Samstag, 30. Oktober 2010

When they wake - "Until the end"

Artikel editiert: 30.10.10

Ach du heilige Assia! Da lästert Windmaschinchen über die bedauernswerte Song-Auswahl auf DRS3 und schon zwängt sich eine Donnerwalze mit Getöse durch die Lautsprecher!Fasten your seatbelts!

Die Gruppe "When They Wake" (feat. Sifecta) tritt mit "Until the end" zur Vorausscheidung an. Und eines lässt sich schon jetzt sagen: bei diesem Song wird auch der Letzte wach!

When They Wake mit "Until the end":


Der melodiöse, Rap-versetzte Power-(Metal/)Rock kommt mit Orkanstärke 10 daher und erinnert in bester Manier an My Chemical Romance! Hört man sich auf iTunes ihre EP "The Progression" an, kommt sofort zum Vorschein, dass die Jungs eine klare musikalische Linie haben. "Sicherheitshalber" verzichten die Jungs in "Until the end" auf Growling und lassen auch Emo nur kurz aufblitzen. Denn sonst wären wir bei einem regelrechten Hardcore-Punk-Song angelangt, und das hätte die "Rosa-Gemeinde" endgültig aus dem Saal gepustet....!

"Until the end" passt in etwa so zum ESC wie Fussballspieler in rosarote Tutus, aber ein willkommener Farbtupfer ist dieser Song alleweil!  

Nein, es darf nicht nur beim Farbtupfer bleiben: dieser Song und diese tolle Gruppe gehören ab ins Finale!

"Until the end" beinhaltet genau das, was mir bei maNga (Türkei 2010) gefehlt hat! Zur Erinnerung: maNga belegte 2010 den ..... 2. Platz!

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass "Until the end" auch wirklich dem Reglement entspricht! Wäre in der Tat zu schade, wenn dieser Beitrag disqualifiziert werden müsste.  

Für Windmaschinchen gehört "When They Wake" ins Schweizer Finale - mindestens! Wenn sie sich dort LIVE in ebenso grosser Form zeigen, haben wir den heissesten Kandidaten, den die Schweiz seit sehr, sehr langer Zeit gehabt hat!

Was für eine wunderbar laute Überraschung!

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Finally some glitz and glamour coming to Switzerland

DQ ist zurück auf der grossen weiten ESC-Bühne, wo sie auch hingehört! Die Königliche aus Dänemark, welche ihr Land 2007 in Helsinki mit ... "Drama Queen" vertrat, bewirbt sich für die Schweiz!
Endlich kommt etwas Glitzer und Glamour in die Vorausscheidung und sie würde wohl soviel Material mit sich auf die Bühne schleppen, wie die restlichen 9 andern Acts zusammen, sollte sie sich fürs Finale qualifizieren.

Auf der SF-Plattform steht da was von "Auf Hi'Dee feat. DQ" .... Hey guys: DQ gets gefälligst first billing und steht nicht hinter irgendeiner Wortklauberei, bei der man nicht weiss, ob es etwas mit unserem Heidi zu tun hat ober ob das Video in HD geschossen wurde....!
Es müsste also schon mal "DQ feat. Auf Hi'Dee" heissen. Capisce? Die königliche Hoheit trägt nicht nur tonnenschweren Kopfschmuck, einen Brandenburg-grossen Rock sowie Halsschmuck, dass sich das Tragen eines Schlagringes erübrigt, sondern sie trägt auch eine massgeschneiderte Oberweite, die der Grösse zu entnehmen auch nicht gerade den Anschein macht, als wäre sie mit Helium gefüllt! Wäre ja aus feuerpolizeilichen Gründen auch nicht zu verantworten bei all dem Pyro, die sie in ihre Show einzubauen pflegt! Und sie trägt den Song. Dieser hat zwar eher etwas mit der feuerpolizeilich verbotenen Substanz zu tun, bringt aber die schrei- und tanzwütige Federboa-Koalition zur körperlichen Betätigung. DQ sorgt sich also um Windmaschinchens Gesundheit!!!!

Sollte sich DQ feat. irgendetwas fürs Finale qualifizieren, muss sie unbedingt als Letzte an den Start gehen! Dies deshalb, um den gängigen SF-Altersdurchschnitt von gegen 60 Jahren innerhalb von 3 Minuten auf .... 35 runter zu senken! So einen Beitrag überlebt die Schacher-Seppli-Generation garantiert nicht! Nur so hat die Schweiz eine reelle Chance, einen einigermassen modernen Titel nach Düsseldorf zu schicken!

