Dienstag, 30. November 2010

The Colors with Ilira - "Home"

Windmaschinchen macht sich Gedanken über die zwölf Finalisten, welche am 11. Dezember 2010 in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen das Finale der "Grossen Entscheidungs-Show" bestreiten werden.

Bisher erschienen:
Andrina - "Drop of Drizzle"
Anna Rossinelli - "In love for a while"
Bernarda Brunovic - "Confidence"
CH - "Gib nid uf"
Polly Duster - "Up to you"
Sarah Burgess - "Just me"
The Glue - "Come what may"
Dominique Borriello - "Il ritmo dentro di noi"
Duke - "Waiting for ya"

10/12
The Colors with Ilira - "Home"
Startplatz: 10

Sich Informationen über die einzelnen Acts zu verschaffen, gelingt einem unterschiedlich gut. Im Falle von Ilira war/ist dies sogar sehr schwierig. Man kann annehmen, dass sie 16-jährig ist, aus der Umgebung Berns kommt und dass sie albanische Wurzeln hat. Ob der Band-Name nun mit "with" oder "and" geschrieben wird und nur ein "l" in Ilira vorkommt, spielt im Moment keine so grosse Rolle.

Der (wahrscheinliche) Grund, wieso es "The Colors with Ilira" heisst und nicht "Ilira and the Colors" liegt wohl darin, dass die Colors für den Song verantwortlich sind, was Komposition und Produktion betrifft. Und aus den Reihen der "Colors" muss wohl auch jene Person stammen, die entschieden hat, dass "The Colors" VOR Ilira zu stehen kommt, und hat folglich wohl auch etwas mit der Firma "Hättrick" zu tun, welche sich (also Hättrick) auf der alphabetisch angeordneten SF-Seite doch tatsächlich VOR den Band-Namen und Song-Titel stellte.....! Strukturierte Planung sieht anders aus! Also: es "muss" heissen "Ilira and the Colors". Auf der Bühne wird Ilira wohl auch VOR den "Colors" stehen.
Unterdessen wurde das neu gemachte Video (s. unten) auch unter dem Namen "Ilira & the Colors" auf Youtube veröffentlicht. Fortsetzung folgt bestimmt.


Wie kommt es dann bloss, dass "Home" bereits jetzt als einer der ganz grossen Favoriten aufs Ticket nach Düsseldorf gehandelt wird? Die Antwort ist ebenso überraschend wie banal: der Song alleine macht es aus.

"Home" trat/tritt weder als Facebook-Spam-Schleuder auf, besitzt keine eigene Webseite (das hier kann man ja noch nicht als Webseite bezeichnen) und trotzdem läuft der Song wie geschmiert. Er ist einfach da, er existiert und man sucht ihn, weil "the buzz is out"! Gibt es ein grösseres Kompliment?

All das eben Genannte passt aber irgend wie zum Lied. "Home" ist bescheiden, unauffällig in seiner Machart, ja fast schon demütig und vor allem hoch sensibel. Seine Intimität ist eine Offenbarung, seine Ehrlichkeit ist anmutend und die Glaubwürdigkeit ist schon fast atemberaubend und von unglaublicher Seltenheit.

"Home" ist eine kleine, aber sehr persönliche Geschichte, die berührend und authentisch erzählt wird, kommt aber ohne jeden Pathos, ohne jegliches Selbstmitleid oder Schmalz daher! Iliras feine, aber klare Stimme tut das ihre, um diese Intimität zu bewahren. Der Song, vorgetragen in albanischer Sprache und Berner Mundart, lebt von den Worten, weniger von der Musik, denn diese ist eher einfach und bescheiden ausgefallen. Aber: "Home" berührt - und zwar extrem!

Windmaschinchen musste "Home" mehrere Male anhören, um die kleine Perle zu erkennen. "Home" hat durchaus Chancen, um bis nach Düsseldorf zu reisen, denn der Song wird bis zum 10. Dezember öfters und öfters am Radio zu hören sein. Unter den Finalisten ist "Home" ohne Wenn und Aber einer der besten Songs und mit Sicherheit der ehrlichste dazu. "Home" ist ein Stück stiller und bescheidener Schönheit.

"Home" hat den Anspruch, zugehört zu werden und nicht konsumiert zu werden. Und darin liegt die grösste Gefahr von "Home" an einem Wettbewerb wie diesem.

The Colors with/and Il(l)ira.... ehm,
Ilira & the Colors- "Home"

Als Nächstes folgt: Scilla - "Barbie Doll"

Montag, 29. November 2010

Duke - "Waiting for ya"

Windmaschinchen macht sich Gedanken über die zwölf Finalisten, welche am 11. Dezember 2010 in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen das Finale der "Grossen Entscheidungs-Show" bestreiten werden.

Bisher erschienen:
Andrina - "Drop of Drizzle"
Anna Rossinelli - "In love for a while"
Bernarda Brunovic - "Confidence"
CH - "Gib nid uf"
Polly Duster - "Up to you"
Sarah Burgess - "Just me"
The Glue - "Come what may"
Dominique Borriello - "Il ritmo dentro di noi"

9/12
Duke - "Waiting for ya"
Startplatz: 2

Duke's "Waiting for ya" kam in der DRS3-Abstimmung auf Platz 2 mit knapp 20% - also knapp hinter Dominique Borriello.

Die Frage, ob es sinnvoll ist, Rap an den ESC zu schicken, ist relativ einfach zu beantworten: wieso denn nicht? Der ESC schliesst per se glücklicherweise nichts und niemanden aus. Dies gilt auch für Rap.
Eine andere Frage ist, wie erfolgreich Rap am ESC sein kann. Bisher wurde Rap lediglich als Ergänzung im einen oder anderen Song integriert, um auf jung zu machen und - vor allem - um davon abzulenken, dass der Song vor Alter nicht einmal mehr stank. Reine Rap-Songs waren noch seltener. Jeder dieser Schüsse endete schlussendlich aber irgendwo in der Nähe der Punktelosigkeit!

"Waiting for ya" ist nun also ein weiterer Rap-Versuch, sich am ESC zu etablieren. "Waiting for ya" als 100%iger Rap-Song zu bezeichnen wäre nun aber ein bisschen verfehlt, zu sehr spielt er auf der Schiene des Melodiösen, des Harmonischen. Wohl eine Art Kompromiss an den Anlass, für den er vorgesehen ist.

Und gerade hier werden wir mit einem nicht zu unterschätzenden Problem konfrontiert: es ist nicht unbedingt Duke, der den fühlbaren Hauptteil am Song trägt sondern die weibliche Stimme (Eveline?). Diese ist dafür da, die Rap-meidende Fan-Gemeinde zu "beruhigen". Die gesanglichen Erfordernisse eines Rapper sind anders als die einer klassischen (Pop-)Sängerin. Trifft ein Rapper in seinem Sprechgesang mal eine Note nicht korrekt, merkt dies das Publikum kaum, und wenn, dann spielt das nicht einmal eine so grosse Rolle.
Verhaut aber die Sängerin eine Note, gibts Haue auf der ganzen Linie und entsprechende Konsequenzen. Nicht Haue sei damit gemeint, sondern "Null Punkte".
Die Anforderungen an die weibliche Stimme in "Waiting for ya" sind bedeutender als man dies annehmen könnte. Und hier kommt mir spontan ein Beispiel in den Sinn: DJ BoBo. Sein "Vampires are alive" wurde gesangstechnisch zu einem grossen Teil ebenfalls von der weiblichen Stimme getragen. Allein, es klappte nicht. Sie war wohl um Meilen besser als DJ BoBo, aber Unsicherheiten waren in fast jeder Note zu hören! Vergipfelet hat es aber dann schlussendlich schon der Maestro selber, das muss festgehalten werden.
Wer auch immer die weibliche Stimme neben Duke übernehmen wird, muss über überzeugende, gewaltige und selbstbewusste Stimmfähigkeiten verfügen. Die vermeintliche Zweitrangigkeit der weiblichen Stimme trügt enorm: in Tat und Wahrheit ist sie das "Make-or-Break"-Teilchen des ganzen Songs!

Als Ganzes gesehen, ist "Waiting for ya" ein gefälliger Titel. Nicht mehr und nicht weniger. Er könnte glatt als James Bond-Song durchgehen. Die Hookline profitiert von grosser Wiedererkennung und das macht ja gerade den Erfolg eines Titels wie diesen aus! Wie kleine Blitze schiessen die Synthie-Sounds auf die Ohren des Hörer ein. Kurz, prägnant und effektvoll. Eben: wie in so vielen James Bond Filmen.

Für mich hängt alles eigentlich nur von der weiblichen Stimme ab und wie überzeugend diese präsentiert werden kann. Ansonsten hat "Waiting for ya" schon in Kreuzlingen keine Chance auf das Ticket und in Düsseldorf schon gar nicht.

Nachtrag (4.12.10):

Wie hier zu lesen ist, hat sich Eveline Suter aus beruflichen Gründen zurückgezogen und wird nicht am Finale der "Grossen Entscheidungs-Show" teilnehmen! Ersatz fand Duke in der Person von Nyna Cantieni.

Duke - "Waiting for ya"

Als Nächstes folgt: The Colors with Ilira - "Home"

Startreihenfolge "Die Grosse Entscheidungs-Show"


Die offizielle Bekanntgabe der Startreihenfolge und der fünf Eurovisions-Experten findet ihr hier!

Die Startreihenfolge der "Grossen Entscheidungs-Show":

1) Polly Duster - "Up to you"
2) Duke - "Waiting for ya"
3) Andrina - "Drop of Drizzle"
4) Bernarda Brunovic - "Confidence"
5) Anna Rossinelli - "In love for a while"
6) Aliose - "Sur les pavés"
7)Dominique Borriello - "Il ritmo dentro di noi"
8) Scilla - "Barbie doll"
9) CH - "Gib nid uf"
10 Ilira and the Colors - "Home"
11) Sarah Burgess - "Just me"
12) The Glue - "Come what may"


Eurovision-Experten:
Baschi, Francine Jordi, Pepe Lienhard, Nik Hartmann und Peter Reber

Entscheidung fällt durch Televoting!

