3 Gründe, FÜR ein Lied zu stimmen 3 Gründe, die DAGEGEN sprechen
Heute: Lettland
Artist: Aisha Titel: What for?
Dafür: 1. Damit nicht versehentlich ein SMS für Litauen verschwendet wird. 2. Damit sich ihr Besuch beim Frisör auch gelohnt hat. 3. Damit sich endlich einmal das „Mich-ödet-alles-an-Gesicht“ der Aisha aufhellen kann.
Dagegen: 1. Für den dümmsten Satz des Jahrzehnts: „Only Mr God knows why ... But his phone today is out of range“. 2. Zuerst Abitur schaffen, dann Fragen stellen, liebe Aisha! 3. Wer die Wäsche nicht selber wäscht, soll auch nicht dafür belohnt werden!
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Heute: Island
Artist: Hera Björk Titel: Je ne sais quoi
Dafür: 1. Key-Change des Jahres 2. Für einmal geben wir der Interpretin unsere Stimme und weniger dem Lied 3. Island beherbergt das einzige Phallus-Museum der Welt!
Dagegen: 1. Island im Mai? Viel zu kalt für Windmaschinchen 2. Wer sich so kleidet wie Hera Björk, verdient keine Stimme! 3. Weil bei einem evtl. Sieg Islands eine nie da gewesene Gletscherschmelze das Land erschüttern würde beim Eintreffen Europas Schwulen-Armada
Hier eine "Du-Darfst-Lektion" für alle deutschskeptischen Schweizer, damit ihnen die Hemmung genommen wird, für einmal mit gutem Gewissen für Deutschland zu stimmen!
Die unglaublich lässig rüberkommende Lena war in der Sendung DAS! (NDR) zu Gast, in der die Frische und Unverkrampftheit dieser jungen Deutschen einmal mehr unterstrichen wird! Und dann gibts vielleicht sogar von uns Schweizern ein paar SMS-Stimmen für Deutschland.
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Heute: Irland
Artist: Niamh Kavanagh Titel: It's For You
Dafür: 1. Weil „It’s for you“ einen Key-Change beinhaltet 2. Damit Niamh Kavanagh bei einem evtl. „Titanic 2“ als Galions-Figur herhalten könnte – ungeschminkt! 3. Damit Niamh Kavanagh zweimal ordentlich geschminkt und frisiert wird innerhalb einer einzigen Woche
Dagegen: 1. Weil die Titanic nur einmal untergehen kann und das hat Céline Dion schon mal musikalisch bis zur Speiserückgabe erledigt! 2. Weil Irland Ralph Siegel für die Vorausscheidung ein Einreisevisum erteilt hat! 3. Um sicherzustellen, dass nicht auch Lys Assia nochmals auf den Gedanken kommt…
31. Albanien 32. Portugal 33. Grossbritannien (BIG4) 34. Polen 35. Slowenien 36. Russland 37. Litauen 38. Belgien 39. Malta
Dass es Deutschland nicht in Windmaschinchens Punkteränge schaffte, lag schlicht und ergreifend am Song selber und Windmaschinchen urteilt in erster Linie aufgrund des Songs. Lena alleine hätte es locker aufs Treppchen geschafft, denn sie sorgt von der Persönlichkeit her als einzige weit und breit für Aufregung. Für positive Aufregung!
Ein heisser Kandidat auf den Sieg, Aserbaidschan, landete hingegen lediglich auf Platz 26. Das weinerliche Gejammer der Safura geht immer noch gewaltig auf den Bahlsen.
So einfach es letztes Jahr war, den Sieger vorauszusagen, so schwierig ist es dieses Jahr. Wenigstens verspricht der ausgeglichen schlechte Jahrgang 2010 bei der Punktevergabe am 29. Mai für einige Spannung zu sorgen, denn das Stimmverhalten der einzelnen Länder und Regionen wird für einige Abwechslung sorgen, da komplett unterschiedlich. Im Lichte dieses Aspektes könnte der Gewinner 2010 aus einem jener Länder kommen, welches vielleicht nie oder höchst selten die vollen 12 Punkte abholen wird, aber immer so ein paar davon in der Punkteregion zwischen 5 und 8. Dann wird der Siegertitel also ein wortwörtlich durchschnittlicher Titel sein. Dann hätten wir also einen Sieger, der z.B. aus Israel, Armenien, Georgien, Kroatien oder - wenns ganz schlimm kommt - Dänemark stammen könnte.
