8 des Reglements (kann hier als PDF heruntergeladen werden) steht Folgendes:
Im Klartext: am Final-Abend werden also ausschliesslich die 2-Minuten-Fassungen der Songs zu hören sein. Da werden die Artisten also aufgefordert, einen Song einzureichen, der "nicht länger als 3 Minuten und nicht kürzer als 2 Minuten 55 Sekunden" sein darf, den sie dann aber am Final-Abend mit einer auf zwei Minuten gestutzten Version ersetzen müssen! So etwas "Ungeschicktes" habe ich in all den Jahren noch nicht gesehen oder gehört. Das wäre in etwa so, wie wenn die Organisatoren des Genfer Auto-Salons den Auto-Herstellern mitteilen würden, für die nächste Ausstellung doch bitte neue Autos zu entwickeln und nach Genf zu entsenden, dort dann aber aus Platzgründen lediglich den Passagierraum des Autos als Ausstellungsobjekt zu präsentieren.
Und dies scheint das Problem zu sein, nicht der Platz sondern die Zeit. Anders kann ich mir diese vollkommen überdrehte und vor allem unsinnige Anforderung nicht vorstellen. Nicht, dass ich unglücklich darüber bin, einige der Songs lediglich zwei Minuten aushalten zu müssen, aber der zusätzliche Aufwand für die Artisten ist enorm - zeitlich und finanziell! Vom künstlerischen Wert dieser künstlichen Kastration mal ganz abgesehen! Wenn es (den Artisten) wenigstens einen Nutzen bringen würde, aber es geht wahrscheinlich lediglich darum, "es allen recht zu machen" versus vorhandene Sendezeit!
Wenn die Final-Show, die wahrscheinlich wieder unter dem Namen "Die grosse Entscheidungsshow" ausgestrahlt werden wird, zeitlich schon nicht an die neuen Verhältnisse angepasst werden kann, dann sollte man auch keine Aufstockung der Songs vornehmen. Mit dieser unsäglichen 2-Minuten-Regel werden vor allem jene bestraft, die sich ernsthaft darum bemühen, einen Song zu kreieren, der ein Intro, einen Aufbau, einen Übergang sowie ein Schlussfeuerwerk beinhaltet.
Für die Artisten ist es schon schwer genug, mit einem 3-Minuten-Limit den Zuschauer von seiner/ihrer Musik zu überzeugen. Wie das mit einer 2-Minuten-Version geschehen soll, ist mir schleierhaft. Die Final-Show steht dann wohl eher unter dem Motto "Hörprobe" denn als Song-Präsentation!
Oder will man mit dieser sinnfreien Regelung lediglich jene witzige Bolde davon abschrecken, ihr Gehörgang-schädigendes Unwesen zu treiben? Wohl weit gefehlt, denn die wenigsten "Möchte-gerne-nach-Baku-Gehen"-Träumenden machen sich über diese 2-Minuten-Version ernsthafte Gedanken, weil eh nur die wenigsten damit Rechnen, am 10.12.2011 in Kreuzlingen auf der Bühne zu stehen!
Es bleibt mal abzuwarten, wie viele der angemeldeten Interpreten/Gruppen sich von Beginn weg die Mühe einer 2-Minuten-Version machen werden. Kommt es dann auch dieses Jahr zu einer eher überraschenden Song-Auswahl, könnte dieser Passus noch für ein paar rote Köpfe sorgen!