Sonntag, 28. November 2010

Dominique Borriello - "Il ritmo dentro di noi"

Windmaschinchen macht sich Gedanken über die zwölf Finalisten, welche am 11. Dezember 2010 in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen das Finale der "Grossen Entscheidungs-Show" bestreiten werden.

Bisher erschienen:
Andrina - "Drop of Drizzle"
Anna Rossinelli - "In love for a while"
Bernarda Brunovic - "Confidence"
CH - "Gib nid uf"
Polly Duster - "Up to you"
Sarah Burgess - "Just me"
The Glue - "Come what may"

8/12
Dominique Borriello - "Il ritmo dentro di noi"
Startplatz: 7

Wer sich durch Dominique Borriellos Biografie durchliest - entweder hier oder hier als PDF - , braucht erstens Zeit und zweitens hat man dann wirklich sein Leben durchgelesen. Fast im 24 (Twenty-Four)-Stil liest sich das! Es fehlen nur noch die Besuche bei seinen Verwandten! Wer sich auf seine Homepage begibt, welche auf italienisch und deutsch gehalten ist, lernt vor allem einen Satz gut kennen: to be published soon! Diesen Satz gibts aber nur auf englisch zu lesen, sowohl auf der deutschen wie auch auf der italienischen Seite seiner Homepage.
Das einzige, das man als Information bezeichnen kann, ist seine Biografie - also das "Ich". Das ist ihm wichtig und das pflegt er auch entsprechend umfassend.
Eine Homepage zu erstellen, ist für einen Künstler unerlässlich. Diese zu pflegen genau so! "To be published soon" ist kein guter Beginn, wenn man auf glaubhaft und vor allem auf seriös machen will. Alles gibt ein Bild ab - zum Guten wie zum Schlechten!



Ach ja, nebst seiner Biografie gibts auf seiner Homepage noch etwas anderes serviert, nämlich seinen Song "Il ritmo dentro di noi". Und es wäre wirklich eine gute Idee, die Homepage zu füllen mit irgend welchem Material; einfach nur, um von "Il ritmo dentro di noi" abzulenken!

"Il ritmo dentro di noi" ist für Windmaschinchen der fraglos "unergiebigste" Song des Finalfeldes. Und die Konkurrenz ist ja beileibe stark auf dieser Etage...! Langweilig ist nur ein Adjektiv, das der Song in mir auslöst. Drei Minuten Italo-Pop der Marke "Uralt", schamlose Biederkeit und Einfallslosigkeit zwängen sich zwischen die Noten. Erfrischendes findet sich nirgends, denn mit einem rhythmischen Takt ist es noch lange nicht getan, und Innovation findet sich in keiner einzigen Note wieder. Zeitgemäss? Nein, der Song schafft es ja nicht einmal in dieses Jahrtausend!

Das Künstler-Leben ist ein harter Job, da können viele ein Liedchen von singen. Dominique Borriello geht es hier nicht anders, was als solches natürlich schade und bedauerlich ist, aber hört  man sich "Il ritmo dentro di noi" an, ist man den Antworten der einen oder anderen Frage, die man sich im Leben so stellt, schon um einiges näher gekommen.

Es wäre um einiges sympathischer gewesen, hätte sich Dominique Borriello mehr dem Inhalt (Musik) zugewandt als dem Bild (Webseite). Beide kommen zurzeit nämlich ziemlich leer daher!

Windmaschinchens negative Haltung gegenüber "Il ritmo dentro di noi" steht aber im krassen Verhältnis zum Voting-Resultat, ausgehend von DRS3, und dieses spricht eine ganz andere Sprache: satte 20% der Stimmen entfielen auf Dominique Borriello. Jeder fünfte Voter stimmte für "Il ritmo dentro di noi" resp. jede fünfte Stimmabgabe galt für "Il ritmo dentro di noi"! Ist ja ein Unterschied! Schlussendlich: eine klare Sprache! Oder etwa nicht?

Dominique Borriello - "Il ritmo dentro di noi"

To be published... NEXT: Duke - "Waiting for ya"

Samstag, 27. November 2010

The Glue - "Come what may"

 Windmaschinchen macht sich Gedanken über die zwölf Finalisten, welche am 11. Dezember 2010 in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen das Finale der "Grossen Entscheidungs-Show" bestreiten werden.

Bisher erschienen:
Andrina - "Drop of Drizzle"
Anna Rossinelli - "In love for a while"
Bernarda Brunovic - "Confidence"
CH - "Gib nid uf"
Polly Duster - "Up to you"
Sarah Burgess - "Just me"

7/12
The Glue - "Come what may"
Startplatz: 12

Windmaschinchen ist in der Zwickmühle und zwar heftigst! A Cappella ........! Sonst noch was? Ja, wieso dann nicht auch gleich die Oesch's reinholen? Gibts was Neues von Pfuri, Gorps und Kniri? Ach, was solls - Peach komm auch rein! Rein damit! Und bald könnten wir ein Randverkehrs-Podium für Einzelgänger organisieren präsidiert von Alt-Bundesrat Moritz.

Nein, A Cappella ist in der Tat nicht alla macchina del vento. Einmal ein A Cappella Auftritt bei Benissimo? Das geht ja gerade noch! Gute Gelegenheit, um ...., ja, was auch immer? Aber am ESC - bitteschööööön!

Fraglos gehört A Cappella zu den herausforderungsreichsten Musikstilen, die man sich vorstellen kann. Und man kann es sich wohl nicht vorstellen, wie es ist, solange man es nicht selber versucht hat! Hier nützt und hilft nichts, wenn man mal einen Ton verhaut. Daran erinnern sich dann später alle, die ihn auch mitbekommen haben! Vor allem die Zuschauer...! Vor allem sitzt jeder einzelne Ton auf Messers Schneide - auch die "unwichtigen"!

Ich empfand A Cappella Gesang immer als Novelty-Act. Die manchmal Grimassen-schneidenden und übertrieben stark artikulierenden Sänger, welche mit ihren gehandschuhten Händen wild faxend durch die Gegend glitten und schwebten, waren für mich oft ein Grund, mich fremdzuschämen. Zugegeben, mein A Cappella Wissen kam bis heute nicht über die Grösse eines "Kaktus'" hinaus, also hör ich jetzt besser auf, mir die Hände über den Kopf zu schlagen!

Natürlich achte und wertschätze ich den künstlerischen Wert der Technik, sofern sie auch gut vorgetragen wird, aber richtig warm wurde mir nie dabei. Und was passiert jetzt?? Die Fünf Männer stehen nun plötzlich im Finale der "Grossen Entscheidungsshow" - irgend jemand hievte sie offenbar ins Finale.

Der Schock sass tief bei Windmaschinchen, als er "The Glue" auf der Final-Liste entdeckte. Ihr könnt euch ja etwa vorstellen, wie mir "Come what may" beim ersten Hören gefallen hat.....! Dass der Titel dann auch noch vom grandiosen Film "Moulin Rouge" gestohlen wurde, machte alles nur noch schlimmer, viel schlimmer. Wie kann es jemand wagen, ganz zu schweigen eine A Cappella Truppe, den Titel der Balladen-Schnulze des Jahrzehnts, gesungen von Ewan McGregor & Nicole Kidman, einfach so zu kopieren und einem A Cappella Gedödel aufzusetzen??? Erste und logische Reaktion? Bodenlos grottig! Windmaschinchen hatte ein Problem, ein grosses!

Es dauerte eine Woche, bis Windmaschinchen sich beruhigt hat! Und erst dann hörte es sich "Come what may" zum ersten Mal richtig und intensiv an! Und hier fand sich Windmaschinchen plötzlich in der eingangs erwähnten Zwickmühle vor! Hat also fast ebenso lange gedauert wie der Artikel bis hier hin....!

Tja, und so kam es, wie es kommen musste! Der Song fing an zu gefallen. Der Song fing an, den Ohren zu schmeicheln und die Seele zu streicheln. Er liess die Augen schliessen, ein Lächeln auftauchen und ein wohltuender Ausdruck über das Gesicht fliegen. Chancenlos! Alle guten Vorsätze, "Come what may" zu hassen, schmolzen dahin wie der Käse in Windmaschinchens Raclette-Öfeli....

Die Intensität, die die Jungs dem Lied verabreicht haben, ist immens! Wo andere Songs mit bombastischen Arrangements aufwarten, die ins emotionale Nichts führen, verstehen es "The Glue", Kraft ihrer stimmlichen Begabung und vokalen Perfektion das Lied schier hin ins Delirium zu führen. Der glatte Wahnsinn, was sich in diesen drei grandiosen Minuten abspielt. Was anderen in zehn Minuten nicht schaffen, gelingt den fünf unheimlich begabten Männern wie aus einem Guss: einen Song, eine Geschichte auf den Höhepunkt zu führen. Was für ein Erlebnis! Während "lediglich" die Begleitmusik den typischen A Cappella Sound beinhaltet (zumindest nach meinem Verständnis!), wird der Gesang nach "traditioneller" Methode einer Ballade vorgetragen. Und all dies ohne Orchester, ohne Tontechnik, ohne Firlefanz und ohne Pathos. Einfach nur mithilfe ihrer Intuition und schlussendlich mithilfe ihrer Stimmen. So schwer diese A Cappella Technik auch sein mag, sie kommt doch so einfach daher!

Ich muss aufhören, sonst komme ich noch ins Schwärmen......!

The Glue - "Come what may"

Als Nächstes folgt: Dominique Borriello - "Il ritmo dentro di noi"

Freitag, 26. November 2010

Sarah Burgess - "Just me"

Windmaschinchen macht sich Gedanken über die zwölf Finalisten, welche am 11. Dezember 2010 in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen das Finale der "Grossen Entscheidungs-Show" bestreiten werden.