Aus Windmaschinchens Top-10 werden in der Schlussabrechnung wohl nur Spanien, die Türkei und Israel vertreten sein. Armenien, Aserbaidschan, Dänemark, Georgien, Rumänien, Kroatien und Irland könnten die andern sein.
Big4: Deutschland ist und bleibt ein extrem schwer einzustufender Kandidat. Zwischen Top (wegen Lena) und Flop (wegen dem Song) ist wirklich alles möglich. Spanien wird/muss in die Top 10, wenn nicht sogar ganz zuoberst. Frankreich traue ich einen akzeptablen Platz im oberen Mittelfeld zu; auf jeden Fall meilenweit vor Grossbritannien, das hoffentlich das Ende der Tabelle küssen wird. So viel Bösartigkeit sei Windmaschinchen gestattet.
Sollte es aber zu einer Sensation à la Lordi 2006 kommen, dann kann diese nur aus Holland kommen! Windmaschinchen konnte ja nicht genug über den holländischen Beitrag lästern, aber "Sha-la-lie" hat es doch tatsächlich geschafft, sich im Verlaufe der Wochen erfolgreich in Windmaschinchens Gehörgängen festzukrallen - landläufig als "Schöngehört-Faktor" bekannt. Dieser sorgt jetzt nämlich tagein tagaus für Schunkelstimmung in Windmaschinchens vier Wänden! Jede Windmaschine hat ihre Fehler...!
Es begann alles ganz ruhig! Nach der ersten USFO-Show erschienen die ersten Hinweise betr. Lena Meyer-Landrut, die aufhorchen liessen. Was danach folgte wird in die deutschen ESC-Bücher eingehen. Ich verzichte auf Details, denn die sind längst bekannt und hinlänglich diskutiert worden.
und vor allem: als echt ..................................................
"Satellite"
ist all das nicht!
So einfach lässt sich das sagen! Der Song ist langweilig. Der kommerzielle Erfolg verdankt "Satellite" einzig und alleine der quirligen Lena - und natürlich einer PR-Maschinerie, die schon fast seinesgleichen sucht. Wer sich "Satellite" kauft/herunterlädt, will Lena - nicht "Satellite".
Für Deutschland ist Lena ein Glücksfall, denn sie repräsentiert in keinster Weise das abgedroschene und veraltete, aber immer wieder zur Anwendung kommende Cliché "des Deutschen". In vielen ESC-Foren wird Lena/"Satellite" geliebt und gelobt. Das sind vor allem tendenziell jüngere Leute. Viele davon kennen die Welt-Geschichte nur vom Hörensagen. Am Finalabend (29. Mai 2010) sitzen dann aber erneut die portugiesische Hausfrau, der holländische Rentner und der finnische Mechaniker vor der Glotze und werden nicht unbedingt Lena beurteilen, sondern Deutschland. Wie viele Punkte wegen diesem "Deutschland-Effekt" den Bach runter gehen werden, wird sich nicht abschliessend eruieren lassen. Genauso wenig wie die Frage, wie vielen "Satellite" als Lied gar nicht erst gefallen haben wird. In Windmaschinchens Punkte-Vergabe, welche in Kürze veröffentlich wird, fehlt "Satellite" auf jeden Fall. Nicht weil Windmaschinchen gegen Deutschland stimmen würde, sondern gegen "Satellite".
Sollte Lena ihrer (Buchmacher-) Favoritenrolle gerecht werden, hätte der ESC vielleicht sogar das geschafft, was deutsche Politik, Wirtschaft und Intelligenzija seit Jahren krampfhaft, aber erfolglos versuchen: dass Deutschland nicht nur respektiert, sondern geliebt wird. Angesichts dieses Aspektes wäre ein deutscher Sieg am ESC mehr als nur überfällig.
Kristina Konzert-Abend in London Royal Albert Hall 14. April 2010
Bevor sich Windmaschinchen wieder 100%ig dem ESC zuwendet, hier noch ein Bericht über Kristina, die Konzert-Version des schwedischen Hit-Musical der beiden Bs von ABBA, Benny Andersson und Björn Ulvaeus.
