Donnerstag, 12. November 2009

Spieglein, Spieglein an der Wand! Wer singt in Oslo für dieses Land? Teil 3

Schweiz

Wunschliste

Wer geeignet wäre, die Schweiz in Oslo zu vertreten, ist die eine Frage! Wer davon auch freiwillig mitmachen würde, ist eine ganz andere! Wer schlussendlich zu einer Teilnahme verprügelt wird, wird uns das Schweizer Fernsehen voraussichtlich im Dezember eröffnen!

Also, da hätten wir mal...

Fabienne Louves
Ja, zugegeben, sie ist eine aus irgend einer MusicStar Staffel, aber
a) wird sie in dieser Liste nicht die einzige davon sein, und
b) gebt mir valable Kandidaten mit einer akzeptablen Stimme, ohne dass ihr mir mit Francine Jordi kommt......!!!

Zurzeit tritt Fabienne Louves (als die leichte Dame Lolotte) in der Neuinszenierung der "Kleinen Niederdorfoper" auf - dem wohl besten eigenständigen Musical (aus dem Jahre 1951...), das die Schweiz je hervor gebracht hat.
Dass sie singen kann, hat sie ja mehrmals während der MusicStar Staffel bewiesen. Um so enttäuschender war dann ihr heliumleichtes Album "Schwarz uf Wiiss". Wer auch immer ihr diese banal instrumentierten und gesanglich anspruchslosen Pop-Liedchen untergejubelt hat, tat ihr keinen Gefallen damit, denn ihre kräftige Stimme wurde komplett übergangen für diese CD. Ja, das liebe Zielpublikum .... kreisch, kreisch!

Ihr wirklich grosses Talent offenbarte sich dann - ausgerechnet - bei den Swiss Awards, als sie dem verdutzten Publikum unsere Nationalhymne mit solcher Wucht um die Ohren haute, dass einem vor Staunen Hören und Sagen verging!

Fabienne Louves mit der "Schweizer Hymne":


Für ESC-fremde Leser: die Schweizer Hymne darf nicht am ESC 2010 gesungen werden, da diese bereits vor dem 1. Oktober 2009 veröffentlicht wurde...!

Jetzt brauchts einfach jemanden, der ihr endlich mal einen anständigen auf ihre Stimme ausgerichteten Song schreibt, nicht so ein Synti-Wischi-Waschi-Liedchen!

Fabienne bringt gemäss eigenen Angaben im März 2010 ein neues Album heraus. Ob dies auf mundart, englisch oder esperanto sein wird, wird nicht näher beschrieben.

Ach, bleiben wir doch gleich bei MusicStar, aber immerhin wurde dabei folgende Rockgöhre hervor gebracht.....:

Börni
Da ich MusicStar nie so richtig verfolgt habe, war mir beim ersten zufälligen Hören ihrer CD "Fighter" überhaupt nicht bewusst, wer Börni war. Als mir dies dann bewusst wurde, war es schon zu spät. Ihre CD "Fighter" läuft bis heute rauf und runter in meiner Musiksammlung. Da war endlich mal Musik mit Fleisch am Knochen. Ungehobelt, roh und gradlinig hört sich ihre Rockmusik an. Ihre leicht kratzige Stimme verleiht ihr ein Erkennungsmerkmal, das so vielen anderen fehlt. Von charismatischer Stimme will ich gar nicht erst sprechen, denn dazu ist die Dame noch viel zu jung.

Hier ein paar Songs von Börni:

Börni mit "Strip"


Börni mit "A Little Bit (of your love)"


Börni mit "Trails Of Trouble"


Börni mit "Scream My Name"


Das Gute an Börni: sie ist nicht für irgendwelche sülzige Pop-Liedchen zu haben. Das erträgt ihre Stimme nicht - und meine Ohren auch nicht.

Weiter im Text!

Fast ganz oben auf meiner Wunschliste steht....