Bisher erschienen:
Andrina - "Drop of Drizzle"
Anna Rossinelli - "In love for a while"
Bernarda Brunovic - "Confidence"
CH - "Gib nid uf"
Polly Duster - "Up to you"

6/12
Sarah Burgess - "Just me"
Startplatz: 11

Die Schweizer Vorausscheidung wurde in den einschlägigen (europäischen) Medien erst dann so richtig zur Kenntnis genommen, als sich Sarah Burgess mit "Just me" beworben hatte. Der allgemeine Tenor: "Idol"-Star bewirbt sich für die Schweizer Vorausscheidung. Wie vieles im Leben, ist dies nur die halbe Wahrheit. Fest steht, dass sich Sarah Burgess 2007 für die sechste "American Idol"-Staffel beworben hatte und es auch bis nach Hollywood ins Casting geschafft hat. Dort war dann aber Endstation. In die eigentliche "Idol"-Show schaffte sie es nicht. Aber immerhin: so weit muss man bei dem riesigen US-Markt auch mal kommen.


Berühmt wurde sie dann aber weniger durch ihre musikalischen Fähigkeiten als durch das medial festgehaltene Telefongespräch mit ihrem Vater, der gegen eine Musik-Karriere war/ist, in dem sie ihm gesteht, dass sie sich ohne sein Wissen bei "Idol" gemeldet und vorgesungen habe. Das tränenreiche und emotional hochstilisierte Telefongespräch wurde in "bester" US-Medien-Manier breitgeschlagen und so gelang Sarah Burgess wenn schon nicht artistisch so doch wenigsten boulevardesk den Sprung in die (Postillen)-Schlagzeilen.

Den Bezug zur Schweiz findet sich auf zwei Ebenen wieder: zum einen ist sie bei einer Schweizer Plattenfirma unter Vertrag und zum andern nahm sie 2009 am Projekt "Coole Schule" teil. Dieses Projekt brachte sie für ein paar Wochen in die Schweiz.

Nein, Sarah Burgess ist kein Kind von Bescheidenheit. Da genügen ein paar Blicke auf ihre Websites (hier und hier) und einem wird klar, dass hier jemand aus einem anderen Kulturkreis am Werke ist. Bescheidenheit und Zurückhaltung gehören sicher nicht zu den "Must-Have" Eigenschaften einer aufstrebenden jungen Person, die im Entertainment-Business Fuss fassen möchte. Das Bild, das sich schon nur von ihren Auftritten im Internet ergibt, zeigt: die Gute passt wirklich hervorragend zum Lied! Just me!

Mit ihrer Schweizer Bewerbung hofft sie natürlich, den erhofften Durchbruch nun via Schweiz resp. Europa zu schaffen. Ob die Diskussion um ihre Herkunft (USA) ihr eher hilft oder schadet überlasse ich anderen. Mir ist der Song wichtig und den schauen wir uns nun etwas näher an.

Verantwortlich für "Just me" ist kein Geringerer als John Gordon, der sich schon für Lenas "Satellite" verantwortlich zeigte (zusammen mit Juli Frost). Nun hat er sich musikalisch mit Lene Dissing vermengt und herausgekommen ist eben "Just me".

Nimmt man aktuelle Pop-Musik als Massstab, ist schnell mal klar, dass "Just me" nicht nur der fetzigste sondern auch der modernste Titel aller Finalsongs ist. Er schafft dies locker. Wir lobhudeleien hier aber auf einem tiefen Niveau, notabene...!. Er ist einer jener Songs, der schnell zur Sache kommt, der abfährt und einfährt. Wie Red Bull nachmittags im Büro, kurz vor dem Einschlafen. Man muss nur daran glauben und man ist wieder fit!

Ich mag "Just me" in etwa ebenso wenig wie Red Bull, aber immerhin ist der Song hübsch eingepackt (das meine ich musikalisch, bitteschööööön! Das wär ja sonst ganz was Neues........!), gut verpackt und er packt.
Ein wirkungsvoller Rhythmus zeigt einem ganz schnell den Weg in dieses hyperventilierende Liedchen. Wunschträume lassen einem P!nk vortäuschen und noch vieles mehr erscheint auf der virtuellen Landebahn zwischen Augen, Ohren und Hirn. Gut, Letzteres kannst du gleich mal weg- und zuhause lassen, da nicht benötigt, aber was solls? Vorsicht! Rauchen verboten, da Helium!

Wie viele junge Frauen in diesem Alter IN DIESEM Business, muss von Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit gesungen werden, denn sehen, spüren würde man es an der Person ja nicht - da einfach noch zu jung! Da reicht es für diese dann oft, die Schultern einfach nach hinten zu werfen, die Brust nach vorne zu drücken, den Punkt zwischen den Augenbrauen in Falten zu legen und die Beine energisch eins vors andere zu kicken. Der irre Glaube, dass ein selbstbewusstes Auftreten auch Selbstbewusstsein vermittelt, ist in der heutigen Glitz'n'Glamour-Welt stärker vertreten als sie es schon seit jeher zu beobachten war. Und wer glaubt ernsthaft, dass Selbstbewusstsein erwünscht ist in diesem Business? Und das ist der Eindruck, den mir Sarah Burgess vermittelt in dem zugegebenermassen spärlich vorhandenen Material. Eine Scheinwelt par excellence!

Klar, eigentlich ist der Song absolut blutleer, künstlich und synthetisch, austauschbar und nichtssagend. Aber welche Welt ist das nicht, die sich einige Menschen wünschen und vorstellen, da sie eh schon genug von der realen haben? Das ist Girly-Pop à discrétion. Massenware wie Kaugummi, der bereits das vierte Gebiss über sich ergehen lassen muss, nur weil er immer noch schmeckt. Und schmecken - das tut er.

Sarah Burgess - "Just me"

Als Nächstes folgt: The Glue - "Come what may"

Donnerstag, 25. November 2010

Polly Duster - "Up to you"

Windmaschinchen macht sich Gedanken über die zwölf Finalisten, welche am 11. Dezember 2010 in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen das Finale der "Grossen Entscheidungs-Show" bestreiten werden.

Bisher erschienen:
Andrina - "Drip of Drizzle"
Anna Rossinelli - "In love for a while"
Bernarda Brunovic - "Confidence"
CH - "Gib nid uf"

5/12
Polly Duster - "Up to you"
Startplatz: 1

Windmaschinchen hat Polly Duster in diesem Beitrag als springsteenischer Lustig-Rock bezeichnet! Dies ist natürlich völlig absurd. Es müsste natürlich heissen: Huey-Lewis'scher-Lustig-Rock!
Windmaschinchen entschuldigt sich natürlich bei ..... Springsteen. Ich wusste schon beim Schreiben jenes Beitrages, dass etwas nicht stimmen konnte, vermochte es aber weder in Gedanken noch in Worte fassen! Jetzt ist mir auch klar, wieso ich "Up to you" von Beginn weg nicht mochte!

Wie auch immer! "Up to you" ist ein Produkt einer Gruppe, die weiss, wie man die Leute auf Trab halten kann. Polly Duster werden engagiert, um dem Volk etwas zu bieten. Sie verbreiten eine "Heim'rs hüt ä chli luschtig"-Stimmung, wofür das Publikum ihnen wohl ziemlich dankbar ist, da es ja selber nicht weiss, sich zu unterhalten. Und wenn dann gestandene Herren wie Polly Duster in Schottenröcken auftreten, wirds dann wirklich ganz luschtig, oder?

Polly Duster - hier ein Bild von ihrer Homepage

Zweifellos werden Polly Duster auch in Kreuzlingen in Schottenröcken auftreten und so für Spektakel sorgen. Für Windmaschinchen heisst dies im Normalfall, die Drehgeschwindigkeit auf Taifun zu schalten. Bei genauerem Blick aber wohl vergeudete Energie! Da wart ich lieber, bis Sven Epiney sich umgezogen hat....!

"Up to you" ist reinrassiger Männer-Rock (man ist geneigt zu sagen "Al-Bundy-Rock"), also relativ voraussehbar (da kaum variabel), einfach gestrickt (hätte ansonsten etwas mit Innovation zu tun) und schon etliche Male (...) gehört von schon etlichen vielen andern Männer-Rock produzierenden Gruppen.

Das Gute am Song ist, dass er auch nichts anderes verspricht und keine Ansprüche erhebt! Er wurde eben gerade dafür geschaffen, für Stimmung zu sorgen. Hier geht es nicht darum, wiedererkennbare Musik zu produzieren, sondern einfach mal Spass zu haben. Abzurocken, was das Zeug hält! Da lässt sich die Ideenlosigkeit dieser drei Minuten irgendwie schon entschuldigen.  Der schlussendlich belanglose Song erfüllt dann auch diese Erwartung, dass er wohl erschreckend viele Stimmen erhalten wird! Viele Zuschauer wollen einfach mal Spass haben und genau das gaukelt ihnen "Up to you" vor. Und nach drei Minuten ist fertig luschtig und die Leute schauen sich beseelt an und stellen fragend fest, "isch das nid luschtig gsi?", ohne aber wirklich eine Antwort erhalten zu wollen.

Windmaschinchen hat schon des Öfteren geschrieben, dass es nicht gemacht wurde, um auf Komando Spass zu haben. "Up to you" hat für mich keine Substanz, keine Eigenständigkeit und vor allem keine eigenständige Kreativität, was bei Männer-Rock mit seiner schmalen Bandbreite eh schon recht schwierig ist! So zu sagen Budget-Rock! Für viele reicht das - nicht aber für mich!

Und auch wenn die Männer ihr Metier verstehen, im Final hat dieser Song nichts verloren.

Wer auch immer dafür verantwortlich war, dass Polly Duster es in den Final schafft, war sich nicht bewusst, was der Unterschied zwischen den Worten Spass und Zynismus ist!

Nachtrag (29. Nov.): Was auf keinen Fall verschwiegen werden darf, ist, dass Polly Duster das mit Abstand beste Video aller Teilnehmer produziert haben! Sehr professionell das Ganze! Diese Tatsache ging bei Windmaschinchen vor lauter Männer-(Schotten-)Rock komplett unter.