Eigentlich wollte Windmaschinchen ja bloss für zwei Tage nach London fliegen, um sich die Konzert-Version von Kristina zu Gemüte zu führen. Die isländische Flatulenz sorgte dann aber für einen verlängerten Aufenthalt im überraschend sonnigen London. Eine Fahrt mit dem Eurostar nach Paris, eine Übernachtung in der romantischen Stadt der Liebe und eine Reise im TGV sorgten dann für eine so nicht beabsichtigte Heimkehr.
Schön, wars alleweil. Und das wunderschöne Konzert in der phänomenal schönen Royal Albert Hall lässt über all die Hektik, für die der isländische Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen sorgte, hinweg sehen.
Eine erste Standing Ovation gabs bereits vor Beginn des Konzerts, als Benny und Björn ihre Plätze mitten im Publikum einnehmen wollten. Es sollte nicht die letzte gewesen sein.
Helen Sjöholm, welche die Titelfigur spielte, wurde schon mal mit donnerndem Applaus empfangen. In ihrem Schlepptau sorgten Russell Watson (als Karl-Oskar, Kristinas Ehemann), Louise Pitre (als die Hure) und Kevin Odekirk (als Robert, Karl-Oskars Bruder) für einen stimmlich hervorragenden und ausgeglichenen Cast. Das Symphony-Orchester unter der Leitung von Paul Gemignani sorgte für ein opulentes Hörvergnügen.
Das Stück glänzt mit geradezu bombastischen, aber eindringlichen Melodien und Harmonien. Gefühlvolle Arrangements sorgen dafür, dass Inhalt und Stimmungen perfekt aufeinander abgestimmt sind.
Helen Sjöholm, die Heroin, erbrachte eine Leistung par excellence. Die stimmliche Herausforderung ihrer Rolle übersteigt bei Weitem das Übliche. Eine wahre Tour-de-force, die die Helen hier erbrachte. Das ist es, was man allgemein als Hauptrolle bezeichnen kann!
Helen Sjöholm
Ihr "Summer Rose" ("Min Astrakan") am Ende des ersten Aktes sorgte schon mal für donnernden Applaus im weiten Rund der Royal Albert Hall. Helen Sjöholms Interpretation der Kristina entsprach auf den Punkt der Vorlage: zurückhaltend, verletzlich und vor allem devot und "Gott ergeben" (Kristina ist tief gläubig und unterstellt ihr ganzes Dasein, Tun und Handeln ihrem Gott). Wenn dann dieser Glaube aber einmal erschüttert ist - hier nach einer Fehlgeburt - , stellt sie sich diesem Gott - direkt, frontal und ohne Umschweife. Sie will Erklärungen haben und Unterstützung spüren, nachdem sie Ihn Zeit ihres Lebens selbst unterstützt hat. Ultimativ stellt sie Ihm das Ultimatum "You have to be there" (du måste finnas"). Sie zeigt Gott, wo Gott zu sitzen hat!
Hier das grandiose und eindringliche "You have to be there" mit Helen Sjöholm, aufgenommen vom Radio Symphony Orchestra (Schweden):
Dieses Lied ist das zentrale Stück der Geschichte um Glaube, Vertrauen, Mut, Enttäuschung, Leben und Tod. Helen Sjöholms Interpretation "brought down the house". Die sichtlich mitgenommenen Zuschauer erhoben sich von ihren Sitzen und dankten es der Interpretin aus Schweden mit einer Standing Ovation. Windmaschinchen liefs nur noch kalt den Rücken runter und war zu Tränen gerührt, was bei Windmaschinchen sehr, sehr selten passiert, denn sonst rosten ihm glattweg die Schäufelchen ein...! Es war in der Tat ein erhebender Moment in Windmaschinchens langem, langem Musical-Leben!
Russell Watson (Kristinas Ehemann) fiel neben der grandiosen Helen schon fast etwas ab. Obwohl gesanglich hervorragend, stand er immer im grossen Schatten Helen Sjöholms.
Russell Watson
Louise Pitre, welche die Hure interpretierte, hatte ihren grossen Auftritt bei ihrem Solo "Never" ("Aldrig"). Obwohl sehr gut gesungen, fehlte mir hier ein bisschen das kämpferisch Vulgäre wie das verletzlich Beschwörende, wie es Åsa Bergh in der Original-Fassung so gut dargestellt hat.