Auswahl-Prozedere
Internet-Voting: via Plattform --> Internet-Voting/50% (ca. 16. - 30. Oktober 2011) --> Jury-Voting/50%
DRS3: auf deren Homepage findet man bis heute (27. Aug. 2011) kein Wort bezüglich Eurovision 2012. Es ist nicht bekannt, wie DRS3 seine 3 Titel auserkoren wird! Ebenso wenig, ob es wieder eine eigene Plattform geben wird. Es bleibt nur zu hoffen, dass das letztjährige Chaos vermieden werden kann und dass aus den nicht wenigen Fehlern etwas gelernt wurde! Im Reglement steht einzig "Diese drei Startplätze werden von der zuständigen Radioredaktion bestimmt". Vielleicht wäre es in der Tat das Beste, wenn sich DRS3 für eine komplett interne Auswahl entscheiden würde. Ohne öffentliche Plattform, ohne Pseudo-Beteiligung der Zuhörer und vor allem ohne das ganze Schleim-, Schlamm- und Spam-Schleuder-Getue auf Facebook! Das desaströse Abstimmungs-Verfahren vom letzten Jahr liegt mir heute noch schwer auf! Also warte ich mal ab, welchen Weg DRS3 einschlagen wird!
RTS: hat soweit dies hier publiziert. Über Auswahlverfahren wird nichts geschrieben. Einfach eine Adresse, an die Interessierte ihren Titel einschicken können. 2011: interne Wahl.
RSI: hat soweit dies hier publiziert. Über Auswahlverfahren wird nichts geschrieben. Einfach eine Adresse, an die Interessierte ihren Titel einschicken können. 2011: interne Vorauswahl, gefolgt von Internet-Voting, gefolgt von einem Rückzug sowie einer Disqualifikation.
Wichtig erscheint mir, dass sich ALLE Gruppen/Interpreten zumindest auf dem Internet-Portal registrieren. Zusätzlich können jene mit Bezug zur Welschen resp. Italienischen Schweiz dies auch auf RTS resp. RSI vornehmen. Bei DRS3 ist, wie oben bereits geschrieben, noch nichts bekannt, in welcher Form Anmeldungen entgegengenommen werden! Befinden sich unter den RTS-, RSI- sowie DRS3-Qualifizierten Beiträge, die es auch via Internet-Voting unter die ersten sechs geschafft haben, rutscht dort dann einfach der nächste Beitrag nach!
Wer versucht es?
Die Auswahl der Finalisten aus dem Internet-Voting sorgte ja letztes Jahr für einigen Gesprächsstoff. Welche Auswirkungen dies auf dieses Jahr haben wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Es bleibt einfach zu hoffen, dass ungeachtet dessen auch dieses Jahr wieder viele Gruppen und Interpreten ihr Glück versuchen werden. Talente sind vorhanden - selbst in der kleinen Schweiz. Oft muss man sie nur entdecken. Und sei es auf der Strasse....!
Windmaschinchen freut sich auf diese Talente (ob jung oder nicht mehr ganz so jung) und wünscht ihnen schon mal viel Glück auf ihrer Jagd zu den heiligen 12 Punkten!
Am 1. September beginnt nämlich die offizielle Anmeldefrist für den Schweizer Beitrag für Baku 2012 und somit die Suche um die Nachfolge von Anna Rossinelli, die zusammen mit Manuel Meisel und Georg Dillier die Schweiz erstmals seit der Steinzeit wieder ins Finale gebracht hat!
Zahlen und Fakten:
Schweizer Final: 10. Dezember 2011
Final-Beiträge: 14
Anmeldefrist für Selektionsprozess Internet: 1. September - 30. September 2011
Internet-Voting (voraussichtlich): 16. Oktober - 30. Oktober 2011
Reglement: hier
[Update: 1.9.11]
Link zur Internet-Plattform: hier
Die 14 Beiträge werden nach folgendem Schlüssel zusammengestellt:
6 via Internet/Jury-Voting (je 50%)
3 werden von DRS3 gestellt
3 von RTS (französische Schweiz)
2 von RSI (italienische Schweiz)
Sprache: frei wählbar
Teilnehmen dürfen Schweizer und Nicht-Schweizer.