Polly Duster - "Up to you"
Als Nächstes folgt: Sarah Burgess - "Just me"

Mittwoch, 24. November 2010

CH - "Gib nid uf"

Windmaschinchen macht sich Gedanken über die zwölf Finalisten, welche am 11. Dezember 2010 in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen das Finale der "Grossen Entscheidungs-Show" bestreiten werden.

Bisher erschienen:
Andrina - "Drop of Drizzle"
Anna Rossinelli - "In love for a while"
Bernarda Brunovic - "Confidence"

4/12
CH - "Gib nid uf"
Startplatz: 9

Die Gruppe CH besteht aus Nori Rickenbacher, Reto Burrell und Kisha (mit bürgerlichem Namen Brigitte Kobel). CH ist ein Projekt, das im Verlaufe dieses Jahres auf die Beine gestellt wurde, welches dann auch eine CD herauszugeben gedenkt.

Kürzlich war die Gruppe bei Radio Pilatus zu Besuch und stellte sich den Fragen des Moderatoren. Dieser schien sich nur bedingt auf das Thema ESC vorbereitet zu haben (über das Klischee "Switzerland Zero Points" schien er nicht hinaus zu kommen....). Und dass der ESC nächstes Jahr nicht in ... Stuttgart sondern in Düsseldorf durchgeführt werden wird, ist nun auch ihm bekannt...!

Zurück zu CH. Am Beispiel von Kisha, der wohl bekanntesten Teilnehmerin des Finalfeldes, zeigt sich eindeutig, wie schwierig es ist, in der Schweiz über längere Zeit erfolgreich zu sein. Ende des vergangenen Jahrtausends und zu Beginn des neuen war Kisha eine sehr erfolgreiche Künstlerin, die mit ihren drei CDs grosse Erfolge feiern durfte. Danach aber wurde es aus musikalischer Sicht relativ ruhig um sie, ja man könnte wohl sogar sagen, sie sei in der Versenkung verschwunden. Wie populär ihre Musik von damals aber heute noch ist, zeigt sich daran, dass ihre Songs auch heute noch oft, ja sehr oft gespielt werden. Diesen Monat allein waren weit über 30 Mal ein Song von ihr am Radio zu hören. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, wie lange Kisha "weg vom Fenster" war.
Wer ihre Musik mag, freut sich natürlich ob der häufig gespielten Musik von Kisha, man kann aber auch daraus schliessen, wie wenig Neues seither aus der Musikbranche und aus der Schweizer Szene im Besonderen herausgekommen ist...! Innovation liest sich anders! Das ist aber nicht Kishas Problem sondern ein "Szene-Problem"! Kishas Problem ist resp. war eher, wie komm ich wieder rein in die Szene und daher ist das Projekt CH wohl gerade zur richtigen Zeit gekommen. Denn Kisha will singen und nichts anderes.

Aber auch Nori Rickenbacher und Reto Burrell haben schon einiges an Musik veröffentlicht und ihre Songs sind ebenfalls häufig am Radio zu hören. Erstaunlich dabei: während sehr viele Privat-Radios die Songs dieser drei Acts abspielen, werden sie zum Beispiel von DRS3 (zumindest in den letzten 30 Tagen) glattweg ignoriert (Ausnahme: Reto Burrell with Tift Merritt mit "Dancing To The Rhythm Of Rain"). Was immer diese Tatsache verursacht haben mag, es ist eine klare!

Zum Song! "Gib nid uf" ist ein fetziger Country-goes-Mundart Pop-Song. Er fährt ziemlich schnell ein und wird nicht wenige Fans finden und begeistern beim Finale. Gerade dass er auf Mundart gesungen wird, macht ihn zu einem gefährlichen Aussenseiter. Oder gar zu einem Favoriten??

Windmaschinchen mag den Song zwar, aber "Gib nid uf" zeigt auch wieder einmal, dass die Mundart-Musik in der Schweiz immer noch und dies schon seit Langem in der Krise steckt. Es fehlt diesem Genre einfach an Innovation und Zeitgeist. Was vor vielen, vielen Jahren als revolutionär galt, wirkt heute auf Windmaschinchen abgedroschen, flau und ohne Überraschung. "Gib nid uf" mag schön, echt schweizerisch und unterhaltsam sein, aber halt doch recht zahnlos und "rückblickend". Zugegeben, am ESC würde sich das Publikum einen Deut um solche Gedanken scheren und ein gewisses Aufsehen würde CH sicherlich verursachen.

Was bei "Gib nid uf" am meisten erstaunt und Windmaschinchen ein bisschen stört, ist, dass mit Kisha eine gesanglich versierte und (immer noch!) talentierte Sängerin dabei ist; allein im Song kommt sie über den Status einer Background-Sängerin nicht hinaus. Dies wäre wohl eine Premiere in der ESC-Geschichte, wenn ein Trio bestehend aus zwei Männern und einer (gut aussehenden) Frau auf der Bühne stünde und die Sängerin nie zu Worte käme....! Macht wenig Sinn, hey!
Bestünde nicht die Möglichkeit, dass Nori Rickenbacher die Rolle des Erfolgreichen, nun aber Gefallenen übernimmt, während Kisha jene ist, die ihm immer wieder sagt "Gib nid uf"! Nur so ein Gedanke!

"Gib nid uf" ist ein gefälliger Song, nicht mehr und nicht weniger. In Anbetracht der Konkurrenz ist dies aber bereits eine Lobeshymne....!

CH - "Gib nid uf"

Als Nächstes folgt: Polly Duster - "Up to you"

Dienstag, 23. November 2010

Bernarda Brunovic - "Confidence"

Bereits erschienen:
Andrina - "Drop of Drizzle"
Anna Rossinelli - "In love for a while"

3/12
Bernarda Brunovic - "Confidence"
Startplatz: 4

Es gab ja einige (böse) Überraschungen, als die Final-Teilnehmer bekannt gegeben wurden. Bernarda Brunovic war mit Sicherheit eine dieser Überraschungen - zweifellos!

Am meisten überrascht war wohl die 17-jährige Gymnasiastin aus Dietikon selbst von der Finalqualifikation , wie sie in diesem Interview der az (Aargauer Zeitung) gesteht! 

In derselben Zeitung erschien auch dieser Artikel. Und darin gibt es folgende pikante Aussage von Bernarda Brunovic zu lesen:

Entstanden ist das Lied bereits vor rund vier Jahren. «Ich bin immer wieder in der Kirche oder an anderen Anlässen damit aufgetreten

Das Wort "damit" impliziert, dass Bernarda Brunovic mit diesem Lied (also "Confidence") offenbar "in den letzten vier Jahren immer wieder in der Kirche oder an anderen Anlässen aufgetreten" ist. Sofern der Text des Journalisten wortgetreu wiedergegeben wurde.
Sind wir somit wieder einmal bei der Frage angelangt, wann ein Lied als veröffentlicht gilt....? Die Aussage, so wie sie im Interview wiedergegeben wird, ist aber auf jeden Fall bemerkenswert!

Nach Windmaschinchens Enthüllungen über und der darauf folgenden Disqualifikation von Vittoria Hyde wird man einfach hellhörig!

Nun zum Song selber! Ich hab mir den Song nun mehrere Male angehört und ich kann bis heute nicht sagen, was genau mich davon abhält, ihn zu mögen! Vieles und doch nichts! Es gibt Songs, die plätschern ja einfach nur vor sich hin. "Confidence" tut aber nicht einmal das - er bleibt stehen. Einen Refrain kann man kaum ausmachen. Nachdem zu Beginn Streicher und eine Gitarre das Klangbild eröffnen, wird dieses gegen Ende hin plötzlich von einer wahren Rockeinlage abgelöst. Offenbar war man (resp. Bernarda, die Komponistin des Songs) selbst nicht so überzeugt, wie dem Song so etwas wie Leben eingehaucht werden könnte. Die nun gewählte Variante war nicht der weiseste Entscheid. Das Lied ist und bleibt für Windmaschinchen langweilig und für einen Anlass wie den ESC bedeutungslos.
Ich spreche dem Song eine gewisse innere Ehrlichkeit (herkommend von der Komponistin) zu; man könnte auch das Wort (jugendliche) Naivität gebrauchen; das soll nicht verschwiegen werden. Doch genügt dies in diesem Falle nicht.

Sicher, ein Lied muss man zuerst einmal komponieren können (Windmaschinchen kanns ja auch nicht, lässt daher aber auch die Finger davon) und Bernarda Brunovic hat sicher ein gewisses Talent dafür, aber für eine Plattform wie den ESC reicht "Confidence" dann aber nicht aus.

Oder anders gesagt: sie wollte sich vielleicht einfach mal positionieren, sich einer breiteren Öffentlichkeit zeigen, ihr nicht abzustreitendes  gesangliches Talent präsentieren, ohne sich irgendwelche Hoffnungen und Vorstellungen aufs Finale zu machen. Nun hat sich das Blatt aber gewendet, gewaltig geändert und sie steht plötzlich im Finale. Mit einem niedlichen Song - aber nicht mehr. Wie die Jungfrau zum Kinde!

Bei allem Respekt vor Bernarda und ihrem Song, aber es bleibt die Frage, wie ein Lied wie "Confidence" es ins Finale schaffen konnte. Ich kann mich dieser Frage bei der vorhanden gewesenen Konkurrenz nicht entziehen und schon gar nicht erklären!

Bernarda Brunovic - "Confidence"

Als Nächstes folgt: CH - "Gib nid uf"

VITTORIA HYDE: DISQUALIFIZIERT!

 
Windmaschinchens Enthüllungen haben sich nun leider bewahrheitet.
Seit heute Montag ist es offiziell:

Vittoria Hyde wird NICHT am Finale der "Grossen Entscheidungs-Show" teilnehmen dürfen! Ihr Song "Play the trumpet" wurde heute Montag disqualifziert, da Ausschnitte daraus bereits im Frühling veröffentlicht wurden.

Hier findest du die entsprechende Meldung von RSI (italienische Schweiz), welches für diesen Beitrag zuständig ist.
Und hier die entsprechende Mitteilung auf SF.