Lunik/Jaël (Rahel Krebs)
Lunik - schlichtweg ein Juwel in der Schweizer Musikszene. Ein Juwel, der Ende der 1990er-Jahre als roher Diamant begann zu glänzen. Ihre einfachen, aber klar strukturierten Songs zeugen von einer Band, hinter der sich denkende Personen befinden. Die Entwicklung der Band verlief fliessend, wenn auch mit dem einen oder anderen Wechsel. An vorderster Front aber steht Jaël, mit deren Stimme die Band identifiziert wird. Lunik ist Jaël - daran gibt es nichts zu rütteln. Und wer Jaël schon einmal in einem Interview gesehen und gehört hat (sie spricht übrigens auch fliessend französisch), fühlt wohl nur andeutungsweise, was für eine Persönlichkeit dahinter steckt. Ganz grosse Klasse!

Lunik mit "Through your eyes"


Lunik mit "Most beautiful song"


Lunik mit "Backup"


So simpel und ruhig die Songs von Lunik daherkommen, dünn sind sie auf keinen Fall. Man muss sich den Zugang zu Lied und Text so zu sagen erarbeiten! "Süffig" werden die Songs erst nach mehrmaligem Hinhören!

Was könnte eine so "seriöse" Band wie Lunik dazu bewegen, die Schweiz am ESC zu vertreten? Da gäbe es mehrere Gründe:
  • auf dem Schweizermarkt gibt es nichts mehr zu "holen" - da schlagen sie sozusagen den Kopf an der Decke an
  • der Einstieg in den deutschen und vor allem in den englischen Markt hat bis heute nicht so richtig geklappt
  • Lunik sind daran, eine neue CD herauszugeben gemäss ihrer Website!

Tja, dann bleibt auf meiner Wunschliste nur noch ein Name übrig, und der ist mit Sicherheit auch der unkonventionellste von allen und am wenigsten wahrscheinliche:

Myrto Joannidis
Eigentlich hätte ich hier ja "Subzonic" hinschreiben wollen, aber die gibt es ja bereits seit Jahren nicht mehr. Leider!
Subzonic war jene Band, die mir beigebracht hat, dass es auch jenseits des Kuschelrocks noch melodiösen Sound gibt...! Und dafür bin ich ihnen für immer und ewig dankbar!

Ihr "Update '99" ist so in etwa das beste, was die Schweizer Rock/HipHop/Pop-Szene je hervorgebracht hat. Die schlauen und herausfordernden Texte suchten seinesgleichen am Schweizer Rock-Himmel.
Dass die Band mit dem Nachfolgealbum "Achterbahn" den Spagat zwischen Eigenwilligkeit und Kommerz zu machen versuchte, ging gerade noch so gut. Aber wohl dabei war es wohl bei den wenigsten der Bandmitgliedern.
Die Frage war wohl: bleiben wir uns selber Treu, bleiben aber arm dabei, oder wagen wir den Schritt ins Höllloch namens "Kommerz" und können dabei acht hungrige "Züri-Schnörre" füttern. Es gelang dann wohl weder das eine noch das andere, und im Jahre 2005 löste sich die Band auf, worauf sich Myrto auf ihre Solokarriere konzentrierte.

Wie Fabienne Louves ist auch Myrto Joannidis zurzeit in der "Kleinen Niederdorfoper" engagiert. Nicht genug der Gemeinsamkeiten: auch Myrto spielt eine leichte Dame, die Bianca!

Ihre zwei veröffentlichten CDs "Myrto" und "Die mit O" wurden wohlwollend aufgenommen, blieben aber schlussendlich weit hinter den Erwartungen zurück. "Myrto" schaffte es gerade mal auf Platz 29 der Schweizer Hitparade, "Die mit O" gerade noch auf die 59. Sicher, Myrto ist garantiert nicht auf Kommerz aus, aber selig wurde sie mit den zwei Veröffentlichungen wohl selber auch nicht. Ich weiss es nicht!