Deshalb: Vote for DQ feat. irgendetwas mit dem Titel: Take My Heart!


Wer hat wohl wen getröstet 2007 in Helsinki? DJ BoBo DQ oder DQ DJ BoBo...? Beide blieben nämlich im Halbfinale stecken und haben wohl beide um die Wetter geheult. Dies aber nur so am Rande!

Dienstag, 26. Oktober 2010

Yasmine - Too Young

Nach dem Kurzbesuch bei "richtigen Männern" huscht Windmaschinchen schleunigst wieder zurück in die Warmduscher-Ecke!Denn jetzt haben wir es mit einem wirklichen Disco-Pop-Knaller zu tun, der in Düsseldorf im Nu die Herzen der Schwulen erobern würde! Lange habe ich mich gegen einen Beitrag darüber gewehrt, aber ich kann einfach nicht mehr; ich gebe mich geschlagen, auch wenn damit alle Prinzipien und die gesamte Glaubwürdigkeit über den Haufen geschossen wird....! Der Song ist einfach ..., ehm pardon my French, .... geil!

Yasmine (Meguid) legt einen Party-Song der Extraklasse hin: "Too Young"!

Produziert wurde der Song von Mats Pehrsson (Schweden), der in Erlenbach die Firma HookLineMusic betreibt.

"Too Young" ist Euro-Pop vom Feinsten und im allerbesten Sinne des Wortes! Slick'n'easy!

Da hält einem nichts mehr auf dem Stuhl, meine Lieben! Man beginnt wie von selbst mit den Armen zu fuchteln und hat sich blitzschnell eine eigene Choreographie zusammengestellt! Vorsicht bei Gebrauch von Pumps!
Hört man sich den Song aber unterwegs an, einfach aufpassen, dass man nicht laut mitsingt und ungewollt jedem zweiten jungen Schnösel hinterher singt "You're too young to be mine". Vor allem nicht als Mann....! Das würde nämlich eine gute Krankenversicherung sowie einen guten Anwalt voraussetzen....!

Verdammt! Dieser Song ist hoch ansteckend und packt einem, auch wenn man sich nach Kräften dagegen wehrt.

Schlussspurt auf dem Basar!

Während auf der SF-Eurovision-Plattform einigermassen Ordnung herrscht, findet man sich auf der DRS3-Plattform wahrlich auf dem Bazar wieder.

Die 3-Minuten-Regel wird schon fast aus Prinzip nicht eingehalten und ein erschreckend grosser Teil der Songs wurde vor der erlaubten Veröffentlichungs-Deadline (1.9.10) publiziert.

Wenn beim Upload eines Songs schon die AGB - sprich das Reglement - akzeptiert werden muss vom Artisten, könnte man sich doch vorstellen, dass dieser sich daran hält!? Und falls nicht (etwa bei Zeitüberschreitung): wird der Beitrag ganz einfach von der DRS3-Seite gelöscht. Es kann doch nicht sein, dass DRS3 später einen Act "bitten" muss, sich jetzt vielleicht doch ans Reglement zu halten!?
Sollte ein Artist das Reglement nicht einhalten, kann sich diese/r dann immer noch überlegen, ob er/sie den abgelehnten Beitrag überarbeiten möchte oder es einfach lassen will! Wäre eigentlich sehr einfach!

Diese strikte Handhabung würde es den Zuhörerinnen und Zuhörern um einiges einfacher machen, sich in Ruhe durch die (reglementarisch korrekten) Beiträge durchzuackern. 
Und es wäre vor allem jenen Acts gegenüber fair, die sich von Beginn weg die Mühe gemacht haben, ihren Song reglementskonform zu produzieren!

Da sich DRS3 dafür entschied, ALLE eingesandten Beiträge zu veröffentlichen (unabhängig davon, ob diese auch dem Reglement entsprachen), wurde die DRS3-EUROVISIONS-Plattform von über 90% einfach als blosse Plattform genutzt (s. Daliah et al!).

Am 30. Oktober ist Anmeldeschluss. Anfangs November soll abgestimmt werden können, welche drei Beiträge es seitens DRS3 ins Finale (11.12.10) nach Kreuzlingen schaffen werden.

