Donnerstag, 31. März 2011

Windmaschinchens Rangliste 2011: 2. Halbfinal

Windmaschinchen hat sich entschieden!
Hier meine persönliche Rangliste des 2. Halbfinals.

Ein Klick auf das jeweilige Land führt dich zu den entsprechenden Blog-Einträgen der Songs.


2. Halbfinal:

Platz 1
12 Punkte
Estland - Getter Jaani - "Rockefeller Street"
"127 Tree ....! Somebody give her the "h" back!", meinte einer in einem Forum!
Unterdessen schaffe ich es, in drei Minuten unfallfrei durch die ganze Wohnung zu marschieren, stampfen, schreiten, trippeln und tänzeln, ohne dabei irgend etwas kaputt zu machen mit meiner schwingenden Kochkelle, die ich dabei mit auf die Reise nehme. Zumindest ohne High Heels....!
Was für ein toller Beitrag. Unangefochtene 12 Punkte!

Platz 2
10 Punkte
Bosnien & Herzegowina - Dino Merlin "Love in rewind"
Bosnien & Herzegowina in alter Stärke zurück! Toller Sound des Altmeisters und "Zauberers" Dino Merlin. Herrlich zu Herzen gehender Sound mit garantiert unvergesslicher Choreographie.

Platz 3
8 Punkte
Schweden - Eric Saade - "Popular"
Letztes Jahr platzierten die Schweden kleine rote Leucht-Sticks auf die Zuschauersitze, um Anna Bergendahl's "This is my life" optisch aufzumotzen. Geholfen hats nichts, Schweden blieb erstmals in einem Semi stecken. Was haben sich die Skandinavier wohl dieses Jahr für ein "Geschenk" ausgedacht? Ein Schäufelchen mit Besen vielleicht, um die glasbrechende Sauerei, die Eric Saade auch in Düsseldorf zu veranstalten gedenkt, aufzuwischen? Für die Zuschauer wirds ein Spektakel und sie werden darüber gar nicht mitbekommen, dass der Junge eigentlich gar nicht so gut singen kann. Die ohrwürmige Penetranz, die der Song auf die Ohren ausübt, ist aber unbestritten - selbst bei Windmaschinchen.

Platz 4
7 Punkte
Zypern - Christos Mylordos - "San aggelos s’agapisa"
Wenn die melancholische Harmonie, die vom Song ausgeht, in einen ebenso zurückhaltenden und unaufdringlichen Bühnenauftritt umgesetzt werden kann, wird Zypern weiter vorne landen, als dies Mutter Griechenland als tolerierbar befindet!

Platz 5
6 Punkte
Irland - Jedward - "Lipstick"
Ich hasse mich dafür!!! Platz 5 für diese zwei Eierkopf-ähnliche, ausserir(d)ischen Lümmel! Irland 2011 fordert meinen Grundsatz, in erster Linie das Lied zu beurteilen und nicht den Interpreten, aufs Heftigste heraus! Und ich sträube mich - soweit erfolgreich -, auch nur ein gutes Wort über Jedward zu verlieren! Allein der Song verursacht hemmungslose Körperzuckungen, die von meinem Willen nicht mehr beeinflusst werden können. "Lipstick" ist auf verheerende Art und Weise catchy und infektiös! Mann, hat mich das Überwindung gekostet, dies hinzuschreiben!

Platz 6
5 Punkte
Rumänien - Hotel FM - "Change"
"Change" ist einer jener Songs, den man nicht skipt, wenn man ihn hört, ihn aber auch nicht vermisst, wenn er nicht gespielt wird. Unaufdringlich und nicht störend. Mit andern Worten: wir sind bereits beim Füll-Material angekommen.

Platz 7
4 Punkte
Bulgarien - Poli Genova - "Na inat"
Der Verstand sagt ganz klar "Nein" zu diesem Song. Aber was hat Verstand schon mit Geschmack zu tun. Der ist mir wohl schon vor langer, langer Zeit abhanden gekommen - spätestens aber, als ich Jedward auf Platz 5 gesetzt habe...! Die meisten europäischen Zuschauer werden vernünftiger sein und "Na inat" innert Sekunden in der Gleichgültigkeits-Zone deponieren!

Platz 8
3 Punkte
Holland - 3JS - "Never alone"
Vor einiger Zeit hatte ich "Never alone" als klaren Finalisten auf meiner Liste. Unterdessen schlich sich eine Art Gleichgültigkeit hinein in meine Empfindungen diesem Song gegenüber. Kein Auf, kein Ab! Weder gut, noch schlecht! Alles schön im Durchschnitt - unaufdringlich und unaufgeregt. Könnte aus der Schweiz kommen!

Platz 9
2 Punkte
Lettland - Musiqq - "Angel in disguise"
Nebst "Lipstick" ist "Angel in disguise" wohl jener Song, den sich Windmaschinchen am meisten schöngehört hat! Das kurze Mary-J.-Blige-Intro von "One" half da sicher auch mit. Die Lautsprecher meiner Anlage verweigern den Dienst auf jeden Fall nicht und die Skip-Taste habe ich soweit auch noch nie gedrückt bei diesem Song. Es ist, als ob zufälligerweise das Radio an wäre.

Platz 10
1 Punkt
Belgien - Witloof Bay - "With love baby"
Selbst wenn A Cappella nicht sonderlich gut in meinen Ohren liegt, wäre es wohl vermessen, diesen hervorragend gesungenen Beitrag hinter Weissrussland oder die Ukraine zu stellen. Ja, ich werde "With love baby" respektvoll zuhören, auch wenn ich in Gedanken dann vielleicht hier sein werde.



 ---------------Nicht fürs Windmaschinchen-Finale qualifiziert---------------

Platz 11
Weissrussland - Anastasiya Vinnikova - "I love Belarus"
Appenzell goes Eurovision! Oder zumindest deren Hackbrett! "I love Belarus" ist fast so trashig wie dessen Vorgänger "Born in Bielorussia". Eurovision-Heaven sei Dank für solch Alt-Kommunisten-Pop längst vergangener Tage.

Platz 12
Dänemark - A Friend In London - "New Tomorrow"
"New tomorrow" ist so zu sagen das Aserbaidschan des zweiten Halbfinals - also der SONG, nicht etwa das Land!! Und wenns die Heiligen Null-Punkte wirklich böse meinen mit mir, werden im Finale beide Titel einen tiefen einstelligen Schlussrang belegen.

Platz 13
Ukraine - Mika Newton - "Angel"
Spricht man über Kulissen am ESC, war die Ukraine meist an vorderster Stelle, wenns darum ging, Schrott auf die Bühne zu schleppen. Dieses Jahr verzichtet die Ukraine wohl auf Kulissen und ersetzt diese gleich durch den Song! Oder kommt die Spiegel-Choreographie doch wieder zum Zuge? Dann muss wohl jedes einzelne Delegationsmitglied den Spiegel aus seinem Hotel-Zimmer abmontieren und an die Proben schleppen!

Platz 14
Slowenien - Maja Keuc - "No one"
Ob der Song-Titel wohl die Antwort ist auf die Frage: "Who's going to vote for this song?"


Platz 15
Österreich- Nadine Beiler - "The secret is love"
Sperrig, hölzern und forciert wie eh versucht "The secret is love" sich Zugang zu den Hörgängen zu verschaffen. Bis jetzt alle Angriffe erfolgreich abgeblockt. Skip-Taste sei Dankt!

Platz 16
Israel - Dana International - "Ding dong"
Dana International ist zurück auf der ESC-Bühne! Toll! Leider hat es ihre Stimme noch nicht dorthin gebracht. Die ging, fragil wie sie schon 1998 war, unterdessen wohl bei einer "Nach-Korrektur" endgültig verloren.

Platz 17
Moldawien - Zdob și Zdub - "So lucky"
"So lucky"! Das wird sich die finanziell gebeutelte moldauische Delegation wohl zuflüstern, wenn sie sicher sein können, ihren Düsseldorf-Aufenthalt nicht um zwei Tage verlängern zu müssen.

Platz 18
Mazedonien - Vlatko Ilievski - "Rusinka"
"Rusinka" gehört zu jener Sorte Songs, die zu Alkoholsucht verleiten, da diese erst nach einem Griff zu Hochprozentigem tolerierbar werden.