Tatsache ist, dass Myrto eine ungemein einprägsame, "verwaschene" und mit viel Persönlichkeit versehene Stimme besitzt. Zugegeben, mit den zwei Myrto CDs konnte und kann ich nicht allzu viel anfangen. Mir sagt der "neue" Stil von Myrto einfach nicht zu, aber das ist ... mein Problem. Aber wehe, Myrto findet/macht/produziert einen Song, der ihrer Stimme würdig ist, dann ...!

Nun, Myrto wird mit Bestimmtheit nicht an einem Gesangswettbewerb à la Eurovision teilnehmen! Eher würde sie "Subzonic" wieder zusammenführen - und somit wäre auch ich wieder glücklich!!

PS: dass Myrto Joannidis griechische Wurzeln hat, sei hier nur am Rande erwähnt.........!

Ausschnitte ihrer Musik sind auf ihrer Homepage zu finden.

Zur Erinnerung.....!

Subzonic mit "Unglück im Päch"


Subzonic mit "Was wäri wänn"


Subzonic mit "Titelgschicht"


Tja, das war dann so in etwa meine Wunschliste des Jahres 2010!

Auf meiner Robidog-Liste befindet sich (mal abgesehen vom alljährlich wiederkehrenden Gölä) eigentlich nur ein Name, und der ist irgendwie brandgefährlich, denn er ist sehr populär, hat die Schweizer Fussball-Hymne schlechthin gesungen und kann ......... auch nicht singen! Die Rede ist von "Baschi", dem Oberhaucher der Nation!

Offenbar versucht er sich jetzt auch in Deutschland und dies auf Hochdeutsch....! Seinen Song "Unsterblich" aus dem Til Schweiger Film "Zweiohrküken" muss er wohl schneller aus dem Abfalleimer genommen haben, als Xavier Naidoo ihn dort hineingeschmissen hat.....!
Wenn diese Single in Deutschland herausgegeben wird, wird die Welle deutscher Einwanderer hier noch einmal einen Höchststand erreichen. Wer könnte es ihnen verübeln???

Da wir, die Schweiz, am ESC nicht viel zu verlieren haben, wäre ein Mundart-Song vielleicht gar nicht mal so eine schlechte Wahl. Wenn der Song und die Singqualitäten stimmen, lässt sich auch auf Schweizerdeutsch ein gutes Resultat erreichen!

Was sich sagen lässt, ist, dass Plattenfirmen wie "Universal Schweiz" und "Sony BMG Schweiz", welche sehr stark mit MusicStar und folgedessen mit dem Schweizer Fernsehen (SF) verbandelt sind, ihren Einfluss spielen lassen werden. Auch die Management-Firma "Gadget" scheint in der Schweizer Musikszene eine einflussreiche Rolle zu spielen.

Es erübrigt sich, über weitere Namen zu orakeln, denn am Schluss wird uns das Schweizer Fernsehen doch wieder überraschen.
Wenns jemand wäre, der/die wirklich gut singen könnte(n), dann wäre die Überraschung auch wirklich perfekt....!

Dienstag, 10. November 2009

Spieglein, Spieglein an der Wand! Wer singt in Oslo für dieses Land? Teil 2

Schweiz

Wer die Schweiz sicher nicht in Oslo vertreten wird?*
*mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit




Hier eine willkürliche und unvollständige Liste:

1) Stefanie Heinzmann

Wieso nicht?

1. Sie hat schlauerweise gleich noch vor dem 1. Oktober 2009 (= Stichtag, vor dem kein Beitrag eines Teilnehmers in irgendwelcher Form veröffentlicht werden darf) ihre neue CD veröffentlicht .
2. Sie hat in einem Blick-Interview gleich selbst darauf wie folgt geantwortet:



BLICK:Und wie sieht es mit einer Teilnahme am Eurovision Song Contest aus?
Stefanie Heinzmann: Ich bin nicht sicher, ob die Schweiz mit mir viele Punkte machen würde. Dort müsste ich wahrscheinlich wie in meinem neusten Video als Blondine auftreten. In hochhackigen Schuhen, mit falschen Fingernägeln und ­einer Perücke … Nein, das ist nichts für mich!