Nachdem bereits die Erstplatzierte, Orpheline, sich aus dem Wettbewerb zurückgezogen hat, scheitert jetzt also auch die Zweitplatzierte Vottoria Hyde.

Neu für RSI wird nun Scilla mit "Barbie Doll" an den Start gehen.

Anmerkungen zur Disqualifikation:
Es zeigt sich im Falle von Vittoria Hyde sehr klar, was passieren kann, wenn das Reglement nicht punktgenau studiert wird.
Auch wenn in eben diesem "berüchtigten" Video , welches Vittoria Hyde schlussendlich zu Fall gebracht hat, lediglich ein kurzer, kleiner, aber klar erkennbarer Ausschnitt aus deinem später fertiggestellten Song zu hören ist, reicht dies zu einer Disqualifikation aus. Ohne Wenn und Aber!

Vittoria Hyde hat mit Sicherheit nicht absichtlich gegen das Reglement verstossen. Sie hat dieses einfach nur unterschätzt.

Die Lehren, die sie daraus ziehen wird, sind bitter, aber schlussendlich hilfreich. Es war daher auch gut, dass die ganze Sache jetzt eben schon aufgeflogen ist und nicht erst Tage, Stunden vor der Final-Show. Kaum zu denken, was geschehen wäre, hätte Vittoria Hyde gewonnen. Das wäre die wahre Katastrophe gewesen - vor allem für Vittoria Hyde und natürlich auch für das Schweizer Fernsehen, dem es obliegt, solche "Tücken" zu umschiffen. Aufgeflogen wäre das Ding eh. Wer es aufdeckt, spielt keine Rolle, aber es muss(te) aufgedeckt werden - einfach für die Sache.

Niemand ärgert sich mehr über diese Disqualifikation als Windmaschinchen selbst, welches das Ganze ins Rollen gebracht hat, denn nun haben wir doch glatt den besten Song, der sich im Feld des (grösstenteils) Seichten tummelte! Schade, wirklich sehr, sehr schade!

Für Vittoria Hyde ist ein Traum geplatzt, dafür wurde ihr ein Albtraum erspart.
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Wars das nun in Sachen Disqualifikationen? Windmaschinchen weiss es nicht. 
Aber wer weiss?

Montag, 22. November 2010

Schweiz 2011: Anna Rossinelli - "In love for a while"

Schweiz
Artist: Anna Rossinelli
Titel: "In Love For A While"

1. Halbfinal
Startplatz: 8


(Dieser Artikel war Teil einer Serie über die Final-Teilnehmer VOR dem Finale der "Grossen Entscheidungs-Show)

Update zum unten stehenden Artikel: Anna Rossinelli tritt als Anna Rossinelli auf und wird auf der Bühne von ihren Band-Mitgliedern Georg Dillier und Manuel Meisel unterstützt. Die endgültige Fassung von "In love for a while" gibts unten --> s. Preview-Video!

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Windmaschinchen macht sich Gedanken über die zwölf Finalisten, welche am 11. Dezember 2010 in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen das Finale der "Grossen Entscheidungs-Show" bestreiten werden.

Bereits erschienen: Andrina - "Drop of Drizzle"

2/12
Anna Rossinelli - "In love for a while"
Startplatz: 5

Noch ist Windmaschinchen nicht ganz klar, ob jetzt Anna Rossinelli an den Start gehen wird oder ob Anne Claire auftreten werden...! Auf SF wird Anna Rossinelli erwähnt, klickt man dann aber dort auf ihre Homepage, findet man sich bei Anne Claire wieder, einer Gruppe aus Basel, der neben Anna Rossinelli auch noch Georg Dillier sowie Manuel Meisel angehören.

Auf ihrer (noch) karg gehaltenen Webseite wird einem mitgeteilt, dass Anne Claire  "neben öffentlichen und privaten Konzerten oft auf den Strassen von Basel und anderen europäischen Städten spielen". Ein Video auf "Street Art" zeigt sie bei der Arbeit.

Was bei Anna Rossinelli beeindruckt, ist ihre Stimme. Bei dem wenigen vorhandenen (Song-)Material, das medial zugänglich ist, besticht sie mit ihrem klaren und ausdrucksstarken Gesang.

Dieser ausdrucksstarke Gesang wird nun auch einem etwas breiteren Publikum näher gebracht - in Form von "In love for a while".

Der Song ist in etwa ebenso karg gehalten wie ihre Webseite, was also eher positiv zu werten ist. Anna Rossinellis Gesang kommt somit voll zum Tragen und gibt dem Song auch die nötige vokale Struktur. Ihre Stimme wird nur "beiläufig", aber Takt gebend von einem Bass begleitet. Dieser Takt bringt dem Song einiges an Charakter mit. Der Fokus bleibt aber bei der Stimme von Anna Rossinelli.

Aufgefallen ist Windmaschinchen aber von Beginn weg die kurze Laufzeit von "In love for a while". Lediglich 2:28 Minuten dauert der Song. Nun, das kann und wird wohl auch auf 3 Minuten hochgerechnet werden fürs Finale. Die Frage ist nur: wie? Denn der Song, so nett er auch anzuhören ist (nach mehrmaligem Hören!!!), verläuft sich und wirkt orientierungslos. Er wirkt selbst bei diesen kurzen 2:28 repetitiv. Offenbar ging der "gute Moment", der beim Komponieren aufgekommen ist, irgendwann plötzlich verloren!? Der Faden gerissen. Man könnte meinen, die Idee, wie der Song komplettiert, vervollständigt werden müsste, sei plötzlich abhanden gekommen. Es stellt sich keine emotionale Steigerung ein, kein Übergang in ein Finale will sich eröffnen und so wird, zumindest im Bewerbungsvideo, einfach der Ton abgedreht.

Hör ich mir "In love for a while" an, kommt Windmaschinchen vom Feel her unweigerlich Magdi Ruzsa mit ihrem "Unsubstantial Blues" (Ungarn 2007) in den Sinn. Wohl gemerkt: nur vom Feel her; die Songs sind beide eigenständig! In "Blues" zeigt sich aber, wie sich so ein Song, der es vom Stil her schwer hat, sich beim ESC-Publikum durchzusetzen, in "Ekstase" versetzen kann! Dies geht "In love for a while" - in dieser Version! - ab. Da hilft auch die gute Stimme einer Anna Rossinelli nicht weiter.

Lyrics zu "In love for a while" (Quelle)

In love for a while
I looked into your eyes, and when I saw your smile
I knew right from the start: life is good for a while
Romance comes and goes, but a love like ours is here to stay
Each lovely night and sunny day

I love everything about you, I couldn't do without you
Whenever you're near me, all my days are on the bright side
But when I'm not around you, I have to find the way
To be with you each night and every day

Na nanana nanana... na nanana nanana...
Na nanana nananana... na nananana...
Na nanana nanana... na nanana nanana...
Nanana nanana nanana...

And as time goes by and we've seen stormy weather
I know that you and I, we're always getting better
But when I'm not around you, I have to find the way
To be with you each night and every day

Oh, I couldn't do without you, yeah
I have to find the way to... to be with you, no oh no no oh...
I love everything you do
I have to find the way to be with you

I know you and I are in love for a while


Anna Rossinelli - "In love for a while" 
(Video anlässlich der "Grossen Entscheidungs-Show")



Preview-Video:
Anna Rossinelli - "In love for a while"



Als Nächstes folgt: Bernarda Brunovic - "Confidence"

Sonntag, 21. November 2010

Andrina - "Drop of Drizzle"

Windmaschinchen macht sich Gedanken über die zwölf Finalisten, welche am 11. Dezember 2010 in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen das Finale der "Grossen Entscheidungs-Show" bestreiten werden.

1/12
Andrina - "Drop of Drizzle"
Startplatz: 3

Mit knapp 16 Jahren ist Andrina die jüngste Teilnehmerin des Feldes, hat mit "Look at me" bereits eine CD veröffentlicht und verfügt über eine erstaunlich gute Stimme für ihr Alter. Zudem weist sie bereits einiges an Live-Erfahrung vor. Keine Frage: hier ist eine Künstlerin am Werk, die sich für die Musik entschieden hat. Selbstvertrauen und Ehrgeiz scheinen vorhanden zu sein. Und bis jetzt ist es bei ihr nur bergauf gegangen und die Teilnahme am Schweizer Finale soll nur ein weiterer Schritt auf dem langen und steinigen Weg zu Ruhm und Berühmtheit sein.

Die Antworten auf die Frage, wie man zu künstlerischem Ruhm kommt, sind wohl ebenso vielfältig wie umstritten. Gehört der Musikstil eines Künstlers/einer Künstlerin nicht zum Musikprogramm eines Mainstream-Radiosenders an, hat die entsprechende Person/Band ein grosses Problem und der Weg zu Ruhm und Berühmtheit - und schlussendlich zu finanzieller Unabhängigkeit! - wird monströs, schier endlos und - ohne Hartnäckigkeit - aussichtslos.

Es gibt nun aber auch die Möglichkeit, diesen Weg einfacher zu gestalten, indem man, einfach ausgedrückt, zum Beispiel den Durchschnittswert dreier Stunden Mainstream-Musik eines durchschnittlichen Mainstream-Radiosenders nimmt, die Essenz daraus zieht, deren Resultat so abändert, dass es sich als eigenständig durchmogeln kann und als Folge davon als angepasste Musik den direkten Weg ins Mainstream-Radio findet. Das Problem dabei ist, dass die Abhängigkeit des Artisten um einiges höher ist als bei jenen, die sich für den "steinigeren" Weg entscheiden. Denn hier kommt das Problem des Durchlauferhitzers zum Zug: heute Top - morgen Flop.