Platz 19
Slowakei - TWiiNS - "I'm still alive"
So viel Plastik und so viel Kunststoff - zu hören und zu sehen!

Windmaschinchens Rangliste 2011: 1. Halbfinal

Windmaschinchen hat sich entschieden! 
Hier meine persönliche Rangliste des 1. Halbfinals.

Ein Klick auf das jeweilige Land führt dich zu den entsprechenden Blog-Einträgen der Songs.



1. Halbfinal:

Platz 1:
12 Punkte
Ungarn - Kati Wolf - "What about my dreams?"
Soeben habe ich diese Live-Version gehört und es lief mir kalt den Rücken hinunter - vor Schreck über die schlechte Live-Stimme. Zugegeben, die Umgebung und die vorhandene Technik waren nicht gerade optimal für so eine Aufnahme, aber .....! Wird Ungarn zum "Kate-Ryan-Fall"? Als grosse Favoritin ins Rennen steigen, um dann grossartigst zu scheitern? Tja, dann wäre die passende Antwort zu ihrer (Song-)Frage wohl "Futsch!". Ich hoffs eigentlich nicht, denn der Song gefällt mir mächtig, auch wenn mir Kati Wolf ein bisschen zu "mature" erscheint für diesen Song.



Platz 2:
10 Punkte
Polen - Magdalena Tul - "Jestem"
Noch besteht Hoffnung, dass La-Tul ihre Bühneshow auf schwulenfreundlicheres Niveau zurückstutzt. Sonst werden die Damen "Am Bahndamm" in Düsseldorf noch neidisch auf so eine ausgefeilte Choreo....!



Platz 3:
8 Punkte
Georgien - Eldrine - "One more day"
Eldrine war mal ganz oben auf meiner Liste. Sogar zuoberst für eine Weile. Bis, ja bis hart und gnadenlos durchgegriffen wurde!
Nach der desolaten Vorstellung Tako's, der damaligen Lead-Sängerin von Eldrine, am nationale Finale verordnete wahrscheinlich der Staat die Absetzung derselben. Dies sorgte schon mal dafür, dass der Glanz von "One more day" langsam zu weichen begann bei Windmaschinchen.
Als Ersatz wurde dann Sophio Toroshelidze an die Gesangs-Front beordert. Eine stimmsichere und sicher auch sehr talentierte Frau. Allein sie passt in keinster Weise weder zu Eldrine noch zum Song. Eine Rock-Göre, die "One more day" braucht, hört sich anders an und sieht anders aus! Der Sophio Toroshelidze fehlt es sowohl an der "dreckigen" Stimme wie auch an der "anarchistischen" Ausstrahlung und an jeglicher Rock-Attitude.

Verschiedene Quellen besagen, dass die Absetzung der ursprünglichen Sängerin mit vertraglichen Problemen in Zusammenhang mit Tako zu tun hatte. Tako soll mir das einmal persönlich mitteilen, allein dann werde ich es glauben. In der 30 Sekunden dauernden Präsentation Georgiens am ESC wird der eine oder andere europäische TV-Kommentator sicher auf diese georgischen Vorkommnisse eingehen. Die eine oder andere Stimme wird dann Georgien evtl. fehlen in der Endabrechnung. Eigentlich schade, denn "One more day" war ein wirklich grossartiger Song - jetzt ist er nur noch ein guter Song und schafft es trotzdem noch auf Platz 3, was einiges über den 1. Halbfinal aussagt...!



Platz 4:
7 Punkte
Schweiz - Anna Rossinelli - "In love for a while"
Um ehrlich zu sein, hoffe ich für einmal auf die Jurys! Denn allein durchs Publikum wird es die Schweiz höchst wahrscheinlich nicht ins Finale schaffen. "In love for a while" wird allgemein als "nice", hübsch und nett bezeichnet. Eigenschaften, die gut gemeint sind, im Endeffekt aber nichts einbringen, wenns dann ums Eingemachte geht. Der Song fällt nicht auf und fällt nicht ab. Und, wie im richtigen Leben, ist die Gefahr gross, dabei komplett übersehen zu werden. Ausgerechnet jetzt, wo wir in der Person von Anna Rossinelli nicht nur eine äusserst sympathische, lockere und "aufgestellte" Persönlichkeit haben und endlich, endlich auch eine Sängerin haben, die wirklich gut singen kann (und dafür gibts hier auch die für mich überraschend hohe Platzierung), "trumpfen" wir mit einem "netten" Song auf....! Heilige 12 Punkte, hoffe ich, dass ich mich hier so richtig täusche!



Platz 5:
6 Punkte
Griechenland - Loucas Yiorkas feat. Stereo Mike - "Watch my dance"
Haut mich, was ihr könnt, aber erstmals seit Jahren gefällt mir wieder einmal ein griechischer Beitrag! Autsch!! Das war mein Italiener, dem erstmals seit Jahren der griechische Beitrag nicht gefällt....!



Platz 6:
5 Punkte
Türkei - Yüksek Sadakat - "Live it up"
Nicht so clever wie "Deli" nicht so eingängig wie "Be the same", aber passabler und ehrlicher Rock.



Platz 7:
4 Punkte
Norwegen - Stella Mwangi - "Haba haba"
Ich war kurz davor, Stella Mwangi abzustrafen, weil sie ihren eigentlichen Musik-Stil, Hip/Hop, so hinterhältig verraten hat mit diesem Ballermann-Knaller. Dann habe ich gesehen, was in meiner persönlichen Rangliste noch so alles übrig bleibt. Also wieder rauf auf den 7. Rang.



Platz 8:
3 Punkte
Aserbaidschan - Eldar and Nigar - "Running scared"
Und schon kommt Aserbaidschan in meiner Liste - Scheibenkleister! Aber bitte schön, schaut euch an, was dahinter kommt!!! Ja, Serbien wäre bedeutend besser - allein, ich kann mit dem Stil nichts anfangen....! Was für ein Dilemma. Zurück zu Aserbaidschan. Wäre dies der Musikantenstadl hätte Aserbaidschan bereits gewonnen mit diesen gesichtslosen, aber massentauglichen drei Minuten. Aber im Gegensatz zum Stadl muss am ESC immer noch live gesungen werden und da werden alle Ohren gespannt zuhören (die Augen behält man bei diesem Mutter/Sohn-Duo eh besser geschlossen). Sollte Eldar and Nigar den aserbaidschanischen Sieg verpassen, wird ihr Titel dann wohl Programm...!



Platz 9:
2 Punkte
Serbien - Nina - Čaroban
Serbien wird dieses Jahr wohl nicht die erste (Balkan-)Geige spielen können, dafür reicht ihr musikalischer Stil am weitesten in die Vergangenheit zurück. Frisch präsentiert von einer lockeren Nina.



Platz 10:
1 Punkt
Island - Sjonni's Friends - "Coming home"



---------------Nicht fürs Windmaschinchen-Finale qualifiziert---------------

Platz 11:
Russland - Alexej Vorobjov - "Get you"
So ein grosses Land - so viel Belanglosigkeit!



Platz 12:
Finnland - Paradise Oskar - "Da da dam"
Kleiner Junge, kleine Stimme - kleiner Song!



Platz 13:
Kroatien - Daria - "Celebrate"
Hat unser Null-Punkter noch keine finanziellen Forderungen an die Autoren gestellt bezüglich Titel?



Platz 14:
Armenien - Emmy - "Boom boom"
Unsere Jogurts schmecken besser!



Platz 15:
San Marino - Senit - "Stand by"
For a better song?



Platz 16:
Albanien - Aurela Gaçe - "Feel the passion"
Jetzt offenbar auf Englisch. "[Th]ame [th]ame, but different", sagt Sylvester zu Tweety.



Platz 17:
Portugal - Homens Da Luta - Luta É Alegria
Der Kampf um Punkte wird um einiges härter!



Platz 18:
Malta - Glen Vella - "One life"
Vielleicht lässt Hauptsponsor Schwarzkopf den lustigen Glen wegen verdeckter Konkurrenz gar nicht erst antreten!? Vermissen würde ich ihn nicht - auf jeden Fall nicht auf der Bühne.



Platz 19:
Litauen - Evelina Sašenko - "C'est ma vie"
Dann lass aber bitte meines in Frieden!