Stefanie Heinzmann hat zweifelsfrei eine der besten Stimmen, die man in und aus der Schweiz je zu hören kriegte. Dass ich mich bis anhin nie so richtig für ihre Songs erwärmen konnte, ist wohl mein Problem.
Ob ihr Musikstil aber der geeignete wäre für den ESC, ist eine andere Frage.
Ich finde auf jeden Fall keinen Song aus ihren ersten zwei Alben, die für uns, die Schweiz, einen Spitzenplatz heraus geholt hätte.
Für einmal haben wir das umgekehrte Problem: grossartige Stimme, mittelmässige Songs. Sind wir nicht zu beneiden?


2. Gotthard

Auch Gotthard waren schlau genug, noch schnell vor dem 1. Oktober eine Scheibe auf den Markt zu prügeln.
Wohl keine andere Schweizer Band wird zurzeit so oft im Radio gespielt wie Gotthard.
Ihr zuckerübergossener SoftPowerRock war nie mein Ding, und ich hoffe wirklich, dass der ESC auch nie ein Ding für Gotthard sein wird.

3) Bligg

Bligg, der zurzeit wohl grösste Abräumer der Schweizer Musikszene. Sein wirklich tolles 08/16 belegt seit Monaten die vorderen Hitparadenplätze. "Rosali" sowie "Musigg i dä Schwiiz" werden praktisch nonstop landauf landab gespielt.
Rosalie wird mit grösster Wahrscheinlichkeit übernächsten Sonntag zum "Grössten Schweizer Hit" der diesjährigen Staffel erkoren werden - was man schon fast als imageschädigend abtun könnte! Aber die Verkaufszahlen wirds natürlich noch einmal zünftig ankurbeln. Ich mag ihm diesen Erfolg von Herzen gönnen. Aber bitte, lieber Bligg, melde dich ja nie für den ESC, denn sonst haben wir wieder dasselbe Problem wie die letzten drei Jahre! 'tschuldigung, lieber Bligg, aber ... singen ... kannst du .... wirklich .... nicht .... so ... gut! Bitte nicht hauen!!


4) Shakra

Nun gut, die Hard Rock Truppe aus Trub ist momentan auch in fast aller Schweizer Ohr. Glücklicherweise kommt ihr in diesem Frühling erschienene Album auch nicht in Frage. Wieso sie dieses bereits jetzt "Everest" betitelten, ist eine andere Frage. Dabei stehen Shakra doch erst so auf der Höhe des Hohgants...!
Die Gruppe befindet sich auf bestem Wege Richtung "Gotthard", und damit ist nicht DER Gotthard gemeint, sondern "Gotthard" - vom Hard Rock Richtung Mainstream. Kein gutes Omen!

Aus der Ecke des von mir über alle Ohren geliebten Berner Rocks brauchen wir ESC-Fans auch dieses Jahr keine Angst zu haben! Bis die den Fragebogen von SF1 ausgefüllt haben, ist der ESC 2010 längst Geschichte!

Da bleibt noch die Jahr für Jahr wiederkehrende Frage über eine mögliche Teilnahme von Gölä übrig. Nach dem Hauskrach, der bei der letzten "Music Star"-Staffel über die Bühne gegangen ist, bleibt zu hoffen, ja zu beten, dass das SF immer noch auf beleidigt programmiert ist!
Daher ist die "Gefahr" Gölä schon fast überwunden!
Über die Frage nach den Gesangskünsten des Betreffenden wird in diesem unserem Lande ja schon gar nicht mehr diskutiert. Ihn infrage zu stellen, käme einer Hinterfragung Wilhelm Tells gleich.

3. und letzter Teil in Kürze

Spieglein, Spieglein an der Wand! Wer singt in Oslo für dieses Land? Teil 1

Schweiz
Die Schweiz - auf der Suche nach dem nächsten Sündenbock!