Nachdem SRF (Schweizer Radion und Fernsehen) letztes Jahr erst im Verlaufe des Prozesses der offiziellen französischen sowie der italienischen Schweiz einen Gnadenplatz im Finale zugestand, so sitzen die beiden Teile nun schon von Beginn weg mit im selben Boot. Das Boot ist zwar nicht grösser geworden, dafür sitzen mehr darin: das Finalfeld wurde von 12 auf 14 aufgestockt. Dabei ging zwar beim Internet-Voting ein Platz verloren (neu 6 statt 7), dafür wurden der italienischen Schweiz ein zusätzlicher und der französischen Schweiz gleich zwei zusätzliche Plätze zugestanden! SRF will (muss?) es allen recht machen! So viel zum Thema Schweizer Föderalismus!
Das bedeutet also, dass die über zwei Stunden dauernde "Entscheidungsshow" noch länger dauern wird ... oder vielleicht eben auch nicht. Denn ...
2 Minuten
... hier nähern wir uns jenem Punkt im Reglement, der nicht nur bei Windmaschinchen für Aufruhr sorgt, sondern auch in der grösstenteils noch "schlafenden" ESC-Gemeinde. Unter Punkt 8 des Reglements (kann hier als PDF heruntergeladen werden) steht Folgendes:
"Diejenigen Interpreten, die in die Auswahl der 14 Kandidaten für die Entscheidungsshow vom 10.12. 2011 gewählt werden, verpflichten sich, zusätzlich eine zwei‐Minuten‐Version ihres Songs zu erstellen und diese Version in der Entscheidungsshow vom 10.12.2011 zu präsentieren"
Im Klartext: am Final-Abend werden also ausschliesslich die 2-Minuten-Fassungen der Songs zu hören sein. Da werden die Artisten also aufgefordert, einen Song einzureichen, der "nicht länger als 3 Minuten und nicht kürzer als 2 Minuten 55 Sekunden" sein darf, den sie dann aber am Final-Abend mit einer auf zwei Minuten gestutzten Version ersetzen müssen! So etwas "Ungeschicktes" habe ich in all den Jahren noch nicht gesehen oder gehört. Das wäre in etwa so, wie wenn die Organisatoren des Genfer Auto-Salons den Auto-Herstellern mitteilen würden, für die nächste Ausstellung doch bitte neue Autos zu entwickeln und nach Genf zu entsenden, dort dann aber aus Platzgründen lediglich den Passagierraum des Autos als Ausstellungsobjekt zu präsentieren.
Und dies scheint das Problem zu sein, nicht der Platz sondern die Zeit. Anders kann ich mir diese vollkommen überdrehte und vor allem unsinnige Anforderung nicht vorstellen. Nicht, dass ich unglücklich darüber bin, einige der Songs lediglich zwei Minuten aushalten zu müssen, aber der zusätzliche Aufwand für die Artisten ist enorm - zeitlich und finanziell! Vom künstlerischen Wert dieser künstlichen Kastration mal ganz abgesehen! Wenn es (den Artisten) wenigstens einen Nutzen bringen würde, aber es geht wahrscheinlich lediglich darum, "es allen recht zu machen" versus vorhandene Sendezeit!
Wenn die Final-Show, die wahrscheinlich wieder unter dem Namen "Die grosse Entscheidungsshow" ausgestrahlt werden wird, zeitlich schon nicht an die neuen Verhältnisse angepasst werden kann, dann sollte man auch keine Aufstockung der Songs vornehmen. Mit dieser unsäglichen 2-Minuten-Regel werden vor allem jene bestraft, die sich ernsthaft darum bemühen, einen Song zu kreieren, der ein Intro, einen Aufbau, einen Übergang sowie ein Schlussfeuerwerk beinhaltet.
Für die Artisten ist es schon schwer genug, mit einem 3-Minuten-Limit den Zuschauer von seiner/ihrer Musik zu überzeugen. Wie das mit einer 2-Minuten-Version geschehen soll, ist mir schleierhaft. Die Final-Show steht dann wohl eher unter dem Motto "Hörprobe" denn als Song-Präsentation!