Sonntag, 27. März 2011

Windmachine-Awards 2011: "Bester Song" - Heute: Platz 1


Bester Song 2011
Platz 1
(Goldene Windmaschine)



Estland

Artist: Getter Jaani
Titel: "Rockefeller Street"

Gedanken zu Getter Jaani und "Rockefeller Street" findest du hier.

In meinem Blog-Eintrag über diesen Song schrieb ich betr. "Rockefeller Street" noch von einem "Dark horse". Was für eine Untertreibung! In kürzester Zeit katapultierte sich unterdessen der Song an die Spitze meiner Abspiel-Liste! Repeat-Taste im Dauermodus! Stampfend durchs Wohnzimmer, tänzelnd durch die Küche. "Rockefeller Street" bereitet unglaublich grosse Freude und sorgt für so viel Spass! Ich kanns kaum fassen!

Hier werden alle verfügbaren Register eines eigentlich sehr einfachen Pop-Songs gezogen: Vielfältig im Aufbau, durchwegs rhythmischer Takt, clever arrangiert und eine Leichtigkeit, die so erfrischend und unschuldig wirkt, dass man sich unweigerlich in diese Perle verlieben muss. Und dann erst diese trippelnden Stöckelschuh-Schrittchen, die einem im Rhythmus durch den ganzen Song hindurch begleiten.....! Einfach genial und alles so natürlich.

Vor genau zehn Jahren feierte Estland seinen bisher einzigen Sieg, mit einem Lied, an das sich niemand mehr erinnern kann und mag - ausser dass es neben Dima Bilan's "Believing" zu den schlechtesten Siegersongs der vergangenen Dekade gehört. Diese luxuriöse Scharte heisst es jetzt auszulöschen.

Für mich ist "Rockefeller Street" der unbestritten beste Beitrag 2011. By a mile! Wenn ich bedenke, wie gut mir selbst meine Nr. 2 (Blue's "I can") und Nr. 3 (Lena's "TBAS") gefallen, darf ich ruhig für mich sagen, dass 2011 ein eigentlich recht guter ESC-Jahrgang ist, denn hinter den Dreien folgen noch ein paar weitere starke Tracks. Details zu diesen Songs verbunden mit Windmaschinchens kompletter Punkte-Vergabe für die Saison 2011 folgen in Kürze!

Getter Jaani - "Rockefeller Street"


Samstag, 26. März 2011

Windmachine-Awards 2011: "Bester Song" - Heute: Platz 2


Bester Song 2011

Platz 2
(Silberne Windmaschine)


Grossbritannien

Artist: Blue
Titel: "I can"


Windmaschinchens Gedanken zu Blue und "I can" findest du hier.

Viele Deutsche sagten sich letztes Jahr nach Lena's Sieg: "Dass ich so was noch erleben durfte!". Ähnlich verhält es sich bei Windmaschinchen mit Grossbritannien - nur auf einer tieferen Ebene! Denn für meinen Geschmack ist Blue's "I can" der erste wirklich gute oder zumindest der erste extrem hörenswerte Song der Insulaner seit Katrina & The Waves' "Love shine a light" 1997. So was erleben zu dürfen, war für Windmaschinchen kaum mehr vorzustellen!

Dazwischen lagen nämlich spektakuläre Abstürze und grandiose Debakel sowie flächendeckendes Scheitern - alles im Einklang mit der eurovisionären Selbstherrlichkeit eines Königreichs, das alle und alles für ihre Niederlagen verantwortlich machte, nur nicht sich selbst. Hmmhhh, hört sich fast so an wie die Schweiz, wenn ich so darüber nachdenke.....!

Nun steigt also Blue, die leicht angealterte Boyband, für die britische Krone ins Rennen. Und dies mit einem mitreissenden, hymnischen Song, der alles von der Bühne fegt, was sich ihm in den Weg stellt. Ein Beitrag mit extrem hohem Wiedererkennungswert, der, guter Gesang vorausgesetzt, um den Sieg kämpfen dürfte und sollte!
Dies als Neugeburt Grossbritanniens am ESC zu titulieren - Erfolg in Düsseldorf vorausgesetzt - , wäre aber vollkommen neben den Schuhen. Denn über den Status eines Strohfeuers kommt dies nicht hinaus, sollte die BBC weiterhin in dieser von Zufall regierter Art weitermachen wie in der letzten Dekade!

Wäre ja irgendwie noch interessant zu sehen, wie Grossbritannien es schaffen würde, zwei Monate vor den Olympischen Sommerspielen 2012 noch "schnell" den ESC durchzuführen! Das alleine wäre schon ein guter Grund, für "I can" zu voten. Aber der Song alleine ist ja schon jede SMS wert und von den "boys turned to men" ganz zu schweigen!!!

Blue - "I can"




Freitag, 25. März 2011

Windmachine-Awards 2011: "Bester Song" - Heute: Platz 3


Bester Song 2011

Platz 3
(Bronzene Windmaschine)


Deutschland
Artist: Lena
Titel: "Taken by a stranger"

Windmaschinchens Gedanken zu Lena's "Taken by a stranger" findest du hier.

Müsste ich irgendeinem Song das Adjektiv "avantgardistisch" zuordnen, käme dafür bloss ein Beitrag infrage: "Taken by a stranger"! "Minimalistisch" wäre wohl eine weitere passende Bezeichnung; selbst "New Age" wäre nicht abwegig. Am besten charakterisiert aber wohl das Wort "geheimnisvoll" den ganzen Umfang dieses Songs. "TBAS" macht vom ersten Ton an auf sich aufmerksam; man wird neugierig. Selbst wem das Lied nicht gefällt, hält einen kurzen Moment inne.
Diese Aufmerksamkeit ist meines Erachtens die grosse Stärke von "TBAS". Hinzu kommt Lena, die für diesen Song wie geschaffen ist. Man kann Lena mögen, sehr mögen sogar, wenn es einem gelingt, die ganze Maschinerie, die Lena unter hermetischem Verschluss hält, auszublenden. Ich bin froh, dass mir dies (noch) gelingt, denn Lena hat meines Erachtens nichts von ihrer erfrischenden Art und Weise verloren. Sie hat sich lediglich weiterentwickelt.

Wie weit wird es "TBAS" schaffen im Finale? Natürlich habe ich keinen blassen Schimmer! Eigentlich müsste dieser Titel gewinnen, ginge es um zeitgenössische/moderne Musik. Ebenfalls, wenn es um das Zusammenspiel Song/Artist ginge. Gerade in diesem Song kommen Lenas oft bemängelte Gesangsfähigkeiten voll zum Zug!

Fragen bleiben aber: Ist der Song zu modern für Europa? Fehlt ihm die unmittelbare Zugänglichkeit, die "Satellite" so ausgezeichnet hat?

Es bleibt auch abzuwarten, welche Rolle die im deutschsprachigen Raum heftigst debattierte Frage nach der "Titel-Verteidigung" für Rest-Europa spielt - wenn überhaupt. Die meisten Zuschauer werden davon erst am Final-Abend Kenntnis nehmen! Spielt Stefan Raabs Rolle als (Co-)Moderator eine Rolle?
Ist "TBAS" ebenfalls DER Renner, der "Satellite" ja war, um Lena-müde Voter und "Not-Germany-Again"-Kampagnen schadlos zu überstehen? Den grössten und einzigen negativen "Lena-Reflex" habe ich bis anhin lediglich in .... Deutschland festgestellt, was somit keinen Einfluss haben wird aufs endgültige Resultat. Die 12 Punkte aus der Schweiz sollten auch dieses Jahr an "lovely Lena" gehen, wenn sich unsere Gäste aus dem "grossen Kanton" zusammenraufen können. Ziel ist ja, so viele Punkte wie nur möglich zu ergattern. In diesem Zusammenhang bleibt also noch die Frage übrig, ob Woody Allen's Ganzkörper-Kondome nicht eher die Punkte verscheuchen, denn anlocken....!

Lena - "Taken by a stranger"




Donnerstag, 24. März 2011

Windmachine-Awards 2011 - Kategorie "Beste NICHT-qualifizierte Songs"


It's Award-Time again! 
Windmaschinchen vergibt seine Awards für die Saison 2011!