Louise Pitre
Der heimliche Star des Abends war aber eindeutig Kevin Odekirk (als Robert, Karl-Oskars Bruder). Sein "Gold can turn to sand" ("Guldet blev till sands"), in dem er den Tod seines treuen Begleiters auf der erfolglosen Suche nach Gold, Arvid, beschreibt, öffnete erstmals die Schleusen des Tals der Tränen. Robert anerkannt an diesem Punkt der Geschichte erstmals die Lüge seines Lebens; und diese Konfrontation mit sich selbst rollt frontal über den ganzen Konzert-Saal hinweg. Das Publikum, vom Schicksal des Jünglings vollkommen vereinnahmt, ist ergriffen und betroffen. Kevin Odekirk bringt die stimmlich beste Darbietung eines ohnehin schon hervorragend besetzten Casts. Das Publikum dankt es ihm mit einer lang anhaltenden Ovation.
Kevin Odekirk
Als sich das Konzert nach 2:45h dem Ende zu neigte, erhob sich der ganze Saal und dankte dem Cast, den Komponisten, dem Chor und dem Orchester für einen unvergesslichen Abend mit einer weiteren Standing Ovation.
Für Liebhaber sei hier noch der Hinweis, dass "Kristina - At Carnegie Hall" jetzt im Verkauf erhältlich ist. Die Aufnahme wurde letzten September 2009 gemacht bei der Welturaufführung dieser englischen Version in der alterwürdigen Carnegie Hall, New York.
CD-Cover "Kristina - At Carnegie Hall"
So ging ein wunderbarer Abend dem Ende entgegen, währenddem über Windmaschinchens Köpfchen bereits die ersten, unbemerkten Aschestäubchen sich über London hernieder liessen.
Windmaschinchens britisches Gegenüber "The Super-Blower" wurde während eines gemeinsamen Treffens beim Piccadilly Circus von Scotland Yard wegen negativen Äusserungen gegenüber dem UK-Entry 2010 "That sounds good to me" verhaftet. Wie viele andere Briten auch, war "Super-Blower" wenig begeistert über "That sounds good to me". Im Gegensatz zu den andern wagte "Super-Blower" aber, dies auch öffentlich zuzugeben. Hier die Schlagzeile auf Times-Online - zur genaueren Betrachtung des Artikels bitte auf das unten stehende Bild klicken und zur Vergrösserung dann gleich noch einmal:
Die lokale Gewerkschaft "Blow-Windmachine-Blow" ist natürlich in heller Aufruhr, protestiert heftigst gegen die Verhaftung und verweigert bis auf Weiteres jeden Windmachine-erforderlichen Auftritt! Ihr Kommentar zu diesem verhehrenden Vorfall: "It's a complete blow to us and that doesn't sound good to me!"
Windmaschinchen hat sich natürlich umgehend um seinen britischen Intimus gekümmert. Dank dessen Unterstützung wurde "The Super-Blower" unterdessen wieder an den Strom gehängt!
Hier die drei Polizeibilder, die nach der Festnahme von "Super-Blower" durch die unbarmherzige Londoner Polizei gemacht wurden:
"Super-Blower" hat unterdessen weltweite Unterstützung seiner Artgenossen auf Sicher! Und Windmaschinchen hofft auf ein baldiges und unbürokratisches Ende dieser Farce!
Windmaschinchen ist ganz aufgeregt, fliegt es doch bald nach London, um am 14. April 2010 in der Royal Albert Hall die in englisch gesungene Konzert-Version des schwedischen Musical-Epos' "Kristina" anzuschauen.
ABBA sind uns ja hinlänglich bekannt und brauchen keine weiteren Beschreibungen, oder? "Mamma Mia" das zum Welthit geworden Power-House-Musical vollgepackt mit ABBA-Songs, kennt unterdessen auch die halbe Welt. "Chess", das Musical der zwei B's von ABBA, Benny und Björn, ist vielen unter uns auch bekannt. Den meisten davon wohl der Welthit "One night in Bangkok"!
Benny und Björn haben aber noch ein weiteres Musical produziert, das in Schweden für eine nationale Sensation sorgte: "Kristina från Duvemåla"! Welt-Uraufführung war am 7. Oktober 1995 in Malmö. Weit über 600 Vorstellungen dieses schwedischen Epos' standen in den folgenden vier Jahren in verschiedenen Produktionen in Schweden auf dem Programm! Das in schwedischer Sprache durchgesungene Musical war zuhause in Sverige eine wahre Sensation und Erfolgsgeschichte ohnegleichen.