Oder will man mit dieser sinnfreien Regelung lediglich jene witzige Bolde davon abschrecken, ihr Gehörgang-schädigendes Unwesen zu treiben? Wohl weit gefehlt, denn die wenigsten "Möchte-gerne-nach-Baku-Gehen"-Träumenden machen sich über diese 2-Minuten-Version ernsthafte Gedanken, weil eh nur die wenigsten damit Rechnen, am 10.12.2011 in Kreuzlingen auf der Bühne zu stehen!
Es bleibt mal abzuwarten, wie viele der angemeldeten Interpreten/Gruppen sich von Beginn weg die Mühe einer 2-Minuten-Version machen werden. Kommt es dann auch dieses Jahr zu einer eher überraschenden Song-Auswahl, könnte dieser Passus noch für ein paar rote Köpfe sorgen!
Auswahl-Prozedere
Internet-Voting: via Plattform --> Internet-Voting/50% (ca. 16. - 30. Oktober 2011) --> Jury-Voting/50%
DRS3: auf deren Homepage findet man bis heute (27. Aug. 2011) kein Wort bezüglich Eurovision 2012. Es ist nicht bekannt, wie DRS3 seine 3 Titel auserkoren wird! Ebenso wenig, ob es wieder eine eigene Plattform geben wird. Es bleibt nur zu hoffen, dass das letztjährige Chaos vermieden werden kann und dass aus den nicht wenigen Fehlern etwas gelernt wurde! Im Reglement steht einzig "Diese drei Startplätze werden von der zuständigen Radioredaktion bestimmt". Vielleicht wäre es in der Tat das Beste, wenn sich DRS3 für eine komplett interne Auswahl entscheiden würde. Ohne öffentliche Plattform, ohne Pseudo-Beteiligung der Zuhörer und vor allem ohne das ganze Schleim-, Schlamm- und Spam-Schleuder-Getue auf Facebook! Das desaströse Abstimmungs-Verfahren vom letzten Jahr liegt mir heute noch schwer auf! Also warte ich mal ab, welchen Weg DRS3 einschlagen wird!
RTS: hat soweit dies hier publiziert. Über Auswahlverfahren wird nichts geschrieben. Einfach eine Adresse, an die Interessierte ihren Titel einschicken können. 2011: interne Wahl.
RSI: hat soweit dies hier publiziert. Über Auswahlverfahren wird nichts geschrieben. Einfach eine Adresse, an die Interessierte ihren Titel einschicken können. 2011: interne Vorauswahl, gefolgt von Internet-Voting, gefolgt von einem Rückzug sowie einer Disqualifikation.
Wichtig erscheint mir, dass sich ALLE Gruppen/Interpreten zumindest auf dem Internet-Portal registrieren. Zusätzlich können jene mit Bezug zur Welschen resp. Italienischen Schweiz dies auch auf RTS resp. RSI vornehmen. Bei DRS3 ist, wie oben bereits geschrieben, noch nichts bekannt, in welcher Form Anmeldungen entgegengenommen werden! Befinden sich unter den RTS-, RSI- sowie DRS3-Qualifizierten Beiträge, die es auch via Internet-Voting unter die ersten sechs geschafft haben, rutscht dort dann einfach der nächste Beitrag nach!
Wer versucht es?
Die Auswahl der Finalisten aus dem Internet-Voting sorgte ja letztes Jahr für einigen Gesprächsstoff. Welche Auswirkungen dies auf dieses Jahr haben wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Es bleibt einfach zu hoffen, dass ungeachtet dessen auch dieses Jahr wieder viele Gruppen und Interpreten ihr Glück versuchen werden. Talente sind vorhanden - selbst in der kleinen Schweiz. Oft muss man sie nur entdecken. Und sei es auf der Strasse....!
Windmaschinchen freut sich auf diese Talente (ob jung oder nicht mehr ganz so jung) und wünscht ihnen schon mal viel Glück auf ihrer Jagd zu den heiligen 12 Punkten!