Zurzeit stehen auf der ESC-Club-Seite von DRS3 lediglich 3 Acts zur Auswahl (Stand: 26.10.10). Zwei davon mit Überlänge! Ich hoffe sehr, dass diese Auswahl noch erweitert wird. Ein Dorian Gray mit seinem wunderbaren "No seasons" gehört zum Beispiel ganz klar auf diese engere Auswahlliste! Ebenso wie ein paar Songs, welche sich auch auf SF beworben haben, aber die werde ich separat behandeln. Aber aus jenen Beiträgen, die sich ausschliesslich auf DRS3 angemeldet haben, könnte ich keine Liste von, sagen wir mal fünf Beiträgen zusammenstellen, die ESC-würdig sind! Da sieht es auf der SF-Seite zum grossen Glück schon um einiges besser aus! Doch davon mehr zu einem späteren Zeitpunkt.

Zurück zu DRS3. Fragen, die jetzt noch übrig bleiben:
  1. Wie handhabt DRS3 jene Beiträge, die sowohl auf der DRS3- WIE AUCH auf der SF-Plattform zur Auswahl stehen? Haben auch diese Beiträge eine reelle Chance, auf der DRS3-Liste der engeren Auswahl aufgenommen zu werden (was im Falle von Fräkmündt eigentlich mit ja beantwortet werden könnte; sehe darin aber eine Ausnahme, da es sich dabei um Mundart handelt)?
  2. Nimmt DRS3 mit einem Act, der es auf ihre engere Auswahl schafft, zuvor noch einmal Kontakt auf, um sicher zu gehen, dass er/sie auch wirklich mitmachen will?
  3. Wie würde DRS3 vorgehen, falls einer der "drei Glorreichen" sich nach der Wahl doch entscheiden sollte, NICHT im Finale anzutreten resp. aus irgendeinem Grund disqualifiziert würde? Kommt der Viertplatzierte zum Handkuss? Oder lässt man den offen gewordenen Platz frei?
  4. Werden Beiträge der engeren Auswahl daraufhin geprüft, welche Live-Qualitäten er/sie mitbringt?
Auf jeden Fall dürfen wir gespannt sein, welche Acts DRS3 zur Wahl der "glorreichen Drei" vorschlagen wird!

Freitag, 22. Oktober 2010

Disqualifikation: Daliah - "Levant"/"Les Feuilles


Daliah verstösst (massiv) gegen das bestehende ESC-Reglement und wird disqualifiziert!

Wie Windmaschinchen herausgefunden hat, wurde ihr Song, der auf dem SF-Videoportal den Titel "Levant" trug, bereits vor dem erlaubten Stichtag (1.9.2010) veröffentlicht - viel früher schon; nämlich bereits im November 2007 (!!!) auf Youtube.

Ob dahinter Unkenntnis des Reglements, Ignoranz oder gar Absicht seitens der Band stand, was dann schlussendlich zu dieser Disqualifikation führte, weiss wohl nur Daliah.

Als wäre die zu frühe Veröffentlichung des Titels nicht schon schlimm genug, trieben Daliah die ganze Sache noch weiter: auf der DRS3 Plattform veröffentlichten Daliah denselben Song unter dem Namen "Les feuilles" zusammen mit zwei weiteren Titeln. Das machte Windmaschinchen stutzig.
Was folgte, war eine kurze Suche auf iTunes und fand dort prompt zwei Alben von Daliah. "0.5" sowie "1.0".
Auf der CD "0.5" hat es in der Tat einen Titel mit dem Namen "Levant", der aber nichts mit dem ESC-"Levant" (auf SF) zu tun hatte. Dafür fand sich auf "1.0" "Les Feuilles" wieder und die Sache war erledigt! Natürlich sind auch die zwei weiteren Songs auf der DRS3 Seite auf der entsprechenden CD und werden sicher auch disqualifiziert werden.

Nun, es gibt (vor allem auf der DRS3-Seite) noch einige, welche disqualifiziert werden, aber die (freiwillige oder unfreiwillige) Dreistigkeit von Daliah ist schon erstaunlich!

Nun, die (gewünschte?) "Exposure" haben Daliah gehabt, länger als es hätte sein sollen wohl. Ob die Band darauf stolz sein kann und wird, tja, das wissen nun wirklich auch nur sie selbst. Auf jeden Fall heisst es für Daliah: "Leider nein!" - ...und tschüss!