Grundlage: Die Geschichte basiert auf Vilhelm Mobergs vier zusammenhängenden Büchern (geschrieben in den 1950er Jahren), welche als "Roman von den Auswanderern" die Massenauswanderung eines Viertels der schwedischen Bevölkerung zum Thema haben. Zeitpunkt 1850.
Die Titel der Bücher heissen:
Die Auswanderer
In der Neuen Welt
Die Siedler
Der letzte Brief nach Schweden
Die Geschichte von "Kristina": Im Zentrum der Geschichte steht Kristina! Die tiefgläubige junge Frau macht sich zusammen mit ihrem Mann Karl-Oskar nach dem Tod deren Tochter Anna auf, ihr Heimatland, Schweden, zu verlassen und sich Richtung Amerika aufzumachen. Begleitet werden sie von Robert (Karl-Oskars Bruder), Arvid (ein einfacher Arbeiter, der sich Robert anschliesst, um in Kalifornien nach Gold zu suchen), Ulrika (die Hure und von der Kirche Verstossene) und einigen anderen Personen aus ihrem Dorf Ljuder, gelegen in Småland.
Karl Moberg beschreibt (Zitat aus Band 1, "Die Auswanderer")
...das Leben schwedischer Bauern in der Mitte des 19. Jahrhunderts, ihre tägliche Fron auf kargem Boden, das Drangsal ihrer politischen und religiösen Unfreiheit, ihr Aufbegehren gegen Bevormundung und staatliche Willkür.
Die 16-köpfige Gruppe von Småländern wird über die vier Bücher hinweg ausgedehnt und intensiv beschrieben. Ihre Freuden und Leiden in ihrer neuen Heimat Minnesota werden in wunderbarster Weise beschrieben. Was die Bücher wirklich wertvoll machen, ist die Tatsache, dass Moberg auf jeglichen Pathos verzichtet. Der Gruppe und insbesondere Kristina und ihrer Familie bleiben denn auch nichts erspart. Die Geschichte ist ein Drama.
Die Musik: Wer ABBA-Musik erwartet wird enttäuscht sein. Die musikalische Aufbereitung dieser Geschichte ist opulent-melodiös und dramatisch, mit Hang zur Klassik. Die schwedische Original-Aufführung dauerte heute schon fast unvorstellbare vier Stunden, was aufgrund der literarischen Grundlage wiederum nicht erstaunt! Die Musik ist nicht leicht zugänglich. Windmaschinchen brauchte damals etwa fünf Umgänge, bis der Damm gebrochen war. Seither wäre "Kristina från Duvemåla" eine der fünf CDs, die Windmaschinchen mit auf eine einsame Insel nehmen würde!
Die 3-fach CD blieb sagenhafte 74 Wochen in den schwedischen Hitparaden gelistet und liegt zurzeit an 12. Stelle der ewigen Bestenlisten. Ein phänomenaler Wert und Erfolg für a) eine Musical-Aufnahme und b) für eine 3-fach CD!
Darsteller der schwedischen Uraufführung: Die Interpretin der Kristina in der Original-Version heisst Helen Sjöholm, der Musical-Star Schwedens schlechthin und einigen unter uns aus dem Film "Wie im Himmel" (Så som i himmelen) bekannt! Ihre Verkörperung der tiefgläubigen Frau bringt Hühnerhaut pur. Ihre Darstellung der zweifelnden Frau, die sich von Gott verlassen fühlt und diesen im wohl grandiosesten Titel des Musicals, "Du måste finnas", gleichsam herausfordert, sucht seinesgleichen in der Musical-Welt. Ihre Sehnsucht nach der alten Welt im berauschenden "Min Astrakan" unbeschreiblich!