Heute:
"Beste NICHT-qualifizierte Songs 2011"


Platz 3: Bronzener Haartrockner
Loreen (Schweden)
"My Heart Is Refusing Me"

Ob sie es wohl weiter gebracht hätte, wäre sie nicht in dieser Bergsteiger-Kluft aufgetreten? Eher scheiterte sie aber am stereotypen Melodifestivalen-Publikum, das für solch kontemporäre Musik auch dieses Jahr nichts übrig hatte.
Erstaunlicherweise gab es in dieser Saison wenige Länder, bei denen Windmaschinchen einen andern Beitrag als den schlussendlich siegreichen Song gewählt hätte. Schweden ist eines davon. Wir wissen es alle: es kam anders! Und Schweden entschied sich für "style before substance".

Loreen - "My heart is refusing me"


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Platz 2: Silberner Haartrockner
Yohanna (Island)
"Nótt"

Wieso es gerade dieser überlaufende Honig-Topf auf Platz zwei schaffte, ist mir auch nicht so richtig klar....! Obwohl "Nótt" nicht an "Is it true?" herankommt und Yohanna sich in den finalen Sekunden der Vorentscheidung auch nicht gerade von der "lady-liken" Seite zeigte, schafft die Dame es locker, mich um den Finger zu wickeln. Diese glasklare Stimme dieses Ausnahmetalents ist tief beeindruckend. Es wäre also langsam an der Zeit, sich Autoren und Komponisten des musikalischen Diesseits zu suchen und Yohanna müsste sich nie mehr durch die Mühlen einer ESC-Vorentscheidung kämpfen.

Yohanna - "Nótt"


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Platz 1: Goldener Haartrockner
When They Wake (Schweiz)
"Until the end"

Zugegeben: ich habe diesen Hammer-Song nie live gehört und kann die Möglichkeiten daher nicht abschätzen, wie weit es diese vielversprechende Schweizer Gruppe am ESC gebracht hätte, wäre sie für die Schweiz angetreten. "When They Wake" (und ein paar andere Acts/Gruppen) setzten für mich als einfachen Musikhörer ein Zeichen, dass in der Schweiz gute und moderne Musik gemacht wird, auch wenn man sie nicht im Mainstream-Radio zu hören kriegt. Und dass dieses Zeichen ausgerechnet an einer nationalen EUROVISIONS-Vorentscheidung (!!!) gesetzt wurde, entbehrt nicht einer gewissen Tragik und ist an Zynismus kaum noch zu überbieten.

When They Wake - "Until the end"

Samstag, 19. März 2011

Grossbritannien 2011: Blue - "I Can"

Grossbritannien
Artist : Blue
Titel: "I Can"
Final: Startplatz 14


Also das mit dem ausgestreckten Arm und der geballten Faust würde ich mir vielleicht noch einmal überlegen, liebe Blue. In Deutschland .... zu Düsseldorf.....!? Mein lieber Schwan, wenn da nur keinem die Hand ausrutscht!
Erlaubt euch also ja keine solchen Streiche, Jungs!! Aber da übertreibe ich wohl ein bisschen, und überhaupt, das wäre ja in etwa so blöd, wie wenn irgendein bescheuerter Typ, öffentlich einen Geldautomaten anpinkeln würde, während er Geld bezieht und gleichzeitig auch noch am Handy hängt. Nein, diese Jungs sind Profis durch und durch!

Und sie waren vor allem eine sehr erfolgreiche Boyband während der ersten Hälfte der Nuller-Jahre. Wie so üblich, wenn sich der Erfolg einstellt, will man einfach mehr davon, ihn aber nicht mehr teilen. So kam es um 2005 zu einer "Pause", die die vier Boliden für Solo-Projekte nutzten. Der Erfolg aller Beteiligten war "underwhelming". Als dann von Glanz und Gloria und vielleicht auch von all dem vielen Geld nichts mehr übrig war, entschied man sich 2009, wieder ein gemeinsames Bankkonto zu bewirtschaften. Auf fünf Jahre Gelage folgten also fünf Jahre der Plage. Das soll sich nun wieder ändern.

Auf der andern Seite haben wir die gute alte BBC. Sie war ungleich konstanter als Blue und kann auf fast zehn horrende ESC-Jahre zurückschauen. Zuverlässig wie eh und je. Nach zwei, drei Jahren des neuen Jahrtausends gingen dem Insel-Volk dann langsam die Kriege aus, um ihre beeindruckende ESC-Misery weiterhin den Kontinental-Europäern anzuhängen.  Nur  die zwei Unfälle 2002 sowie 2009 liessen die britischen Verschwörungs -Theoretiker nach Luft schnappen, als das plötzlich zur quantité négligeable degradierte Grossbritannien ausnahmsweise wieder einmal auf der linken Seite der Punkte-Tafel auftauchte. Und gerade als sie dachten, ihr ESC-Malaise könnte nicht grösser werden, gewann ausgerechnet ihr Erz- und Lieblingsfeind: Deutschland! Was war das für ein Donnerschlag, der die Briten erschaudern liess. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel bemerkten sie, dass sich praktisch ganz Europa "out of the blue" Deutschland zugewandt hat. Mit einer schnöden Sängerin, mit einem fiktiven englischen Akzent, den sie in Oslo mit Inbrunst zu hassen pflegten. Es ist in der Tat nicht einfach, auf einer Insel zu leben!

Tja, so kam es dann irgendwie und irgendwann, dass sich mögliche Verzweiflung (Blue) und schiere Trostlosigkeit (BBC) zusammenfanden. Und man weiss nur zu gut, was dabei herauskommen kann: Überraschendes!

Und das haben wir hier mit Sicherheit, denn mit "I can" bringt die Boyband Blue einen, wie wir hier in der Schweiz sagen, sackstarken Song in den Wettbewerb. Wie der abgelutschte Spruch des "Phönix' aus der Asche" bringt die unterdessen zur Manband herangewachsene Truppe das Selbstverständnis britischer ESC-Erfolglosigkeit ins Wanken!
Blue's "I can" bringt selbst Windmaschinchens Musikverständnis heftigst ins Trudeln, konnte es der Retorten-Musik jeglicher Boybands und Boygroups noch nie etwas abgewinnen - Kunstprodukte in Reinkultur, die mich nie anzusprechen vermochten.
Und jetzt das! Was für ein Fiasko für Windmaschinchen! Der Song ist geil einfach geil, von A - Z. Keinen blassen Schimmer, warum mich dieser Song so umhaut! Der Rhythmus? Das Stampfende? Das mitreissende Tempo? Dass es den unzähligen (!!) Komponisten (Ciaron Bell, Ben Collier, Ian Hope, Duncan James, Liam Keenan, Lee Ryan, StarSign) gelungen ist, den 90's-Sound zu aktualisieren? Keinen blassen Schimmer!
Oder liegt es ganz einfach daran, dass die Jungs endlich aussehen wie Männer? Genau! Das muss es sein! Genau das! Denn die sehen allesamt so aus, wie "I can" tönt: geil!
It's time for revenge!

Blue - "I Can"



Donnerstag, 17. März 2011

Aserbaidschan 2011: Eldar and Nigar - "Running Scared"

Aserbaidschan
Artist: Eldar and Nigar
Titel: "Running Scared"

1. Halbfinal
Startplatz: 18

UPDATE (26.3.11) Heiliges Chaos..... Das Namen-Karussell dreht sich munter weiter in Aserbaidschan, aber die Chancen stehen nicht schlecht, dass es nun bei dieser Version bleiben wird- bei Eldar and Nigar. Somit erhalten die beiden ihre eigenen Namen wieder zurück.
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"Running scared" - wie passend doch der Nachfolge-Titel von "Drip drop"!
Nach Safura's Catwalk-Sprint über die halbe Osloer Bühne während ihres Songs, dessen Titel auf eine Selbsthilfegruppe für Inkontinenz schliessen liess, fragte sich Windmaschinchen schnell, von wo denn die Inspiration des Autorenteams zu "Running scared" gekommen haben mag, das in fast identischer Zusammensetzung schon für "Drip drop" (Aserbaidschan 2010) zuständig war!

Gesungen wird "Running scared" von Ell/Nikki resp. Ell & Nikki resp. Ell and Nikki - alias Eldar Gasimov (er) und Nigar Jamal (sie). Man scheint sich da noch nicht so ganz geeinigt zu haben. Aber es passt zum nicht passenden Bild der beiden: in der Optik und - vor allem - im Gesang!