Wie masochistisch muss ein (Schweizer) Mensch sein, um sich bereits am Tag nach der letzten Schmach Gedanken zu machen, wer als Nächste/r das vor sich hin dümpelnde Schweizer ESC-Schiff kommandieren möchte/könnte/sollte. Ich hab keine passende Antwort dazu, aber ich habe sie mir gemacht ... diese Gedanken! Krank, einfach nur krank!

Die Resonanz auf das erneute Scheitern der Schweiz - diesmal warens die Lovebugs - war für einmal erstaunlich realitätsbezogen: Bühnenbild top, Song ok, Gesang - aber lassen wir das!

Auf zu neuen Ufern, denn dieses Seichtgebiet haben wir nun zur Genüge befahren.

Sollte zufälligerweise ein potenzieller Schweizer ESC-Vertreter diese Zeilen lesen, dann unbedingt, bitte, zuerst dies und dies lesen! Danke! Lire ceci , merci! Leggere questo! Grazie!

Ich möchte dabei eindringlich auf den Punkt "Künstlerische Ziele" der "Stimmbildung" hinweisen:
Sänger sollen das präzise wiedergeben, was in den Noten steht.
Dazu müssen sie den Notentext verstehen und ihn sich auch selbst
erarbeiten können. Die Abstimmung zwischen Begleiter und Sänger ist
ebenfalls wichtig
Quelle: Wikipedia
und
Sänger sollen den Inhalt ihrer gesungenen Werke verstehen,
auch wenn sie fremdsprachig sind, und den enthaltenen Gefühlsausdruck
möglichst authentisch nach außen vermitteln, ohne dabei den Stimmklang
zu trüben
Quelle: Wikipedia


Ok, dies gesagt, hat sich der Raum möglicher Bewerber/Innen schon mal ein bisschen gelichtet...!

In den offiziellen Unterlagen von SF1 steht u.a. geschrieben, dass SF1 sich das Recht vorbehält, Komponisten/Autoren oder gleich direkt die Musikindustrie zu kontaktieren.
Stellt euch mal die Situation vor, dass irgend ein SF1-Angestellter auf der Matte vor der Tür von, sagen wir mal Stefanie Heinzmann steht und klingelt! Beim Anblick desselben durchs Seitenfenster kommt für Stefanie Heinzmann dann in etwa derselbe Fluchtplan zum Zuge, den, sagen wir mal Radfahrer haben bei einer unangemeldeten Dopingkontrolle!

Wäre wirklich interessant, wie viele Schweizer Künstler während der Herbstdepression für ein paar Monate nicht mehr erreichbar sind und erst wieder dann auftauche, wenn die nächste Opfergabe bekannt gegeben wird.

Teil 2 in Kürze

Montag, 9. November 2009

Besuch im schönen aber (exorbitant) teuren Oslo

Oslo: Austragungsort 2010

Willkommen zur ESC-Saison 2010! Das Interessanteste am ESC, das ganze Vorgeplänkel, welches uns auf dem Weg zum Grossen Finale am 29. Mai 2010 begleiten wird, beginnt, langsam aber sicher in Schwung zu kommen!

Bevor Windmaschinchen selbst über mögliche und auch unmögliche Schweizer Kandidaten orakeln wird, hier mal ein paar Eindrücke über den Gastgeber 2010, Oslo!

Bilder dazu findet ihr in der "Fotogalerie Oslo" rechts dazu.

Daten und Fakten:
Norwegen: Wikipedia
Oslo: Wikipedia
Norwegen am ESC: Songcontest.ch

Oslo beherbergt eine gute halbe Million Einwohner gemäss der "Liste der Hauptstädte Europas" und rangiert somit an 27. Stelle (Bern, im Vergleich, auf Rang 37); klar hinter Stockholm, knapp hinter Helsinki, knapp vor Kopenhagen und klar vor Island, was die nordischen Staaten angeht.

Oslo ist eine schöne, man könnte schon fast sagen eine herzige Stadt, in ihrer Grösse wunderbar übersichtlich und problemlos zu Fuss begehbar (mindesten zwei Mal pro Tag möglich).