Helen Sjöholm mit "Du måste finnas" (aus einem Konzert, das in Minneapolis stattgefunden hat)
Kristinas Mann Karl-Oskar, im Original von Anders Ekborg gespielt, war die treibende Kraft, als es darum ging, ihrer alten Heimat, Schweden, für immer und ewig den Rücken zu kehren und seine Eltern im kalten Ljuder zurückzulassen. Er ist das Gegenstück zu Kristina, die ihren Gott über alles steht. Er sieht sich keinen Zweifeln Gott gegenüber ausgesetzt, denn er sieht Gott nicht als der allein Verantwortliche an, der sein Leben bestimmt. Er, Karl-Oskar, bestimmt sein Leben. Seine Liebe gilt einzig und alleine Kristina. Eine Liebe, die dann schlussendlich auch ins endgültige Drama der monumentalen Geschichte der schwedischen Auswanderer führt.
Anders Ekborg alis Karl-Oskar mit dem berührenden "Stanna" (aus einem Konzert, das in Minneapolis stattgefunden hat)
Ein weiteres Highlight bildet "Guldet blev till sand" (Gold wird zu Sand), das die desillusionierte Geschichte Roberts, dem vermeintlichen Goldgräber, und den Tod seines Freundes Arvid zum Thema hat! Und dieser Robert wurde in der Original-Ausgabe von keinem Geringeren als Peter Jöback gesungen, der dieses Jahr ja bekanntlich sein Glück am Melodifestivalen 2010 versuchte und mit dem unsäglichen "Hollow" scheiterte. Was der Junge drauf hätte, würde ihm nur etwas Anständiges angeboten, seht ihr hier:
Peter Jöback mit "Guldet blev till sand" (aus einem Konzert, das in Minneapolis stattgefunden hat)
Ulrika, die von der Kirche, der Obrigkeit und ihren Freiern geächteten Hure, wurde im Original von Åsa Bergh gespielt. Ihr wuchtiges und eindringliches "Aldrig" zeigt die (Schein-)Heiligkeit der damaligen schwedischen Gesellschaft.
Åsa Bergh mit "Adlrig" (aus einem Konzert, das in Minneapolis stattgefunden hat)
Diese Songs sind nur einige der vielen, vielen Highlights eines musikalischen Feuerwerks der Oberklasse. Selten zuvor wurden Geschichten, Leute, Charaktere und Zeitgeist so perfekt in einander verschmolzen wie in "Kristina från Duvemåla". Ein Meisterwerk von Benny und Björn!
Im September 2009 erfolgte in New Yorks Carnegie Hall die erste englisch gesungene Fassung "Kristinas". Jetzt in der Royal Albert Hall also die zweite und soweit auch letzte Aufführung. Und als absolutes Highlight wird auch in London (wie zuvor schon in New York) Helen Sjöholm die Kristina singen.
Seit Jahren wird versucht, "Kristina" ins Londoner West End oder an den New Yorker Broadway zu bringen. Alle Versuche diesbezüglich sind bisher an den Investoren gescheitert, die offenbar nicht geneigt sind, Millionen von Dollars in ein Drama zu stecken, leider! Haben die jemals etwas von "Les Misérables" gehört? Als problematisch wird oft die Länge des Musicals zitiert. Gerade in einer Zeit, in der die Leute kaum noch länger als fünf Minuten still sitzen können! Aber solange Wagner-Opern aufgeführt werden, seh ich keinen Grund, Geschichten, wie die der schwedischen Auswanderer, unnötig zu kürzen.
Es bleibt zu hoffen, dass als Folge der zwei Konzert-Versionen in New York und London die Einsicht reift, "Kristina" endgültig auf die Bühne zu bringen.
Windmaschinchen ist entzückt! Endlich hat MvdH seinen Beitrag - wenn auch nur zur Hälfte - live im Studio (SF1/08.04.2010) bei "Aeschbacher" gesungen. Und er hat es gut gemacht und sogar den Key-Change gepflückt. Well done, Michael! Und witzig ist er auch noch - nicht der Kurt, nein - der Michael!
Das ist die Frage, die wir Schweizer uns schon fast rituell stellen werden. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger möchten sich diese Frage natürlich mit "Jammertal" beantworten. Nicht dass ihnen der diesjährige Beitrag missfällt, denn gehört hat man ihn in diesem Lande erst sehr selten, aber man liebt es ja geradezu in diesen engen Grenzen, wenn man sich für einmal wieder im Selbstmitleid suhlen darf.