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Melodifestivalen 2011 - Ticket für Windmaschinchen!

Hurrah, hurrah! Windmaschinchen hat sich ein Ticket fürs Melodifestivalen Finale 2011 im Stockholmer Globen ergattern können! Windmaschinchen is happy as a porcupine!

Sverige, jag älskar dig!

Hoffentlich hat Christer Björkman bis dann auch all den drögen Schweden-Schlager (und den Schnee) aus dem Weg gelöffelt und empfängt Windmaschinchen mit einem würdevollen und pompösen Finale!

Brrrrrrrh, Stockholm im März - kalt!

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Dorian Gray - No Seasons





Windmaschinchen musste sich auf der DRS3-Seite zuerst durch über 70 Titel durchleiden, bis es endlich auf etwas Hörenswertes traf und dabei auf eine wahre Perle stiess:  


Was für eine Offenbarung. Dieser spektakulär unspektakuläre Beitrag rauscht ungehindert durch einem hindurch und wirkt wie Balsam für die Ohren, versetzt einem aber auch einen regelrechten kalten Schauer durch den ganzen Körper, als wäre einem mitten in einer sternenlosen Nacht in einem dunklen Wald eine Fledermaus um die Ohren geflogen. So leise Töne, so eine Dramatik, so tiefe Betroffenheit.

Dieser Song gehört in den Final der Schweizer Vorausscheidung. Mindestens!

Sicher, der Song hätte es neben all dem "Lärm" anderer Länder extrem schwer in Düsseldorf, aber mit einer smarten Inszenierung würde dieser Beitrag für grosse Furore sorgen. Vorausgesetzt, Dorian Gray bringt das mit, was die letzten paar Schweizer Teilnehmer nicht mit dabei hatten: eine glasklare und überzeugende Live-Stimme!

Fürs Erste deshalb: einfach geniessen, einfach geniessen!

Montag, 18. Oktober 2010

"Underground" auf DRS3

Gestern Abend hatte Windmaschinchen die unsägliche Idee, sich noch "schnell" durch die Songs durchzuhören, die zurzeit auf DRS3 als mögliche Kandidaten für den ESC 2011 infrage kommen. Bad idea, bad idea!!

Wir erinnern uns kurz: DRS3 hat das Recht, 3 Acts fürs Finale am 11. Dezember 2010 zu stellen.

In seinem täglichen Tun und Lassen versucht DRS3 wie ein Berserker, Mainstream und "Nicht-Mainstream" unter einen Hut zu bringen. Sprich: tagsüber badet der Zuhörer im seichten Wasser des Mainstreams und verordnet dem geneigten Zuhörer, was er so zu konsumieren und zu mögen habe, und abends gibts was für die anderen fünf Hörerinnen und Hörer. Das nennt man bei uns in der Schweiz "Service public". Als wäre dieser Spagat nicht schon so schwierig genug, wurde dem armen Sender jetzt auch noch der ESC untergejubelt. Schon fast bedauernswert das Ganze.

Das Desaster fängt schon mal beim Suchen der momentan gelisteten Songs an. Irgendwann trifft man dann irgendwie eher per Zufall auf irgendeine Seite, auf der die Beiträge aufgelistet sind.Immerhin werden die Beiträge entsprechend ihres Eintreffens aufgelistet (dies im Gegensatz zu SF, auf dessen Seite man den Überblick der neu eingegangenen Beiträge leicht verliert!). Dies hilft insofern, dass man nicht zufälliger- und somit dummerweise einen Song zweimal anhört...!

Dann stellt man fest, dass eine Mariella Farré ihren Song "Should I" auch bei DRS3 eingereicht hat. Machen andere ja auch. Das ist ja kein Problem und auch nicht verboten, aber auf der DRS3-Seite heisst ihr Titel nun "Could I" - wahrscheinlich aus Nachlässigkeit seitens Mariella Farrés. Man könnte es auch unprofessionell nennen.
Dann: ein paar Songs werden unter 2009 geführt. Ob das auf einem technischen Fehler bei Upload oder auf schlichte Ignoranz der Teilnahmebedingungen der Teilnehmenden hindeutet, ist hier nicht bekannt.
Weit über die Hälfte der Beiträge dauern jeweils nicht nur weit über drei Minuten hinaus, nein!, manch einer dauert geschlagene fünf oder sechs Minuten.