In einer Vorausscheidung, die vor epochal langer Zeit mal begann, ging es lediglich darum, Aserbaidschans Sänger resp. Sängerin zu eruieren. Als man dann dort ankam, wurde ukrainierend (sprich: aus heiterem Himmel) entschieden, nicht eine sondern gleich zwei Personen nach Düsseldorf zu schicken. Der Song zum Duo wurde aber erst viel später bekanntgegeben und zwar erst ganz kurz vor Anmeldeschluss. "Running scared" schien also auch terminbedingt Programm gewesen zu sein.

Aserbaidschan wird jetzt natürlich im Interesse der Nation alles daran setzen, die zwei gesanglich auf Vorderleute zu bringen. Das heisst vor allem sie, die Nikki, die etwa 849 Gesangsstunden hinter Ell liegt. Ob ihm im Gegenzug dafür eine Anabole Oberweite spendiert wird, sehen wir spätestens im Mai! Zweifel am erfolgreichen Gesangsdrill gibt es keine, da würde wohl selbst eine Spitzmaus zum Tenor ausgebildet werden können, wenn es denn im Interesse der Nation nötig sein sollte.

"Running scared" ist alles andere als der grosse Wurf. Jenseits davon.

Sobald dieser Titel am 10. Mai 2011 aus Startplatz 18 ins Rennen gehen wird, werden sich viele Zuschauer Europas erstaunt fragen, wer denn jetzt "verdammt nochmal" das Radio eingeschaltet habe! Der Song passt perfekt ins nachmittägliche Mainstream-Programm jeder Radio-Station: Büro-taugliche Berieselung, die die öde Arbeit vergessen macht, Küchen-fähiger Sound, der verkochte Pasta schmecken lässt, geeignet für knitterfreies Bügeln. Der Song dient als tröstende Kulisse grauen Alltags. Gesichtslos, ablenkungssicher und gnadenlos systematisch. Mit anderen Worten: "Running scared" ist ein brandgefährlicher Titel, der mehr Punkte holen wird, als dem einen oder anderen lieb sein wird.

Das schwedische Autoren-Team (Stefan Örn, Sandra Bjurman and Iain Farquharsondur) weiss, was es macht und kennt das Business wohl sehr gut. Den Song an Aserbaidschan zu verkaufen, war aber wohl die beste Idee. Oder zumindest die lukrativste!

Aserbaidschan 2011: ein ganz heisser Kandidat, der aber nur so stark sein wird wie sein schwächstes Glied - und das ist der Gesang. Denn sonst drohen safurische Déjà-vu's! Und das will sich eine Nation wie Aserbaidschan nicht noch einmal leisten. Denn dort begnügt man sich nicht mehr damit, vor Erzfeind Armenien platziert zu sein; hier zählt nur noch der Sieg. Koste es, was es wolle!

Ell/Nikki - "Running Scared"


Dienstag, 15. März 2011

Anna Rossinelli mit Startnummer 8

Heute Nachmittag wurde die Startreihenfolge bekanntgegeben und die Schweiz, die mit Anna Rossinelli vertreten ist, geht im 1. Halbfinale als Achte ins Rennen. Vor ihr startet Russland - hinter ihr folgt Georgien.

Hier die Startreihenfolge:
1. Halbfinal (10. Mai 2011)
1. Polen*
2. Norwegen
3. Albanien
4. Armenien
5. Türkei
6. Serbien
7. Russland
8. Schweiz
9. Georgien
10. Finnland
11. Malta
12. San Marino
13. Kroatien
14. Island
15. Ungarn
16. Portugal
17. Litauen
18. Aserbaidschan
19. Griechenland*
Die mit einem * markierten Länder durften ihren Startplatz aussuchen (Wildcard)
Werbepause jeweils nach dem 5. sowie 14. Beitrag

2. Halbfinal (12. Mai 2011)
1. Bosnien & Herzegowina
2. Österreich
3. Holland
4. Belgien
5. Slowakei*
6. Ukraine
7. Moldawien
8. Schweden
9. Zypern
10. Bulgarien
11. Mazedonien
12. Israel
13. Slowenien
14. Rumänien
15. Estland
16. Weissrussland
17. Lettland*
18. Dänemark
19. Irland
Die mit einem * markierten Länder durften ihren Startplatz aussuchen (Wildcard)
Werbepause jeweils nach dem 5. sowie 14. Beitrag


Final-Startplätze der gesetzten BIG5 (14. Mai 2011):
11. Frankreich
12. Italien
14. Grossbritannien
16. Deutschland
22. Spanien*

Spanien zog die Wildcard der BIG5 und durfte somit seinen Startplatz aussuchen.
Werbepause nach dem 12. Beitrag

Kurze Bemerkungen zur Auslosung:
1. Halbfinal
Polen ist wohl in Panik geraten, nachdem ihr Song "First class ticket to heaven" von den Fans so gut aufgenommen wurde (zumindest den bisher auf Polnisch gesungene Song "Jestem") und "nutzte" seine Wildcard, um aus Platz eins alle Nachteile voll ausschöpfen zu können.
Norwegen mit ihrem "Haba haba" werden die von Polen bereits angeheizte Stimmung gleich noch um einiges in die Höhe treiben, womit ein ESC-Start-Furioso garantiert ist.

Mit Startplatz 8 darf die Schweiz zufrieden sein. Nach der russischen Belanglosigkeit, die sich natürlich trotzdem fürs Finale qualifizieren wird, wird Anna Rossinelli mit ihrem intimen "In love for a while" für wohltuende, aber auch unaufgeregte Abwechslung sorgen. Mehr beunruhigt mich aber, dass mit Georgien und ihrem "One more day" ein Beitrag folgt, der die ganze Atmosphäre "in Schutt und Asche" legen wird.

Griechenland tat gut daran, seine Wildcard für den Schlussbeitrag (19.) einzutauschen, was die Chancen für einen Final-Platz um einiges erhöht - falls man trotz mässigem Song überhaupt je irgendwelche Zweifel daran gehabt haben sollte.

2. Halbfinal
Der 2. Halbfinal wird mit dem wunderschönen Klasse-Song aus Bosnien & Herzegowina eröffnet, bevor Österreich die erste Schmalz-Spur auf der Bühne hinterlassen wird. Die Sache dümpelt dann vor sich hin, bevor Schweden als achtes Land ins Rennen geschickt wird.
Estland aus Position 15 sollte diesen Halbfinal trotz vorgängiger Werbepause überleben und locker ins Finale einziehen. Lettland mit Startnummer 17 und vor allem Irland mit der perfekten Startnummer 19 könnten nicht glücklicher sein mit der Auslosung.

Final-Positionen der BIG5
Frankreich und Italien folgen als 11. und 12. aufeinander, was weder als gut noch als schlecht bezeichnet werden kann. Dito Grossbritannien aus Position 14. Als 16. geht dann Lena für Deutschland an den Start. Hätte viel schlimmer kommen können, aber auch ein bisschen besser. Aber ich denke mal, dass Raab & Co. zufrieden sind mit der Auslosung. Das einzige, was Spanien nach oben bringt, ist dieser taktisch hervorragende 22. Startplatz, denn der Song hat diese Fähigkeit nämlich nicht. Der zeigt steil nach unten.

Russland 2011: Alexey Vorobyov - "Get You"

Russland
Artist: Alexey Vorobyov
Titel: "Get You"

1. Halbfinal
Startplatz: 7

Russland verzichtete dieses Jahr auf einen öffentlichen Vorentscheid. Vermutlich merkten die Russen, dass das Chaos, das die Ukraine dieses Jahr (wieder) veranstaltete, nicht zu toppen war und gingen den Weg der internen Wahl. Gewählt wurde Alexey Vorobyov, der offenbar als Alex Sparrow in Düsseldorf auftreten soll.

So singt nun also Alexey Vorobyov, eine optische Mischung aus Jürgen Marcus und einem jungen, rauch- und knitterfreien Rudi Carrell, die RedOne-Nummer "Get you". Zwei Tage russische Öl-Förderung gingen wohl drauf, um den Lady GaGa-Produzenten bezahlen zu können. Ob die Russen damit einen wirklichen RedOne-Song eingekauft haben oder lediglich das Recht auf die Schlagzeile, ist mir nicht bekannt. Hätte RedOne der Lady GaGa diesen Song vorgeschlagen, hätte diese wohl gefragt: "Bist du "mein Nachname, oder was?".