Was mussten wir Schweizer im vergangenen Jahr nicht alles über uns ergehen lassen:
das Bankgeheimnis wurde entlüftet (obwohl dies wenigstens zur Folge hatte, dass der CD-Handel mit Deutschland für einen kleinen Aufschwung sorgte),
Libyen möchte die Schweiz am liebsten von der Landkarte wegpusten,
das Türmchen-Bau-Verbot sorgt für internationales Entsetzen
und eine Segelnation sind wir unterdessen auch nicht mehr.
Und jetzt droht uns erneut ein Steckenbleiben im Halbfinale zu Oslo.
Bleibt die Schweiz also weiterhin ein Halbfinalisten-Land am ESC? Die Zeichen stehen nicht nur auf schlecht, nein, sie stehen auf Sturm und zwar vor allem deshalb, weil sich Frankreich letzte Woche vom zweiten in den ersten Halbfinal verabschiedet hat. Damit fehlt uns der vermeintliche Hauptpunktelieferant! Aus Frittannien (Belgien), dem andern frankophonen Land, kanns gar keine Punkte geben, denn dieses quält sich selber ja im ersten Semi ab.
Traditionell macht die Schweiz keine Promo-Schleim-Tour durch Europa; es sei denn, der Vertreter berappt es aus seiner eigenen Tasche. Und da MvdH finanziell wohl nicht gerade auf Rosen gebettet ist, reicht das wenige Geld wohl nur gerade bis nach Kreuzlingen - und auch nur mit dem Halbtax. Vielleicht müsste er sich nach einem Sponsor umsehen! Da kämen wohl auch nur zwei Firmen in Frage: die Schweizerische Nationalbank oder Q-Tips.
Am 24. April ist MvdH wenigstens am Eurovision in Concert in Amsterdam vorgesehen. Es bleibt dann zu hoffen, dass er seinen Beitrag endlich auch mal live vortragen wird, damit Windmaschinchen für einmal etwas beruhigt an den ESC reisen darf. Die Tatsache, dass MvdH "Il pleut de l'or" noch nie LIVE gesungen hat (sprich: kein Youtube-Video vorhanden) kostete ihm nicht nur den Windmachine-Award für den besten Key-Change, nein, dies sorgt auch in der Szene allgemein für eine tendenziell negative Haltung dem Schweizer Beitrag gegenüber.
Zurück zu unseren Chancen. Ob objektiv oder subjektiv: es ist unbestritten, dass der 2. Halbfinal um einiges besser ist als der erste! Armenien, Israel, Dänemark, Schweden, Aserbaidschan, Rumänien, Irland, Bulgarien, Kroatien, Georgien und die Türkei werden allgemein als "sichere" Finalisten gehandelt und das ist schon einer zu viel. Und wenn man bedenkt, dass Quality-Songs, die mit einem literaturnobelpreiswürdigen Text à la "Sha-la-li" unterzeugen, immer für eine Überraschung gut sein können, dann sieht die Lage in der Tat wenig erbaulich aus.
Da können wir nur hoffen, dass sich Israel (Thema "Türmchen-Bau-Verbot") und Zypern (mit ihnen teilen wir uns das Inseldasein) unserer erbarmen und uns mit ein paar Pünktchen eindecken! Punkte aus Irland wären eine Überraschung, solche aus Dänemark und Schweden möglich, aber alles andere als sicher. Aus Holland gibts garantiert keine Punkte, den kein halbwegs zivilisierter Holländer schaut sich diese Veranstaltung noch an, womit die Punkteverteilung unter den Immigranten mit holländischen Handys ausgemacht wird. Und bekanntlich leben zu wenige Schweizer in Holland, um diesen die Stange halten zu können. Und der Osten Europas wird sich wohl kaum erwärmen ob unserem Wasser-Spiel für Warmduscher. Punkte aus dem Osten für Schwulen-Pop? Wohl kaum! Weiss übrigens jemand, ob Deen noch lebt?
Einzig wirklich Positives: Im Gegensatz zu anderen Jahren gehört die Schweiz dieses Jahr nicht zu den Favoriten.
Wir erinnern uns:
DJBobo 2007: Favorit - Resultat: vampirischer Tod im Halbfinale!
Paolo Meneguzzi 2008: bei den Favoriten - Resultat: stupend gefallen im Halbfinale!
Lovebugs 2009: sicherer Finalist - Resultat: tiefst gefallen im Halbfinale!