Nach Durchhören von über 70 Titeln (oder Teilen davon...) sei die nicht zynische Frage erlaubt: was war denn das? Da tummeln sich Songs auf der Liste herum, bei denen ich fragend staune, ob Töne wirklich kein Selbstwertgefühl besitzen. Mal ganz abgesehen davon, dass die meisten Songs das 3-Minuten Zeit-Limit nicht einhalten, wird man das Gefühl nicht los, dass für die meisten Interpreten/Interpretinnen das Ganze einfach ein (Werbe-)Gag darstellt oder gar als Sabotageakt gegenüber DRS3 resp. den ESC inszeniert wurde.Hauptsache jemand hört sich ihre "Songs" einfach mal an, denn sonst würde das ja niemand freiwillig tun!

Wer sich durch die Titel durchsiecht, kann sich fragen, wieso man die chilenischen Kumpels nicht von diesseits der Erde aus gerettet hat!? - so abgrundtief ist das musikalische Niveau bei dem einen oder andern Titel.

Die Qualität ist dermassen bodenlos, dass das Genre "Underground-Music" eine ganz neue Dimension erhält! Und dies sage ich nicht nur aus einer ESC-Sicht sondern aus Sicht eines ansonsten doch ziemlich liberalen Musik-Geschmacks. Der grösste Teil hat mit ernstem Musikschaffen nichts, aber auch gar nichts zu tun. Die zwei, vielleicht drei "akzeptablen" Songs können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Experiment "DRS3-for-Eurovision" soweit ein kläglicher Schuss ins Knie ist!

Die Belanglosigkeit der allermeisten Titel erinnert einem wieder einmal daran, dass in der Schweiz ein Artist/eine Artistin erst dann zufrieden ist, wenn sein/ihr Titel lediglich von nicht mehr als vier Leuten geliebt wird. Wären es mehr, würde man ja dem in der Schweiz so verhassten Kommerz in die Quere kommen, da Kommerz in der Schweiz grundsätzlich als qualitativ minderwertig durchgeht! Als gäbe es bloss die zwei Kategorien Kommerz und Alternative.
Überspitzt gesagt: leider widerspiegelt das momentane Ergebnis der DRS3-Songs nur den Spagat, den derselbe Kanal tagtäglich versucht zu machen - tagsüber extremer Kommerz, abends extremer Alternative und Pseudo-Intellekt. Und dazwischen: gähnende Leere!
Anders ausgedrückt: Windmaschinchen mag weder extreme Kommerz-Musik noch extreme Alternative-Musik. Meistens wird nämlich weder die eine noch die andere Musik mit Liebe und Hingabe gemacht/produziert. Ich lebe so zu sagen in der "gähnenden Leere"!

Den paar wenigen Artisten, die einerseits das Reglement gelesen und verstanden haben und andererseits wirklich so etwas wie Hingabe zur Musik ausstrahlen, wünsche ich viel Glück bei der Weiterverfolgung ihres Projektes. Überzeugt hat mich bis anhin aber kein einziger Song.

Freitag, 15. Oktober 2010

Halbzeit bei der Schweizer Video-Bewerbung



Halbzeit bei der Videobewerbung für "Die grosse Entscheidungs-Show". Höchste Zeit für eine erste Zwischenbilanz!

Link zur "Entscheidungs-Show"-Webseite findest du hier


Kurzfassung:

  • 1 Hammersong mit Riesenpotenzial
  • 1 guter Song
  • 1 desparate girl
  • 1 gute (ESC-)Bekannte
  • und viel, viel Ramsch

Fangen wir gleich mal unten an!
Das erste Problem, das sich bei dieser neuen Art der Schweizer Vorausscheidung zeigte, war, dass einige sich einen Deut darum scherte, was die Bedingungen sind, um sich für den ESC anzumelden. Entweder waren die Teilnehmerinnen zu jung (Atomic Angels), der Song zu alt (Simu's "Goldne Thron") oder es handelte sich um eine Cover-Version eines älteren ESC-Songs (Dänemarks "Drama Queen").
Das Schweizer Fernsehen hatte also schon mal alle Hände voll zu tun, die hochgeladenen Titel auf ihre Korrektheit hin zu prüfen.
Gleich zu Beginn überschwemmten Todomondo die Webseite. Die Vertreter Rumäniens 2007 stellten gleich mal mehrere Songs online. Nicht einer davon kam dem amüsant herrlichen "Liubi, liubi, I Love You" nahe, welcher in Helsinki den 13. Platz belegte. Aus was für Gründen auch immer wurden dann alle bis auf einen ("Caliente") wieder von der Seite entfernt. Dass Todomondo's Lead-Sänger Ciro de Luca nicht davor zurückschreckte, selbst mehrere Songs (zurzeit drei) hochzuladen, zeigt, dass der Ausdruck "Eurovision-Flittchen" nicht einzig auf Frauen gemünzt sein muss....!