Und hier kommt Windmaschinchen nun endlich auf "Drop of Drizzle" zu sprechen. Der Song ist konturlos, nichtssagend, banal und ....hm,.... radiotauglich! Will heissen: er fällt nicht auf, tut nicht weh und mag für viele Leute besser sein als die bange Einsamkeit der eigenen vier Wände. Hört man "Drop of Drizzle", kann getrost dabei gebügelt werden, der Chef würde einem nicht verbieten, während der Arbeit Radio zu hören, da einem die Musik eh nicht vom Arbeiten abhält. Wer schnell zum Briefkasten runter geht, wird danach kaum bemerken, dass unterdessen ein anderer Song läuft. Vor allem hindert einem der Song nicht daran, zum Briefkasten zu gehen.....!

"Drop of Drizzle" plätschert einfach vor sich hin. Die grösste Gefahr, die von diesem Song ausgeht, ist die des Einschlafens. Die alte und abgedroschene Floskel "Tausendmal gehört, nichts ist dabei passiert" trifft für einmal zu...!

Keine Frage: Andrina singt diesen Song überzeugend, ihr grosses Talent ist unbestritten und mit ihren knapp 16 Jahren ist das eine wirklich erstaunliche Leistung. Ihr deshalb ein Kompliment. Dem Song wünsche ich, dass er im seichten Wasser ertrinkt, in dem er sich befindet. Das einzige Problem dabei: "Drop of Drizzle" gehört zu den absoluten Favoriten der "Grossen Entscheidungs-Show"!!

Andrina - "Drop of Drizzle"


Als Nächstes folgt: Anna Rossinelli - "In love for a while"

Donnerstag, 18. November 2010

Vittoria Hyde: Disqualifikation?



Droht Vittoria Hyde, der letzten verbliebenen Finalistin mit Pfupf im A****, die Disqualifikation?  

Gemäss Reglement vom SF (PDF-Download Link: hier) steht unter Punkt 9...

Der Song darf nicht vor dem 1.9.2010 veröffentlicht worden sein (Radio, TV, Internet, öffentliche Aufführung, Tonträger usw.)

Nun fand Windmaschinchen aber folgendes Video - das Pikante daran: das Video wurde gemäss Youtube am 22. Februar 2010 veröffentlicht, also vor dem oben erwähnten Stichtag:


Darin hört man ganz klar einen Ausschnitt aus jener Version, die nun als "Play the trumpet" den Weg ins Finale gefunden hat.

Der Song "Play the trumpet" wird in diesem 48-Sekunden Video nicht als Ganzes gesungen, aber er ist ganz klar erkennbar.

Frage: Verstösst "Play the trumpet" deshalb gegen das Reglement (= zu früh veröffentlicht) und müsste als Folge davon (leider!!!) disqualifiziert werden??

Wäre echt schade darum, denn "Play the trumpet" ist geradezu bösartig gut!

RSI, welches für diesen Beitrag zuständig ist, müsste dann wohl oder übel auf die 3.-Platzierte Scilla mit ihrem grausigen "Barbie Doll" zurückgreifen (nachdem sich ja schon die Siegerin Orpheline letzte Woche zurückgezogen hat.....) und würde somit das magersüchtige Final-Niveau gleich noch einmal um eine Stufe tiefer drücken.....! Was für ein schlimmer Gedanke!

Windmaschinchen hofft, dass es sich bei all dem lediglich um einen Sturm im Wasserglass handelt und Vittoria Hyde auch weiterhin ihre Trompete für die Schweiz schwingen kann. Aber zumindest könnte eine eventuelle Problematik, die sich in diesem 48-Sekunden-Video zeigt, ad acta gelegt werden!

Falls aber nicht, wäre es insofern zynisch, denn Windmaschinchen musste gar nicht weit suchen, um auf dieses Video zu stossen.....! Auf Vittoria Hydes Facebook-Seite. Hinzugefügt vor etwa 9 Monaten....!

Ich befürchte, dass Windmaschinchen in nicht allzu ferner Zeit nicht mehr unter Vittoria Hyde's Facebook-Freunden aufgelistet sein wird....! Wäre echt schade!

Dienstag, 16. November 2010

Die Grosse Entscheidungs-Show: Die Finalisten


Windmaschinchens Kommentar findest du weiter unten!!


Heute Dienstag hat das Schweizer Fernsehen (SF) seine sieben Finalteilnehmer bekanntgegeben! Es sind dies (in alphabetischer Reihenfolge):

SF - Schweizer Fernsehen 
(noch sind nicht alle Titel als Youtube-Video erhältlich)

Andrina - "Drop of drizzle"


Anna Rossinelli - "In love for a while"


Bernarda Brunovic - "Confidence"



CH - "Gib nid uf"


Polly Duster - "Up to you"


Sarah Burgess - "Just me"


The Glue - "Come what may"


DRS3 - Die Glorreichen 3:

Dominique Borriello - "Il ritmo dentro di noi"


Duke - "Waiting for ya"


The Colors with Ilira - "Home"



RSI (italienische Schweiz)

Wenn das so weiter geht, wird dies ein rollender Blog......!

Aufgrund der Disqualifikation von Vittoria Hyde rutsche nun Scilla mit "Barbie Doll" nach!

Scilla - "Barbie Doll"

Nach dem Rückzug von Orpheline ("Surrender") rutschte...
Vittoria Hyde - "Play the trumpet" nach!!!!


RTS (französische Schweiz)
Aliose mit "Sur les pavés"



Klatsche für alle......!

Das ist eine regelrechte Ohrfeige für fast alle: die Spam-Schleudern auf Facebook (z.B. Genta Ismajli, Manu Vazquez), die Babić Schnulze "L'égoiste, die ESC-Imitate (z.B. Six Cells - auch wenn dieses das Gefälligste war darunter, Genta Ismajli), Möchtegern-Originelle (z.B. Anetta Morozova feat. Wilder Berg, Oesch's die Dritten, ChueLee), die Pseudo-Spasser (Peach Weber, Michael Villa), die ESC-Stars von gestern und vorgestern (Piero Esteriore, Mariella Farré, Todomondo) und nicht zuletzt auch Windmaschinchen selbst erhielten alle ihr Fett ab! Und wie!

Nicht ein einziger dieser hoch gehaltenen Songs erreichte das Finale! Nicht einer! Und gerade hier wird die Sache interessant - oder sollte man sagen mysteriös? Dass das Resultat (eine Mischung aus je 50% Jury und 50% Internet-Voting) nicht einen einzigen der geohrfeigten Titel hervorbrachte, ist mehr als verwunderlich!
Nicht dass ich unglücklich bin über das Fehlen der Übergangenen: Manu Vazquez' Titel nervte von Beginn weg Windmaschinchens Getriebe. Die Facebook-Mobilmachung tat das Übrige! Wenn ich schon die markante Stimme eines Eros Ramazzottis hören will, dann höre ich das Original und nicht dessen Imitat! Und Budget-Ramazzotti verpackt in einer Lidl-Nek-Verpackung will ich schon gar nicht!
Als dann der Ismajli-Tsunami über Facebook schwappte, war fertig lustig! Wer lernt solche Erscheinungen mal, wie das Wort Bescheidenheit und Demut geschrieben wird. Von den fanatischen "Fans" spreche ich schon gar nicht erst!
Da darf man SF sogar loben dafür, dass solche Beiträge nicht berücksichtigt wurden. Die Folge davon wäre nämlich nicht musikalischer Art gewesen sondern politischer Art. Und das, die Politik, braucht Windmaschinchen am wenigsten in der ganzen Sache!

Der Rest?
Was bleibt also übrig - von dem, was uns SF dann eben an Finalisten präsentiert? Schmalspurkost! Schweizer Banalität und Unaufgeregtheit! 
Konturloser Girly-Pop (Andrina, Anna Rossinelli, Bernarda Brunovic), rezyklierter Bubblegum (Sarah Burgess/USA), deplaziertes A-Cappella (The Glue), Gölä-loser Plüsch (CH/Kisha) und Springsteenischer Lustig-Rock (Polly Duster) markieren die helvetische Langeweile.

Eines muss man SF lassen: SF war konsequent! Konsequent bis zum Letzten! Alle selbsternannten Propheten der ESC-Misere wurden kaltgestellt, grossmaulige Vacuums gestopft, kalkulatorisches ESC-Denken verhindert und politische Debatten hat man ebenfalls konsequent im Keim erstickt!

SF hat mit seiner Wahl (ihr seht: mein Gedanke ist eher der, dass SF verhindert hat, als dass die Internet-Voter etwas kreiert haben) aber auch musikalische Kreativität, musikalischer Fortschritt und die musikalische Weiterentwicklung und Modernisierung des ESC verhindert mit diesem flachbrüstigen wie duckmäuserischen Resultat! Schade für die ungenutzte Energie, die - eben - konsequent geschnitten wurde!

So viele (junge) Rock-Acts/Bands (ich nenne sie gerne noch einmal: When They Wake, Ad-Rian, Zero In On, Candy from a stranger, Sway89, um nur ein paar wenige zu nennen - alles übrigens Schweizer Acts for that matter!!) wurden kalt links liegen gelassen! Auch hier: blanke Konsequenz! Diesmal leider nicht für sondern gegen etwas! Die Signale, die diese Konsequenz von sich gibt, werden schon nächstes Jahr ihre Wirkung zeigen; so es denn noch einmal eine Vorentscheidung dieser Art geben wird!
Auch wenn ich mich wiederhole und die Sache jetzt eh nur noch hypothetischer Art ist: Mit "Until the end" von When They Wake haben wir eine Top-3 Platzierung in Düsseldorf vergeben! Wenn nicht sogar.....!

Ich befürchte, dass es nicht in erster Linie die "Schuld" der Internet-Voter ist, die zu dem führten, was wir nun vor uns haben, sondern SF.
Was fataler ist: mit diesem Resultat ist nun auch ein bisschen die Euphorie raus, die sich in den letzten Wochen entwickelt hat. Keine Power mehr vorhanden, die Luft ist draussen. Es weht nur noch ein laues Lüftchen ... und ich sehe keine neue Euphorie im Anmarsch. Einzig The Colors with Ilira könnten ein kleines Strohfeuer entfachen. Zu mehr reichts wohl aber nicht!