2010 sieht die Sache ganz anders aus: Weder hier noch hier (oben auf der Site auf "Pre-chart'10" klicken und dann nach unten scrollen) liegt die Schweiz irgendwo in der Nähe einer Finalqualifikation! Und bei den Wettbüros siehts nicht viel besser aus: siehe hier und hier . Es sieht also zappenduster aus für die Schweiz und das ist unsere Chance: wir habe keine - nutzen wir sie also! Denn wir erinnern uns: (fast) nie in der Vergangenheit gelang es dem Favoriten die Chose nach Hause zu fahren. Löbliche Ausnahme: Norwegen 2009.
Deshalb liest sich dann vielleicht am späten Abend des 27. Mai in den Schweizer Medien die folgende Schlagzeile: "Il pleut des points" - "Es regnet Punkte"!
Und so eine Schlagzeile würde nun wirklich nicht wenige Schweizer als negativ einstufen, denn viele geben immer noch einen Darm-Auswurf auf den ESC.
Von Beginn weg thronte "Algo Pequeñito" an der Spitze von Windmaschinchens Top-3 Liste. Über die Vergabe der goldenen Windmaschine gab es nie einen Hauch eines Zweifels.
"Algo Pequeñito" ist der qualitativ beste Titel dieses Jahres. Die Kombination aus Song, Interpretation, Gesang und Authentizität fliessen in keinem andern Beitrag so schön zu einem Ganzen wie bei "Algo Pequeñito".
Wann sieht man heutzutage schon einen Interpreten, Sänger und Performer (männlich wie weiblich), der seinen Song mit derartiger Freude, Hingabe und Lust interpretiert, wie dies Daniel Diges tut!
Der Song greift musikalische Sentimentalitäten auf, die der Vergangenheit, vielleicht sogar einer falschen Vergangenheit huldigen. Er ist rückwärts gewandt, womit ich nicht meine, dass er altmodisch ist. Altmodisch sind Lieder wie "It's for you" (Irland) oder "My heart is yours" (Norwegen). "Algo Pequeñito" verführt zu einem Gefühl, das nicht mehr ist, das nicht mehr sein wird, und - viel schlimmer - das vielleicht gar nie war. Melancholie und Selbstmitleid trennen oft nur eine kaum spürbare Linie. Die Anspielungen an Fellinis "La Strada" sind unverkennbar - grausam schön, verführerisch, melancholisch, aber auch zerstörerisch Mensch! Windmaschinchen ist auch heute wieder sentimental aufgelegt... aber nur ein wenig!
Nun, integriert in einem Singspiel oder Musical wäre dieser Titel unschlagbar. Wie er als Einzelstück am ESC wirken wird, wird sich zeigen.
Nichtsdestotrotz macht sich Spanien zu einem Spitzenergebnis auf. Obwohl die Iberer nirgends ganz weit vorne rangieren in den "Meinungsumfragen", prophezeie ich ihnen einen Platz ganz, ganz weit vorne. Selbst einen Sieg würde ich heute nicht mehr ausschliessen. Und es gibt niemanden, der es den Spaniern mehr gönnen würde als Windmaschinchen.
Schnuckelig sieht er ja schon aus, dieser Daniel Diges! - Zumindest auf diesem Bild
Da würde "Algo Pequeñito" wohl eine heftige Untertreibung darstellen!
Spanien, herzlichen Glückwunsch zur goldenen Windmachine 2010!
Eigentlich wäre es für maNga ein Einfaches gewesen, die goldene Windmaschine 2010 für den besten Song abzuholen. Vieles stimmte, um Windmaschinchen in Fahrt zu bringen. Vieles, aber leider nicht alles. Der Refrain wurde massentauglich geschliffen, verwässert und einer erhofften Punktejagd geopfert. Ob sich maNga damit einen Gefallen gemacht hat, bleibt fraglich. Sie opferten mit der Sprachwahl bereits einen Teil ihrer Identität und doppelten mit dem ideenlosen Refrain gleich nach. Schade, denn ansonsten ist "We could be the same" ein wunderbar modernes, vielfältiges und zeitgemässes Stück Musik. Diese Einschätzung ist dann auch der Grund, warum maNga es trotzdem schaffen, die silberne Windmaschine 2010 zu ergattern. Im Einheitstopf der Balladen und Malladen sind maNga ein hochwillkommene Alternative.