Die Peinlichkeiten einiger Beiträge beginnen schon bei einer gewissen Melissa Serpico, deren Ehrgeiz, Selbstdarstellung und Geltungsdrang um einiges grösser ist als ihr Talent, wenn man in ihrem Fall überhaupt von Talent sprechen kann! Zur Zeit vergeuden sagenhafte neun Songs den teuren Serverplatz des Schweizer Fernsehens! Ihr Jungfrauen-Gitarren-Geplärre lässt die Aktien von Ohrstöpsel-Herstellern in die Höhe schnellen! Grausig! Gibt man ihren Namen auf Youtube ein, fällt einem vor allem ein Beitrag auf, der ihren Geltungsdrang ins Reich des Wahnsinnigen abdriften sieht. So es denn wirklich dieselbe Melissa Serpico ist, sieht man sie dort bei "Britain's got talen" auf der Bühne stehen und posaunt heraus, dass ihr Hund, Laika, dem sie Schal und Hütchen überzieht, Gitarre spielen wird. Bin ich froh, dass die Jury beim Schweizer Vorentscheid 50% Mitspracherecht erhält, wenn es darum gehen wird, die Finalteilnehmer zu bestimmen....!

Gil Laufer's "Changed" ist ein weiterer Beitrag gnadenloser Überschätzung und zeigt beispielhaft vor, wie bodenlos tief das Niveau bei solch frei zugängigen Teilnahmen sein kann.

In der Kategorie "Joke-Beiträge" tummelt sich vor allem Fred Weston an dessen Spitze, wenn auch ungewollt vom Interpreten selbst. Seine Ode "Zürich my love" würde wohl selbst von Freddie Quinn himself verschmäht und wird der eh schon in der Schweiz ungeliebten Stadt Zürich nicht gerade zu mehr Sympathie verhelfen! Einzig die Basler dürften ihre helle Freude daran haben und werden sicher in Scharen für diesen Beitrag stimmen, damit sich Zürich dann auf nationaler Ebene am 11. Dezember beim Finale vollumfänglich und grösstmöglich blamieren kann.

Die häufigst verwendete Sprache ist wenig überraschend Englisch. Erfreulicherweise gibts viele Songs auf Italienisch, obwohl die meisten davon als billige Italo-Schnulzen daherkommen.
Diesbezüglich sind die französischen Songs um einiges vielfältiger, was den Stil angeht. Highlight davon sicherlich Daliah's "Levant" (Typus "Les cowboys fringants"), dessen Video dermassen schräg ist, dass man sich schon fast wünschen würde, die behaarte Brust des Darstellers auf der ESC-Bühne zu Düsseldorf sehen zu können...! Schaut euch das entsprechende Video einfach mal an und ihr wisst, wieso Windmaschinchen nicht gerne zelten geht: man weiss schlicht nie, wann man plötzlich solch irrwitzige Typen neben sich vorfindet und nicht weiss, ob man die Ambulanz, die Polizei, den Dealer oder einfach nur die Videokamera holen soll!

Sehr enttäuschend hingegen ist der Anteil deutschsprachiger Songs. Ob Hochdeutsch oder Schweizerdeutsch: der Anteil liegt praktisch bei Null!

Unter den meist unbekannten Teilnehmern gibt es aber eine Teilnehmerin, die einem breiteren Publikum bekannt sein wird: Mariella Farré. Sie nahm zweimal für die Schweiz am ESC teil: 1983 mit dem wunderbaren "Io così no ci sto" (Platz 15) sowie zwei Jahre später, 1985, zusammen mit Pino Gasparini mit "Piano, piano" (Platz 12).