Das Hotelangebot ist der Stadt entsprechend recht gross. Eine Vielzahl verschiedenster Preisklassen befindet sich gleich im Stadtzentrum.

An der Karl Johans Gate finden mann/frau die üblichen Einkaufsgeschäfte. Die Hauptsehenswürdigkeiten sind: das königliche Schloss, die Universität, das Parlamentsgebäude, das Nationaltheater, Aker Brygge und einiges mehr.

Prunkstück und eindeutiges Zeichen des norwegischen Wohlstandes ist aber ganz klar das phänomenale neue Opernhaus Oslo, welches im April 2008 eingeweiht wurde. Im Stile einer überdimensionalen Jacht liegt das prunkvolle und komplett begehbare Opernhaus im Hafen vor Oslo. Und sie ist - äusserlich - in der Tat komplett begehbar! Die seitlichen Rampen führen direkt aufs Dach der Oper, von wo man einen wunderbaren Rundblick über die Stadt hat. Einfach aufpassen beim Aufstieg, wurde doch die eine oder andere stilistische Kerbe in den Boden gehauen, die hin und wieder für ein paar Misstritte und Stürze sorgen, wenn man nicht wirklich aufpasst! Alkoholisierten Personen rate ich eindeutig vom Besteigen der Oper ab!! Die seitliche Verglasung bietet Hobbyfotografen eine Unmenge genialer Spiegeleffekte der besonderen Art an! Das Opernhaus: wirklich ein wunderschöner und vor allem auch auf die Stadt ausgerichteter Bau! Es alleine ist schon mal eine Reise nach Oslo wert!

Ansonsten bietet Oslo die übliche kantig kahle, karge und unspektakuläre Architektur des Nordens: viele Mauerbauten, die innen wohl mehr zu bieten haben als aussen.

Die Norweger, wie eigentlich fast alle Bewohner der Nordischen Länder, gelten als sehr, sehr freundlich, was ich, soweit ich sie bereist habe, nur bestätigen kann! Ihre wunderbar zurückhaltende Freundlichkeit und Höflichkeit sind schon fast ein bisschen verdächtig...! Man findet so was wirklich nicht überall! Die reinste Wohltat, auf ein unaufdringliches und doch waches Volk zu treffen!

Ja, vi elsker dette landet (Ja, wir lieben dieses Land) - mit diesen Worten beginnt die norwegische National-Hymne, und das kommt nicht von ungefähr, denn das norwegische Volk gilt als sehr patriotisches Volk. Ihr Nationalfeiertag (notabene am 17. Mai - dieses Jahr also genau einen Tag nach dem grandiosen Gewinn des ESC!!) wird voller Überzeugung, aber auch hier mit stolzer Zurückhaltung gefeiert. Norwegen hat es nicht nötig, laut schreiend und Parolen klopfend auf ihren Nationalfeiertag hinzuweisen. Patriotisch, aber nicht nationalistisch! Sie sind einfach stolz - in ihren Herzen!

Genug der Lobhudelei....! Wos so viel Gutes gibt, hats ja wohl auch Schlechtes zu berichten. Und hier sind wir wohl beim grössten, leider auch zutreffendsten aller Clichés angelangt: Oslo ist teuer, sacketeuer, manchmal sogar exorbitant teuer! Und dies sogar im Vergleich zur nicht gerade als billig verschrieenen Schweiz! Die Hotelpreise, selbst für Mittelklasshotels, sind teuer und für einen längeren Aufenthalt für viele, viele ESC-Fans kaum finanzierbar. Die Stadt hat man als Tourist nach drei Tagen Aufenthalt gesehen. Bleibt man aber z.B. eine Woche oder noch länger dort (z.B. während des ESC!), reissen die Hotelpreise ein riesengrosses Loch ins Budget jedes einzelnen!