Und da würde für einmal auch SF ein bisschen mehr Transparenz gut stehen, indem die Resultate veröffentlicht würden; resp. ob irgendwelche "Adjustierungen" vorgenommen werden mussten aufgrund von Schummeleien während des Internet-Votings, welche grössere Resultatverschiebungen zur Folge hatten. Und von der Hoffnung, zu erfahren, wer in der Jury sass, lass ich gleich mal wieder los...!

Die echt tolle Vorentscheidung auf SF erlitt mit dieser Wahl und diesem Resultat einen jähen Startabbruch!

Nach dem DRS3 Fiasko nun also auch auf SF eine herbe Enttäuschung!

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Folgendes hat sich ja unterdessen auch von selber erledigt.....!
 
Anmerkung zu RSI (italienische Schweiz):
Zum Schluss wenigsten eine gute Nachricht: nach dem Rückzug von Orpheline ("Surrender") stolperte die auf Platz zwei liegende Vittoria Hyde mit ihrem aberwitzigen, aber grell-innovativen "Play the trumpet" zuoberst aufs Treppchen und wird, wenn nichts mehr schief läuft, die italienische Schweiz vertreten!

Somit hat Windmaschinchen wenigstens einen Song im Schweizer Finale, hinter dem es bedingungslos stehen kann! Einfach eine logische Konsequenz.....!

Vittoria Hyde mit "Play the trumpet"

Freitag, 12. November 2010

DRS3: Die Glorreichen Drei

Seit heute Morgen sind die "Glorreichen 3" von DRS3 bekannt.

Die Hörerinnen und Hörer haben nach einer DRS3-internen Vor-Auswahl folgende drei Acts ins Finale (11.12.2010) gewählt:

1) Dominique Borriello mit "Il ritmo dentro di noi" (20,39%)
2) Duke mit "Waiting for ya" (19,88%)
3) The Colors with Ilira mit "Home" (16,1%)

Ilira hat sich in den letzten Tagen und Stunden mit Simongad einen heftigen Kampf um Platz 3 geliefert und diesen jetzt auch (wohl sehr knapp) für sich entschieden. Heilige-12-Punkte sei Dank dafür!!!! Das ist in etwa der einzige Lichtblick, der sich auf dieser Plattform ergeben hat!

Dass sich Dominique Borriello an die erste Stelle gesetzt hat, ist für Windmaschinchen kaum zu glauben und unverständlich. "Il ritmo dentro di noi" ist drei Minuten Langeweile pur. Da kommt ja stehendes Wasser aufgeregter daher!Die 20+% sind ein wahrer Schock für Windmaschinchen. Kann kaum glauben, dass jeder fünfte Wähler sich für solche Bedeutungslosigkeit entschieden hat.

Duke's "Waiting for ya" ist ein James Bond goes Rap Verschnitt mit ein paar markanten Synthie-Einsätzen und einer weiblichen Stimme, die auf der Song-Aufnahme stark und überzeugend rüber kommt, in der Unplugged-Version aber böse Erinnerungen an DJ BoBos weibliche Background-Sängerin ihres "Vampire"-Songs heraufbeschwört...! Denn schlussendlich trägt sie die Verantwortung des gesanglichen Teils dieser Scheibe.

Dass sich The Colors with Ilira mit ihrem "Home" schlussendlich doch noch fürs Finale qualifiziert hat, war für DRS3 wohl nur ein kleiner Trost, ging ihr Favorit, Fräkmündt doch sang- und klanglos unter (ebenso wie Windmaschinchens Dorian Gray übrigens!!) und belegte den letzten Platz mit weniger als 2 % der Stimmen! Fräkmündt ist aber in der Video-Bewerbung immer noch im Rennen und könnte sich dort natürlich trotzdem fürs Finale qualifiziert haben. Bald wissen wir mehr!
Zurück zu The Colors with Ilira. "Home" ist niedlich, herzig und herzlich, grundehrlich und harmonisch arrangiert. Die Zweisprachigkeit scheint mir gelungen zu sein (was immer sie auch auf albanisch singen mag...!?) und würde im Falle eines Falles wohl auch einige Punkte aus demselben Land ergeben.
Der Song ist gut gemachter Berner-Pop und sicher eine Entdeckung. Eine musikalische Weiterentwicklung der Schweizer (Mundart-) Musik ist "Home" sicher nicht, wühlt in ausgelatschtem Terrain umher, dies aber mit Stil! Aber das ist ja auch nicht der Anspruch einer Bewerbung für den ESC! "Home" ist der mit Abstand beste und ehrlichste Song dieser drei "Glorreichen".

Wie auf DRS3 zu lesen ist, wurden über 100'000 Stimmen abgegeben: Zitat -
Über 100'000 Stimmen wurden abgegeben, die allermeisten korrekt. Aber leider nicht alle: Einer wollte schlauer sein und hat geschummelt. Deshalb haben wir das Resultat heute Morgen bereinigt.

Wer sich auf die Facebook-Seite von Simongad begibt, kann erahnen, wer heute Morgen eine böse Überraschung erlebt haben muss...!? Von dort kommen nämlich ein paar böse Anschuldigungen an die Adresse von DRS3.

Auch hier wäre ein bisschen mehr Transparenz (wie wurden die Schummeleien aufgedeckt? wen betraf es genau?) seitens DRS3 von Vorteil gewesen. Gibt es eine endgültige und veröffentlichte Übersicht über das Schlussresultat?

Donnerstag, 11. November 2010

1. Final-Titel bekannt: Orpheline mit "Surrender"


Update/17.11.2010:
Orpheline hat sich "aus persönlichen Gründen" von der Finalteilnahme zurückgezogen. Deshalb rutscht nun Vittoria Hyde mit "Play the trumpet" ins Finale nach!

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RSI hat am Mittwochnachmittag bekanntgegeben, dass die italienische Schweiz durch die 24-jährige Sängerin Orpheline mit dem Titel "Surrender" vertreten sein wird.

Da Vittoria Hyde mit "Play the trumpet" auf Platz zwei landete, kann man ohne jegliche Kenntnisse der Lage wohl behaupten, dass "Surrender" dank der Jury zuoberst auf dem Treppchen landete, "Play the trumpet" aber von der gleichen Jury vom Sockel gehauen wurde...!?? Who knows?

Orpheline


Den lounge-igen Pop-Titel kann man sich hier anhören. 

Wer dies zu so später Nachtzeit tut wie Windmaschinchen läuft Gefahr, dabei einzuschlafen....! "Surrender" mag wohl seine musikalischen Qualitäten haben, angesprochen wurde ich von ihnen aber noch nicht.

Der Song plätschert à la Bernoise (für Nicht-Schweizer: ruhig und gemächlich) vor sich hin, dass es wohl auch den einzelnen Noten ein bisschen zu langweilig wurde dabei. Denn nach knapp zwei Minuten versuchen diese, aus dem schmal gehaltenen Notenblatt auszubrechen, um ein paar Sekunden später gleich wieder eingefangen und in die Reihe zurückgestellt zu werden, wo sie ihr ruhiges, behagliches und halt doch relativ ödes Dasein weiter fristen müssen, bis ein langsames Aushauchen dem Ganzen ein unbemerktes Ende setzt. Gekommen und gegangen.

Wer auf diesen Musikstil abfährt, ist gut aufgehoben, ob das am ESC aber viele sind, wage ich zu bezweifeln. Der Song vermittelt gute Absichten für den falschen Anlass.

Mittwoch, 10. November 2010

Rückblick und Fazit der Schweizer Vorausscheidung 2011

In ein paar Tagen wird bekannt gegeben, wer die Glücklichen sein werden, die es in "Die grosse Entscheidungs-Show" geschafft haben.
Auch Windmaschinchen wartet gespannt auf das Resultat und zieht ein bisschen Fazit der Schweizer Vorauswahl. Dies vor allem deshalb schon jetzt, weil Windmaschinchen sich sehr gut kennt und aus Erfahrung weiss, dass sein Wunschresultat nur selten mit dem tatsächlichen Resultat übereinstimmt und sich als Folge davon ein volle Badewanne sucht, um sich darin zu ertränken!

Es muss und darf festgehalten werden, dass die musikalische Qualität vieler Songs Windmaschinchens Erwartungen bei Weitem übertroffen hat. Dass bei einer offenen Bewerbung auch viel Ramsch, Grausiges und Beängstigendes angeboten wird, ist logisch und war daher zu erwarten.
Songs, wie jene von When They Wake, Ad-Rian, Zero In On, Dorian Gray sowie Candy from a Stranger, waren den ganzen Aufwand alleine schon wert! Sollten sie ins Finale kommen, wäre dies toll. Falls nicht, wäre dies zwar sehr schade, aber sie haben mir gezeigt, dass in der Schweiz gute Musik gemacht werden kann. Und das genügt mir fürs Erste mal!

Hinzu kamen viele Beiträge, die einfach gut waren, die sich gerne hören lassen und einfach mal Spass machen! Hätte mir im Vorfeld jemand gesagt, dass meine Top-10 problemlos mit 15-20 Songs hätten gefüllt werden können, hätte Windmaschinchen glatt ein Schäufelchen verloren vor ungläubigem Staunen! Daher einmal ein Kompliment an all jene, die Windmaschinchens Ohren wohlgesinnt waren!

Der Termin
Das beste an der Schweizer Vorausscheidung war der gewählte Termin von SF. Kein anderes ESC-Land ist so früh dran wie die Schweiz! Kein anderes Land weit und breit führt zurzeit eine Ausscheidung durch! Die meisten Länder entscheiden jeweils in den Monaten Januar/Februar/März. Dann herrscht in der ESC-Community ein beispielloses Gedränge. Da hätten wir es publizistisch schwer gehabt, wenn die Schweiz gleichzeitig mit z.B. Schweden, Norwegen, Island, Dänemark, Ländern Osteuropas und des Balkans eine Vorausscheidung durchgeführt hätte. Dieser frühe Termin führt dazu, dass unsere Pre-Selection auch den entsprechenden Platz erhält in der ESC-Community. So etwas haben wir noch nie erlebt! Es wird über die Ausscheidung geschrieben und diskutiert und es ist eine wahre Freude.
Durch die Fokussierung auf die Schweizer Vorausscheidung erhalten einige der antretenden Artisten auch einige Publizität, die sie so nie erhalten hätten - und das ist das absolut Tolle daran!