Nun meldet sich Mariella Farré also zurück. Es wäre interessant zu wissen, was ihre genauen Beweggründe zu dieser Rückkehr sind. Zu beginn ihres Videos mit dem Titel "Should I" gibt sie als Grund "den tollen Song" an, aber Windmaschinchen meint, dass da wohl noch weitere Gründe dafür vorhanden sein müssen. Auf jeden Fall ist ihr "Coming home" bei Windmaschinchen sehr  willkommen. Hier scheint es sich wirklich um einen eingefleischten ESC-Fan zu handeln! Welcome back, Mariella!".
Nun, das Comeback ist toll, der Song ist es aber leider nicht! Was Mariella als "sackstarken" Refrain anpreist, entpuppt sich beim Hören als höchst durchschnittlich und bemüht. "Should I" kommt verstaubt und altbacken daher, zeugt von lang vergangenen Zeiten und hinterlässt bei Windmaschinchen einen enttäuschenden Eindruck. Ist das alles, was einer guten und stimmlich starken Sängerin heutzutage angeboten wird? Schade, dass Mariella Farré die musikalische Entwicklung nicht intensiver verfolgt hat.

Wie verzweifelt und unkoordiniert einige Künstler werden können (und dabei handelt es sich einmal mehr um eine junge Person), zeigt sich am Beispiel von Sarah Burgess aus den USA. Sie, ein Opfer der 6. Idol-Staffel, scheint dermassen verzweifelt nach "Exposure" zu suchen, dass sie hofft, diese ausgerechnet am ESC finden zu können. Immerhin kann berichtet werden, dass ihr Titel "Just me" einigermassen hörenswert ist und dass sie, Sarah Burgess, einigermassen gut singen kann. Sie passt aber zur Schweizer ESC-Ausscheidung wie belgische Schokolade in einem Sprüngli-Geschäft.

So, angeln wir uns langsam aber sicher dem guten Teil der zurzeit aufgeschalteten Songs durch. Und diesem Teil gehören momentan lediglich zwei Songs an.
Da hätten wir mal Jenny Trace mit ihrem "For you". Hier haben wir es mit einem ESC-typischen Song der Katgorie Power-Ballade mit etwas Dramatik und leichtem Hang zum Gotischen zu tun. Guter und zügiger Einstieg mit starkem Übergang in den Refrain. Der Song entwickelt sich gegen Schluss hin zu einer Art Hymne und findet seinen Höhepunkt in einem aussergewöhnlichen Key-Change. Windmaschinchens Welt scheint somit in Ordnung zu sein!
Verbesserungspotenzial gibt es bezüglich der englischen Aussprache, die eher an eine weissrussische Vorausscheidung erinnert denn an eine schweizerische...! Die verwendete Lip-Sync Technik im Video mit extremem Zungenschlag erinnert auf eine eher lächerliche Art und Weise an Britney Spears "Baby one more time". Aber daran kann die Jenny ja noch arbeiten. Der Song ist aber gut, hat positive Qualitäten und dürfte sogar noch etwas härter angeschlagen werden! Ein sicherer Finalist, so sie es auch stimmlich bringt!

Nun kommen wir zu Windmaschinchens absoluten Favoriten soweit: der Song heisst "Love is one" und gesungen wird dieser absolut geniale Song von Ad-Rian!
Der gemäss Homepage in Rüschlikon geborene und weitgereiste Sänger scheint in der Tat bei all seinen Stationen musikalisch etwas mitgenommen und in seine Musik (und speziell in diesen Titel) integriert zu haben. In "Love is one" scheint es eine ganze Palette verschiedenster Stile zu haben: vom angehauchten Rap über Hip/Trip-Hop hin zu Leicht-Rock und gefühlvollen Harmonien zum absoluten Schwelgen, die eine schwärmerische und schon fast melancholische Spannung erzeugen, die einem von Beginn weg zu fesseln vermag. Ja, man könnte sogar noch einen Hauch von Glam entdecken, wäre man sehr freizügig!
Spontan kommt mir beim Hören von "Love is one" auch der grandiose Everlast in den Sinn, dessen härterer Drang zu Rap/Hip-/Trip-Hop und purem Rock seinen Höhepunkt auf "White trash beautiful" widerfindet!
"Love is one" entwickelt eine angenehme Härte und Mischung verschiedener Stile, dass sogar selbsternannte und weichgespülte Kuschelrocker Zugang finden werden! "Love is one" erinnert im Hintergrund entfernt an maNga's "Be the sam" (Türkei 2010), was aber als Kompliment gedeutet werden soll!
Dass Ad-Rian sich sogar zu einem simplen, aber effizienten Key-Change hinreissen lässt, überrascht in seiner Art. Offenbar war sich Ad-Rian nicht zu schade, das Thema ESC ein bisschen eindringlicher anzugehen. Wie sehr er deswegen über den eigenen Schatten springen musste, wird er uns sicherlich mal verraten....! Auf jeden Fall hat hier einer seine Hausaufgaben gemacht und kommt mit einem pfannenfertigen Produkt daher!
Der ganz grosse Vorteil von "Love is one" besteht darin, dass der Zuhörer auf dem schnellstmöglichen Weg Zugang zum Song findet. Er packt einem von Beginn weg und lässt einem nicht mehr los.