Das Gefährliche an "Get you" ist nicht wirklich der sich nirgendwohin bewegende und repetitive Song selber, sondern dass Russland schon einmal einen ähnlich grottigen Song hatte und diesen mit einem grossen (Produzenten-)Namen ausschmückte.....! Es war 2008 in Belgrad, als man Timbaland mit Dima Bilan's "Believing" in Verbindung brachte. Eine fatale Kombination, denn Europa liess sich blenden und Russland gewann das Ding und die ESC-Welt hatte ihren schlimmsten Gewinner-Song seit vielen, vielen Jahren.

Immerhin schafft es Alexey Vorobyov aus dem Stand zuoberst auf meine "Speise-Rückgabe-Liste" 2011 und tritt dort wahrscheinlich die Nachfolge von Bulgariens Miro an, der mich 2010 in dieser Sparte so zu überzeugen wusste!

Mich holt "Get you" nicht ab, aber er wird verdammt viele Punkte holen, zumal die Russen wohl eine Raumschiff-Bemannung als Back-Ground-Chor einsetzen werden, die darüber hinwegtäuschen soll, wie abartig dieser Beitrag ist.

Alexey Vorobyov - "Get You"

 

Kroatien 2011: Daria Kinzer - "Celebrate"

Kroatien
Atists: Daria Kinzer 
Titel: "Celebrate"

1. Halbfinal
Startplatz: 13

Wikipedia (engl.)

Gut, ich gebs zu! Ein Song mit DIESEM Titel verursacht in mir natürlich Grauenhaftes, denn als Schweizer gibt es zwar einiges, an das man nicht gerne erinnert werden möchte, aber nicht vieles kommt an diesen eurovisionären Tiefpunkt des schweizerischen Schrottschaffens heran! Ich will den Namen nicht einmal der Tastatur zumuten!

Ob das der einzige Grund ist, dass mir auch dieses "Celebrate" nicht gefällt, lässt sich nicht näher eruieren. Hinzu kommt vielleicht auch noch die Tatsache, dass irgendjemand irgendwann die irre Idee hatte, dass das ursprünglich "Lahor" getaufte Lied in "Break a leg" umgewandelt werden soll, als es darum ging, den kroatischen Titel ins Englische zu übersetzen.

Wie auch immer. Dora 2011 (so nennt sich die traditionelle kroatische Vorausscheidung) wurde grosso modo nach dem Vorbild des letztjährigen deutschen Vorentscheids, "Unser Star für Oslo", durchgeführt. In mehreren Vorausscheidungsrunden wurden die Teilnehmer reduziert, bis noch deren zwei übrig blieben. Diese mussten dann im Finale drei zuvor ausgewählte Songs präsentieren. Die zwei Finalisten wirkten blass und die Songs, die sie singen mussten, wären froh, würden sie bloss als blass bezeichnet.
Zum Schluss gewann sie, Daria Kinzer, mit dem Song "Lahor", der erst in den Wochen danach via "Break a leg" zu "Celebrate" mutierte. Was sich während dieser Transformation nicht geändert hat, ist die Belanglosigkeit, die sich penetrant repetitiv durch den ganzen Song hindurchzieht. Der ganze Song wirkt lieblos erstellt, um nicht zu sagen hingekleckert.

Dora 2011 soll dafür hinhalten, was passieren kann, wenn man nicht so einen Glückstreffer findet, wie ihn Deutschland mit seinem "Unser Star für Oslo" gefunden hat. Das Bereitstellen irgendwelcher Songs für irgendwelche Interpreten geht praktisch nie auf. Deutschland und Lena sind hier wirklich die Ausnahme dieser Regel. "Celebrate" kommt bei mir als gemacht, erstellt und bestellt daher. Lieblos, leblos und freudlos!

Dass Kroatien im Vergleich mit Bosnien & Herzegowina und Serbien am ESC so viel schlechter abschneidet, hat nichts damit zu tun, dass in Kroatien weniger Potenzial vorhanden wäre. Aber in Bosnien & Herzegowina sowie in Serbien werden einfach erfolgreichere Entscheide getroffen im Vorfeld. Gibt es einen Christer Björkman Kroatiens?

Auf jeden Fall ist es einfach schade für ein Land wie Kroatien, das sich Jahr für Jahr so intensiv um den ESC kümmert, um gleich wieder auf breiter Front zu versagen. Die eigenen Ansprüche sind nämlich um einiges höher, als das, was dann schlussendlich als Resultat zurückkommt.

Daria Kinzer - "Celebrate"


San Marino: Senit - "Stand By"

San Marino
Artist: Senit
Titel: "Stand By"

1. Halbinal
Starplatz: 12


Kennt ihr Mack's? Das sind Ohr-Stöpsel! Aus Silikon. Gibts in den USA für etwa 4$ die Packung zu 12 Stück! Die sind genial. Die lassen praktisch nichts durch! Und ich werde sie mitnehmen nach Düsseldorf und im ersten Halbfinale für genau drei Minuten gebrauchen!

Senit - "Stand by"


Montag, 14. März 2011

Ungarn 2011: Kati Wolf - "What About My Dreams"

Ungarn
Artist: Kati Wolf
Titel: "What About My Dreams"

1. Halbfinal
Startplatz: 15

Der Mann scheint lernfähig zu sein. Die Rede ist von Viktor Rakonczai, dem Komponisten von "What about my dreams". Dieser zeichnete sich nämlich schon verantwortlich für V.I.P. mit "Miért kell, hogy elmenj?" (Ungarn 1997) sowie Csézy mit "Candlelight" (Ungarn  2008) - beides vergessbare Titel.
Nun versucht er es wieder und bringt uns einen rassigen wenn auch etwas angealterten Popsong. Das wäre der Song gewesen, den Celine Dion gebraucht hätte, um vor ein paar Jahren ihre Karriere am Leben zu erhalten, bevor sie sich ihre Pension in Las Vegas auszahlen liess.
Die Antrittsgage für Kati Wolf beläuft sich zurzeit wohl noch im bezahlbaren Bereich, aber wenn sie sich in Düsseldorf ebenso stimmsicher gibt, wie in den verfügbaren Videos, könnte sich das Ganze für die 36-Jährige durchaus auszahlen.

 Kati Wolf - "What About My Dreams"


Weissrussland 2011: Anastasiya Vinnikova - "I Love Belarus"

Weissrussland
Artist: Anastasiya Vinnikova
Titel: "I Love Belarus"

2. Halbfinal
Startplatz: 16


Man stelle sich vor, alle Vorausscheidungen würden so reibungslos über die Bühne gehen wie etwa jene in Schweden oder Finnland! Da ginge ja glatt der ganze Unterhaltungswert der Vorsaison verloren! Schon die Ukraine hat uns diesbezüglich einmal mehr verwöhnt diese Saison. Ginge es hierbei ums Fliegen, hätte die Ukraine mindestens Platin-Member-Status erreicht!

Weissrussland ist auch auf dem Weg dorthin und blieb sich auch 2011 treu! Hier die minimalistischst-mögliche Kurzform der Ereignisse: Weissrussland wählte Song, dessen Text politisch unkorrekt war, den man zu korrigieren versuchte, was nicht mehr nötig war, da Song zu früh veröffentlicht wurde und jetzt durch neuen ersetzt wurde.

Und was will uns dies alles sagen? Fange nie zu früh an, über diese "unterhaltsamen" Länder zu bloggen..... Es sei denn, du hast Zeit! Ich lass die weissrussische ESC-Vergangenheit ruhen, denn dafür hat Windmaschinchen zurzeit wirklich keine Zeit!

Nun, rechtzeitig zum Delegierten-Treffen, das diese Woche in Düsseldorf stattfinden wird und identisch ist mit dem Einsendeschluss für die Teilnehmer-Songs, beglückte uns die weissrussische Propaganda-Maschinerie mit dem wohl letzten Akt ihrer eurovisionären Verwirrtheit.