Das nächste grosse Loch im Budget verursacht das Essen. Es gibt in jeder (Haupt-)Stadt teure und zum Teil unerschwinglich teure Restaurants, aber in Oslo ist dies gleich flächendeckend festzustellen. Vorspeisen wie Hauptgänge sind so was von teuer, dass einem dabei - glücklicherweise?? - gleich der Appetit vergeht!
Während in anderen Ländern McDonald oder Pizza-Shops als (Budget-)Alternativen herhalten, trifft dies leider nicht auf Oslo zu!
Bier und Wein sind bekanntermassen teuer in den nordischen Ländern - natürlich auch in Oslo. Immerhin schaut einem das Servicepersonal nicht schräg an, wenn man nach "Tabwater" verlangt, dies ist nämlich gang und gäbe! Wen wunderts??
Diesbezüglich bleibt jetzt nur zu hoffen, dass die Schweiz nicht ausgerechnet dieses Jahr, also in Oslo, den ESC gewinnen wird...! Das käme ja unglaublich teuer zu stehen, müsste eine Flasche Champagner "organisiert" werden. Aber diese Möglichkeit ist ja - leider/glücklicherweise?? - bescheiden klein.
Zugegeben, die meistens Restaurants und Coffee-Lounges sind sehr geschmack- und stilvoll eingerichtet. Muss ich aber nicht immer haben; manchmal reicht mir einfach auch eine einfache Kneipe, wo ich schnell was essen kann - wenns geht preisgünstig.

An alle Raucher: Zigaretten unbedingt noch zollfrei im Flugzeug kaufen, denn in Norwegen kostet eine einzelne Packung umgerechnet um die 9€!!!
Alkoholika gibts (ausser überteuert in Restaurants) ausschliesslich in den staatseigenen "Vinmonopolet"-Läden zu kaufen. Öffnungszeiten beachten!

Die Austragungsstätte, die Telenor-Arena, liegt knappe 10 km westlich vom Stadtzentrum, ist mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar und scheint eine sehr gute Wahl für die Ausführung des ESC zu sein! Die überdachte Fussball-Arena bietet 15'000 Zuschauern (für Fussballspiele von Stabæk Fotball) resp. 23'000 Zuschauern (für Konzerte) Platz. Wie viele es dann für den ESC sein werden, ist noch nicht bekannt.
Während des ESC wird der ÖV sicher noch ausgebaut werden. Es bleibt aber zu hoffen, dass der Euro-Club im Stadtzentrum angesiedelt sein wird (dies ist zurzeit auch noch nicht bekannt). Wäre schön, wenn - wie in Helsinki der Fall - speziell für den ESC ein ESC-Bähnchen "kreiert" würde....!

Die Vorfreude auf Oslo 2010 ist also schon mal da. Vieles, was oben beschrieben wurde, hat dazu beigetragen, der Hauptgrund ist aber vor allem dieser: Norwegen ist ein sehr freundliches, sicheres, freies und vor allem ein sehr, sehr tolerantes Land. Und dies allein unterscheidet es bereits mal gewaltig vom Austragungsort 2009, Moskau!
2010 wird wahrscheinlich weniger geklotzt als 2009. Dafür wird die menschliche Wärme selbst über kühle Maitage hinweg helfen, wenns wieder heisst "May we have your votes, please!"

Oslo, die Saison ist eröffnet!

Samstag, 7. November 2009

Eurovision-Windmachine bald wieder auf Sendung!



In Kürze wird auf
http://eurovision-windmachine.blogspot.com
die ESC-Saison
2010 eingeläutet!

Unterdessen könnt ihr euch rechts in der "Fotogalerie - Oslo" ein paar Bilder von Oslo anschauen, die ich während meines kürzlichen Oslo-Aufenthaltes geschossen habe. Die meisten Bilder sind mit Geotags versehen. Somit könnt ihr euch einen kleinen Überblick über die einzelnen Sehenswürdigkeiten verschaffen.

Mehr zum Besuch des 2010 Austragungsortes später!

Ha de bra og vi ses!