Optisch ginge Ad-Rian als "grosser Bruder" von Adam Lambert durch, was die ganze Sache noch um eine Spur sympathischer macht!
Einzig bei der Bekleidung wäre es vielleicht angebracht, nächstes mal nicht mehr mit Chris von Rohr auf Kleidersuche zu gehen....!

Mit "Love is one" ist Ad-Rian ein ganz grosser Wurf gelungen und wir haben einen ersten grossen und ernstzunehmenden Teilnehmer! Bravo!

Ad-Rian mit "Love is one":


Wir dürfen gespannt sein, was uns die verbleibenden zwei Wochen bringen werden. Die ersten zwei Wochen deuten auf ein würdiges Finale hin, gemessen an den VIDEOS!

Dienstag, 12. Oktober 2010

Düsseldorf erhält den Zuschlag!

Der ESC 2011 findet in Düsseldorf statt!

Wie hier zu lesen ist, hat Düsseldorf den Zuschlag für die Durchführung des ESC 2011 erhalten.

Lange hats gedauert, bis sich die Verantwortlichen dazu durchgerungen haben, sich für Düsseldorf, das "ungeliebte" Kind, zu entscheiden. Die ganze Welt, oder zumindest ein Teil davon, sah Berlin als logischen und würdigen Austragungsort. Mit dem Projekt "Tempelhof" hätte man einen geradezu geschichtsträchtigen ESC veranstalten können.

Doch es kam anders! Der Hauptgrund, dass es Düsseldorf geschafft hat (und Windmaschinchen hat dies hier bereits vorausgesagt), scheint die Zuschauerkapazität zu sein, welche im obigen Bericht nun mit satten 24000 Plätzen angegeben wird. Was haben sich die "Tempelhof"-Verantwortlichen wohl dabei gedacht, in Berlin einen ESC mit gerade mal 10000 Zuschauern durchzuführen?

Die lange Wartezeit auf den finalen Entscheid lässt darauf schliessen, dass man sich mit Düsseldorf  bis zuletzt schwer tat und immer noch hoffte, dass Berlin eine Alternative (betr. Fassungsvermögen) bieten würde. Es war wohl wie "Warten auf Godot" und der NRD musste sich unter steigendem Zeitdruck "wohl oder übel" für Düsseldorf entscheiden; eine Stadt bei der wohl nur den wenigsten irgendetwas in den Sinn kommt.

Wenigstens kommt Deutschlands geilste und mit Abstand beste Band, die Toten Hosen, aus dieser Stadt und es bleibt zu hoffen, dass der Bandname nicht Programm für diese Stadt ist...!
Und dass die in der 2. Deutschen Bundesliga spielende Fortuna Düsseldorf ihre Heimspiele in der Esprit Arena austrägt und diese auch konsequent verliert, hilft auch nicht gerade dabei, in allgemeinen Jubel auszubrechen. Zugegeben, die Fortuna hat bereits jetzt nach gerade mal sieben Spielen einen Punkt mehr aufzuweisen als Michael von der Heides "Il pleut de l'or" in Oslo...!

Es steht ausser Frage, dass Düsseldorf einen tollen ESC auf die Beine stellen wird, aber das macht die Attraktivität dieser (pardon my French) grauen Stadt auch nicht grösser.
Berlin wird sich und soll sich auf jeden Fall noch lange darüber ärgern, den Zuschlag nicht erhalten zu haben.
Und von diesem Standpunkt aus gesehen, ist der Entscheid des NRD auch gut und nachvollziehbar!