Kommunikation
Ein konstantes Problem der letzten Wochen war die Kommunikation - vor allem bei DRS3! Wer glaubte, auf der DRS3-Webseite genaue Informationen über den Entscheidungsprozess, Entscheidungsfindung, Termine etc. zu finden, lief ins Leere. Man musste sich seine Informationen von überall her selber verschaffen - sei dies über Facebook, verstreut auf der DRS3-Seite oder per Zufall! Die Kommunikation war ungeordnet, unübersichtlich oder nicht auffindbar resp. unauffindbar. Da ging wohl einiges ein bisschen zu schnell für den Kanal!

Aus 10 mach 12
Ursprünglich war von insgesamt 10 Finalisten die Rede, drei davon von DRS3 "bereitgestellt". Im neuen Reglement, gültig per 1.11.2010 (PDF-Download-Link hier), wird nun "plötzlich" bekanntgegeben, dass das Finale mit 12 Beiträgen durchgeführt wird. Neben den sieben von SF und den drei von DRS3 werden auch RTS (französische Schweiz) sowie RSI (italienische Schweiz) je einen Beitrag beisteuern. Bei RSI stehen diese fünf Teilnehmer/Innen zur Auswahl. Am Mittwoch, 10. November, werden auf Radio La 1 morgens zwischen 9 - 11h (...) die Songs den Hörerinnen und Hörern vorgestellt. Eine nobelpreiswürdige Berechnung, bestehend aus SMS-Voting/Fachjury und Internet-Voting, entscheidet dann über den Teilnehmer resp. die Teilnehmerin aus der italienischen Schweiz. Meine Schäufelchen verbiegen sich bei so viel Kompliziertheit....! Wie RTS entscheidet, fand Windmaschinchen beim besten Willen nicht heraus....!

SF - Schweizer Fernsehen
Wie einfach es wäre, eine offene Bewerbung durchzuführen, zeigte das Schweizer Fernsehen, SF! Auf der Einstiegsseite wurden die letzten sechs Neu-Bewerbungen aufgelistet. Das sorgte wenigstens zu Beginn für eine Art Übersicht. Gegen Ende der Bewerbungszeit half dann auch dies nicht mehr weiter, da praktisch im 5-Minuten-Takt neue Videos aufgeladen wurden.
Auf der Video-Seite waren alle Beiträge alphabetisch gelistet. Hier wünschte ich mir eine Sortier-Funktion, die es erlauben würde, nach Eingang und nach Titel zu sortieren und nicht bloss nach Band-Namen/Interpret/Interpretin.
Was mir auf der SF-Seite wirklich sehr gut gefallen hat, war die klare Linie: Beiträge, die z. B. die 3-Minuten-Regel nicht eingehalten haben, wurden konsequent vom Netz genommen! Bravo! Beiträge, bei denen man später bemerkte, dass diese nicht dem Reglement entsprachen (z.B. zu früh veröffentlichte Songs, zu junge Teilnehmer/Innen etc.) wurden konsequent entfernt!

Dass nur vier Stimmen zur Verfügung standen, brachte Windmaschinchen zwar ein bisschen in Verlegenheit, ist aber deshalb als positiv zu werten, dass eine "Mobilmachung" eines Artisten (z.B. auf Facebook, Twitter, Massen-Mails etc.) nicht dieselbe Wirkung zur Folge hat, wie wenn man 10 Stimmen zur Verfügung gehabt hätte. Deshalb war auch dies ein cleverer Zug von SF. Mehrfaches Voten war nur durch erstellen mehrerer Profile möglich, was sicher einige gemacht haben. Wie und ob SF die Voten auf ihre Richtigkeit hin prüft, weiss ich nicht. Hier ist einfach zu hoffen, dass so viele wie nur möglich abgestimmt haben. Je mehr abstimmen desto besser werden solche "Mobilmachungen" neutralisiert. Es wäre wünschenswert, wenn SF bekannt geben würde, wie viele Personen sich am Voting beteiligt haben - am besten aufgeteilt in Schweizer- und Nicht-Schweizer-Stimmen! Nur zu gerne würde ich wissen, wie "die Schweiz" und wie "das Ausland" abgestimmt hat! Ich gäbe echt viel für diese Information.

Für ein nächstes Mal wäre es vielleicht von Vorteil, wenn SF die ESC-Seite drei-/vier-sprachig erstellen würde, damit sich die Romands und Ticinesi sowie die Englisch Sprechenden nicht ausgegrenzt fühlen. Es würden bestimmt einige mehr abstimmen, wäre die entspr. Seite auf französisch, englisch und italienisch vorhanden!

Ebenfalls sehr positiv war, dass auf dem Video-Portal keine Kommentare abgegeben werden konnten. Die Spam-Flut einiger Artisten und Fanatiker wäre grenzenlos gewesen! Wozu dies führen kann, erfuhr SF auf seiner Facebook-Seite, auf der die User von SF schon mal ermahnt werden mussten, Stil und Haltung zu bewahren!

Ein Problem zeigte sich, als plötzlich einige Beiträge sowohl auf SF wie auch auf DRS3 erschienen. Ein heilloses Durcheinander. Im neuen Reglement wurden diese Konflikte nun zwar gelöst, aber für ein anderes Mal muss das auf eine andere Art geregelt werden. Eine Lösung (mit derselben Konstellation SF/DRS3) kann sein, dass ein Beitrag entweder NUR auf SF oder NUR auf DRS3 an den Start gehen darf.
Es bleibt sowieso die Frage, ob es gut war resp. viel brachte, DRS3 ins ESC-Boot zu holen. Wenn man sieht, wer es ins 10er-Finale geschafft hat, sieht und hört man leider auch, wie bodenlos schlecht das DRS3-Angebot war. Da vermögen auch die zwei Ausnahmen (Dorian Gray und The Colors and Ilira) nicht darüber hinweg täuschen!

Fazit SF: die konsequente Haltung der SF-Redaktoren war vorbildlich und hilfreich. Die Aufbereitung der Videos übersichtlich - mit einer erweiterten Sortier-Funktion wäre sie sogar perfekt gewesen. Der gewählte Termin genial!
Sollte sich SF dazu entscheiden, nächstes Jahr erneut mit einer offenen Bewerbung anzutreten, würde dies wohl auch ein bisschen früher kommuniziert. Somit hätten die Artisten die Möglichkeit, sich noch besser vorzubereiten und vielleicht auch das eine oder andere Video besser zu produzieren, als dies teilweise der Fall war!
Alles in allem: viel besser als erhofft!


DRS3
Generell bleibt bei mir eine grosse Frage übrig? Wieso bemüht sich DRS3 um den ESC? War das ein freiwilliger Schritt oder wurde DRS3 dazu verdammt?
Die einzige Übersicht, die ich hatte, war wenigstens in der Song-Übersicht. Diese wurden schön chronologisch dargestellt. Man wusste immer, wo man weiterfahren muss, machte man sich wie Windmaschinchen die Mühe, ALLE Songs durchzuackern! Das war dann schon alles, was von der positiven Front erwähnt werden kann!

DRS3 hat sich konsequent daran gehalten, alle Beiträge zu veröffentlichen, auch wenn diese in schlimmster Manier nicht dem Reglement entsprachen (ich wiederhole: Zeit-Limit, Veröffentlichungs-Datum). Gerne wüsste ich, was DRS3 dazu bewogen hat. Werbung für das mx3 Projekt, Werbung für den Artisten, verstösst er noch so gegen das Reglement? Hier zeigt sich erneut, wie verpönt der ESC auf DRS3 ist. Eine "who cares"-Attitüde machte sich auf der ganzen Seite breit. Da halfen auch die mehreren Sondersendungen am Dienstag nicht weiter.

Was die 10 Finalisten der DRS3-Auswahl betrifft, habe ich leider nicht mitgekriegt, wieso die DRS3-Redaktion gerade diese Titel auserkoren hat. Für Dorian Gray und Ilira bin ich natürlich glücklich, aber der Rest ist peinliches Schweigen. Ich komm nicht um den Gedanken herum, dass geo-politische Beweggründe (etwas für die Romandie, etwas für den Ticino, etwas für die Deutschschweiz) eine grössere Rolle spielten, als irgendwelche musikalische Ansprüche. Und wenn schon kalkulatorisches ESC-Denken im Entscheidungsprozess mitspielt (z. B. I will stand von Simongad sowie Anetta Morozova), dann wählt doch wenigstens Six Cells, deren Lied wirklich Spass und Freude verbreitet!
Was mir am meisten Leid tut, ist die Tatsache, dass auf der SF-Auswahl, wo es bedeutend bessere Beiträge gibt, einige über die Klingen springen müssen, die um einiges besser und vor allem moderner sind, als die drei DRS3-Finalisten, die es schaffen werden (The colors with Ilira mal ausgenommen, sollten sie es schaffen)!

Wie eingangs schon erwähnt, war die Kommunikation, wie das Ganze ablaufen wird, auf DRS3 unübersichtlich und kaum auffindbar. Da gäbe es für ein andermal einiges nachzuholen.

Fazit DRS3: das war ein Schuss ins eigene Knie, so hart dies auch tönen mag. Bestünde echtes und wirkliches Interesse, den ESC in der Schweiz wieder ein bisschen salonfähig zu machen, war der von DRS3 gewählte Weg der falsche!
Wenn ein Musik-Kanal wie DRS3 in den Entscheidungsprozess des ESC eingebunden wird, dieser aber das ganze Jahr über kaum einmal einen ESC-Song spielt, dann hat dieser Kanal schon von Beginn weg ein ganz grosses Problem: jenes der Glaubwürdigkeit!

Alles in allem: noch schlechter als erwartet!


Schlussfolgerung:
SF = 12 points
DRS3 = 0 points