Hätten wir in der Schweiz kantonale ESC-Abstimmungen kämen ohne Wenn und Aber je 12 Punkte aus den beiden Kantonen Appenzell, wo das Hackbrett, das in "I love Belarus" so prominent vertreten ist, eine wichtige Rolle spielt in der traditionellen Volksmusik. Wieso nicht gleich den ganzen Song den Weissrussen abkaufen und als kantonale Hymne für die wunderschöne Region verwenden? Einfach das Wort Belarus mit Appenzell ersetzen - et voilà!

I love Appenzell, got it deep inside
I love Appenzell, feel it in my mind
And I wanna see the sun shining from above
You will always be the one, I can't get enough

Mensch, das würde ja sogar von den Worten her passen...., denn, wer das Appenzell noch nicht gesehen hat, hat die Welt noch nicht gesehen! Dies nur so am Rande erwähnt!

Zurück zu Weissrussland, bei dem ich mich immer noch frage, wie das Wort "Weiss" hier reingerutscht ist! Und langsam gehen mir die Ideen aus, um von diesem eigentlich üblen Beitrag abzulenken. Leider hab ich ihn mir unterdessen schon so oft angehört, dass er mir bereits als "schöngehört" durchgerutsch ist und das ist das Schlimme am Ganzen.

Anastasiya Vinnikova - "I Love Belarus"



Schweden 2011: Eric Saade - "Popular"

Schweden
Artist: Eric Saade
Titel: "Popular"

2. Halbfinal
Startplatz: 8

Wikipedia (engl.)

Alles lief nach Plan! Das Wetter in Stockholm zeigte sich von seiner schönsten Seite. Ein stahlblauer Himmel hiess seine Besucher - unter ihnen auch Windmaschinchen - willkommen. Die Schweden, freundlich wie immer, zeigten sich erfreut und auch überrascht über den Melodifestivalen-Besuch aus dem Ausland. Die unvermeidliche Frage nach dem möglichen Sieger blieb natürlich nicht aus und Windmaschinchen gab sich die allergrösste Mühe, dem Gastgeber gegenüber nicht unhöflich zu sein..... und beantwortete die Frage nur einmal mit "Loreen"!

Kurz vor acht Uhr drängten sich dann die Zuschauer ins rote Rund des Globen. All dressed to the nines. Wenn sich die Schweden schon fürs Melodifestivalen so herausputzen, wie erscheinen die dann erst zu einem Hochzeit?

Wie populär (im wahrsten Sinne des Wortes) das Melodifestivalen in Schweden immer noch ist, zeigte sich auch daran, wie viele (Klein-)Kinder anzutreffen waren. Das Melodifestivalen ist in erster Linie ein Familien-Event und diese Ziel-Gruppe wird dann dann auch von den Verantwortlichen (sprich Christer Björkman und SVT) entsprechend bedient. Hörte man sich um, war schnell einmal klar, wer bei den Kleinen "Popular" war!

Und dann begann das imposante Schlagerfest und ... alles lief nach Plan! Wie von den meisten erwartet, von vielen erhofft und von ein paar wenigen befürchtet, lief alles auf Danny Saucedo's "In the club" und Eric Saade's "Popular" hinaus. Hier der stimmstarke, aber kühl und distanziert wirkende Danny mit seinem knackigen "In the club" und dort der Showboy und "everybody's darling" Eric mit seiner glasbrechenden "Popular"-Show.

Was wird wohl von "Popular", welches von Fredrik Kempe hergestellt wurde, in ein paar Jahren übrig bleiben? Der Song oder die Show? Das konfektionierte "Popular", dessen Drum-Einlage zu Beginn stark an Boney M's Intro zu "Nightflight to Venus" erinnert (nach 37 Sekunden), hinterlässt bei mir einen gesichtslosen Eindruck. Der Star ist die Show, nicht der Song. Drei Minuten Plastik-Pop-Autobahn. Musikalisch nichts Überraschendes, gesanglich durchschnittlicher Alltag - auf Sicherheit bedacht. Man wartet in erster Linie auf den grossen Scheiben-Knall und das wars dann mal.

Sicher, "Popular" ist gefällig auf seine Art und vermag die (zurzeit schwedischen) Massen zu begeistern. Es wird sehr spannend sein zu verfolgen, wie weit es "Popular" bringen wird. Besser wird skandinavischer Plastic-Pop à la "Popular" und "In the club" nicht. Fragt sich nur, wie populär dieser Sound in Europa noch ist. Die europäischen Verkaufszahlen, denen sich die Songs verständlicherweise verschrieben haben, werden es zeigen.

Fürs ESC-Finale reicht es "Popular" alleweil und mit jedem Punkt, den der Song dort erhält, wird Schwedens Schlager-General Christer Björkman besser schlafen lassen. Denn bei einem erneut schlechten Abschneiden Schwedens werden aber die Rufe, die nach einer Runderneuerung des Melodifestivalen schreien, lauter werden. Und eine solche Runderneuerung würde Christer Björkman beruflich nicht überleben. Ebenso wenig wie die lebhaften Verbindungen zu Seicht-Pop-Produzenten wie unter anderem Fredrik Kempe oder Thomas G:son. SVT (das schwedische Staatsfernsehen) und Christer Björkman wollen in erster Linie "Schlager-Schweden" bedienen und dies gelingt ihnen auch heute noch auf eine eindrückliche Art und Weise. Dies beweisen die phänomenalen Einschaltquoten deutlich. Wenn aber zwischen musikalischem Populismus und dem ESC zu grosse Erfolgsunterschiede auftauchen sollten, beginnt das Ganze zu wanken. Fakt ist auch, dass in Schweden andere und modernere Musik produziert wird und DIE wird beim Melodifestivalen nicht bedient. Eine Glaubensfrage also!

Zurück zum Finale. Dass internationale Jurys die nationalen ersetzten mag gut und recht sein. Solange aber alle (32) Beiträge der Vorrunden handgepickt werden, bleibt deren Einfluss betr. "Internationalität" natürlich beschränkt. Es bleibt auch die Frage, ob es unter diesen Vorzeichen für einen Artisten noch schlau ist, einen Beitrag auf Schwedisch vorzutragen. Zugegeben, Sara Varga war mein persönlicher Favorit unter den Finalisten und erreichte lediglich den 9. Platz, aber ich frage mich trotzdem, ob sich die verschiedenen Jurys bewusst waren, worum es im Song ging. Es war der einzige Beitrag im Angebot, dem es um Inhalt und nicht um Show ging und wurde gnadenlos abgestraft. "Spring för livet", was für ein - für mich wohltuender - Fremdkörper in diesem Eierkuchen!
Bei Linda Bengtzing's "E det fel på mej" spielte der Text keine Rolle. Das war Schlager, was Schlager hergibt! Ein für sie enttäuschender 7. Rang schaute heraus. Immerhin zeigte Linda Bengtzing Humor und verkündete augenzwinkernd, dass sie nächstes Jahr für Kroatien starten werde, nachdem sie von der dortigen Jury 12 Punkte erhielt, vom schwedischen Publikum aber auf den letzten Platz strafversetzt wurde.

Die Show wurde in beeindruckendem Tempo durchgeführt und die Stimmung in der Arena war top. Alles ging ruck zuck über die Bühne und die schwedischen Zuschauer verliessen zufrieden die Arena und die Kinder sangen lauter denn je "...la, la, la popular. .....la la la popular". Ein toller Abend ging zu Ende und bevor man sich versah, sass Windmaschinchen wieder im Flieger zurück ins Hier und Jetzt. Alles lief nach Plan.

Eric Saade - "Popular"


Donnerstag, 10. März 2011

Israel 2011: Dana International - "Ding Dong"

Israel
Artist: Dana International
Titel: "Ding Dong"

2. Halbfinal
Startplatz: 12


Glamouröse Aussichten!
Ob der Aufschrei im eigenen Land diesmal auch so gross sein wird wie damals, 1998, als Dana International mit "Diva" nicht nur überraschend für Israel ins Rennen geschickt wurde, sondern das ganze Ding auch noch gleich gewann?
Well - The Diva Is Back! Willkommen zurück Dana International!

Wir erinnern uns: Von "Holdrio!" bis "Mordio!" ging so in etwa jeder Aufschrei durch das Land! Sie, die Transsexuelle, war DIE Attraktion 1998 in Brimingham und verdrängte jeden und jede aus dem Rampenlicht - dies zum grossen Leidwesen von Imaani, deren "Where Are You?" als grosser Favorit galt und mit lediglich sechs Punkten Rückstand auf Platz zwei landete.
Nach Dana's Sieg war der ESC, der in den 1990er Jahren mehr oder minder vor sich hindümpelte, plötzlich in aller Munde und der Song "Diva" schaffte sogar den Sprung in die europäischen Hitparaden. Ein Jahr später in Jerusalem war sie dann erneut in aller Munde. Nicht etwa als Sängerin, sondern weil sie bei der Pokal-Übergabe an die Siegerin, Charlotte Nielsson, kurz "ins Trudeln" geriet!

Nun, der "Novelty"-Effekt ist weg, die Stimme ist weg (ach, was solls, die war schon 1998 .... speziell) und der Song, na ja ..... Hauptsache: Dana International ist wieder da und das alleine ist es schon wert, die Federboas auf Vordermann zu bringen...! Und sie sieht immer noch blendend aus, hat an Form gewonnen (womit natürlich nicht die Stimme gemeint ist!) und sie wird in Düsseldorf für "much needed" Glamour sorgen!

Dana International - "Ding dong"


Dienstag, 8. März 2011

Frankreich 2011: Amaury Vassili - "Sognu"

Frankreich
Artist: Amaury Vassili
Titel: "Sognu" ("Traum")

Final
Startplatz: 11

Wikipedia (dt.)
Wikipedia (fr.)

Bruno Berberes hat es nicht leicht! Der  "Monsieur Concours Eurovision de la Chanson" der französischen Delegation rackert sich Jahr für Jahr ab, seinem Land einen würdigen Repräsentant bieten zu können. Und Jahr für Jahr hat man resp. habe ich das Gefühl, dass er mit dem Kopf gegen eine unsichtbare Wand schlägt. Einzig 2009 schaffte er das, was man nie und nimmer für möglich gehalten hat: er brachte der ESC-Welt einen Welt-Star - in Form der formidablen Patricia Kaas. Und was kriegt der arme Kerl als Dank zurück?? Europa zeigt ihm mehr oder weniger die rote Karte und straft Frankreich mit einem schlussendlich enttäuschenden 8. Rang ab!
Er ist nicht zu beneiden, der Bruno Berberes! Zusammen mit dem Schweden Christer Björkman bildet er so etwas wie eine Lichtgestalt der hinter den Kulissen wirkenden Verantwortlichen.

Ähnlich wie in Deutschland scheint auch in Frankreich ein unausgesprochenes Gesetz der arrivierten Künstler vorzuherrschen, das besagt, dass man im eigenen Land genug gutes Geld verdienen kann und somit Europa nicht nötig hat. Dies im krassen Gegensatz zu Ländern aus dem Osten, wo Künstler Schlange stehen, um am grössten Musik-Spektakel der Welt teilzunehmen. Dort, im Osten, machen sich zwar langsam auch Zeichen breit, die andeuten, dass dessen Reservoir an ausgezeichneten Künstlern nicht unerschöpflich ist. Aber sie hätten sich - fast - alle den kleinen Finger abschneiden lassen, um einmal dabei zu sein.

Zurück zu Bruno Berberes. Er muss sich dann jeweils mit irgendeinem Künstler abfinden, der über den Status einer Notlösung nicht hinauskam. Er verteidigt diese "Notlösungen" dann jeweils sehr vehement, im Wissen, dass nur dies seinen Job am Leben hält. Ich bewundere seinen Durchhaltewillen, den er Mal für Mal an den Tag legt. Auf der andern Seite bedaure ich ihn und seine Bemühungen endlos, denn, im Gegensatz zu seinem, hatte Sisyphos ein geradezu behagliches Leben!

Und was passiert jetzt, gerade jetzt, wo ausgerechnet Deutschland mit einem modernen Pop-Song den ESC gewonnen hat? Die verantwortlichen Gallier präsentieren ihm einen wohl begabten und auch erfolgreichen und mit guter Ausstrahlung behafteten jungen Tenor, der die ESC-Welt mit einem Titel beglückt, auf den die Welt nicht wirklich gewartet hat und dessen Pfade schon seit Langem abgelatscht wurden: Pop goes Opera - kurz: Popera! Andrea Bocelli machte das Genre gross, melkte es bis zum letzten Ton aus und hinterliess nur ein paar Brosamen für Copycats wie "Die 3 Tenöre", "Die Jungen Tenöre", "The Ten Tenors" usw. Manchmal gings ja auch andersrum: Opera goes Pop. Und das war oftmals ebenso schlimm!

Die Verzweiflung in ESC-Frankreich scheint endlos zu sein. Seit Jahren kriegen wir nicht den Ton eines modernen Liedes (La Kaas ausgenommen natürlich!) in die Ohren gehauen. Und die Folgen kriegen nun wir zu spüren. OK, ich präzisiere: ich kriege es zu spüren, denn ich hab diese Pseudo-E-Musik, die auf ernst macht, obwohl sie sich mit Haut und Haaren dem schlimmsten Kommerz verschrieben hat, echt satt. Das Genre hat sich bei mir schon vor sehr, sehr langer Zeit totgelaufen. Ganz nach dem Motto: same same but different. Was vor weiss nicht wie lange als innovativer Einfall aussah, verkam in null Komma nichts zu einer unglaublichen Geldmachine.

Ausgerechnet am ESC muss jetzt dieser ausgelutschte Sound für ein Revival sorgen. Oder ist es lediglich ein letztes Aufbäumen? Heilige Null Punkte, ich hoffe, es ist Letzteres!

Der 1989 in Rouen geborene Amaury Vassili hat zwei sehr erfolgreiche CDs veröffentlich ("Canterò", "Vincerò"). Er bezeichnet sich als "der Welt jüngster Tenor". Der Verfasser des französischen Wikipedia-Artikels über Amaury Vassili scheint ihn nicht so zu mögen und outet sich zugleich als Tüpflischiisser ( zu Deutsch: Korintenkacker) und spricht dem Tenor glatt den Titel als "jüngsten professionellen Tenor" ab, da dieser "keine professionelle Musik-Ausbildung" gemacht habe.......! Wer sagt denn, die Schweizer seien kleinkariert???

Zurück zum Song und der hängt aufgeblasen für ein paar Sekunden in meinen Ohren herum, bevor er sich unbemerkt aus dem Staub macht. Offenbar soll mit "Sognu" ein Bolero-Feel aufkommen. Diese drei kaltlassenden Minuten mit dem "Bolero" zusammenzubringen grenzt an Fledderei. Da braucht es dann schon einiges mehr als nur ein paar "Bolero"-Takte! Nice try.

Der Song wird offenbar in korsicher Sprache gesungen. Schön, toll! Nicht, dass das irgendwelche Einflüsse auf den Sound hätte. Überhaupt nicht! Aber auf korsisch ist der Song. Überraschungen? Fehlanzeige. Bombastisch aufgezogene Schein-Gefühle, gebettet auf auf ernst gemachte Dramatik, mit einem abrupten Ende. Im Sport würde man von Doping sprechen.
Alles irgendwie gemacht und kreiert - auf dem Reissbrett, nach Strickmuster - you name it.

"Sognu" ist für mich eine grosse angekündigte Enttäuschung. Dieses für mich abgehalfterte Genre hat mir schon lange nichts mehr gebracht und ich wäre echt überrascht gewesen, wenn er das vor Jahren mal ein bisschen aufgekommene Flämmchen wieder zum Brennen gebracht hätte.

Immerhin darf Bruno Berberes erhobenen Hauptes seinen Sprössling präsentieren, denn in Frankreich ist er nahezu ein Superstar und in einigen wenigen Ländern gar ein kleiner Weltstar. Sollte Frankreich wider (eigener) Erwartungen nicht reüssieren, würde diese Nachricht in Frankreich bereits Schnee von gestern sein, wenn Bruno Berberes 12 Stunden nach dem Finale wieder auf französischem Boden eintreffen wird, denn der ESC ist in Frankreich schlicht kein Thema mehr. Für Bruno Berberes heisst es dann bereits wieder ab ins Hamsterrad. Ich bewundere ihn, echt und ehrlich!

Amaury Vassili - "Sognu"