Mittwoch, 22. Mai 2013

Malmö 2013: Nachschau Teil 2

Dies und das
Siegesgewiss!
Selbst das dänische Fernsehen schien sich des Sieges gewiss zu sein! Dieser Lastwagen stand am Ende der Show direkt vor dem Haupteingang!


An idiot's guide to instant fame on YouTube
Schneller gehts wirklich nicht, um auf YouTube "berühmt" zu werden!
Gäbe es eine Ereignis, das die Deutschen lieber un-geschehen machen würden, wäre es wohl nicht das schlechte Abschneiden von Cascada, sondern Lena's peinlicher Versprecher bei der Punkte-Vergabe, als sie  die 10 Punkte an Norwegen statt Dänemark vergeben wollte. Peter Urban von der ARD parkierte seine Scham wohl noch schneller in der Hall of Shame als Lena selbst. Man spürt ihn förmlich in sich zusammenbrechen! Graham Norton fühlte da schon etwas weniger Mitleid und spottete unbrittisch "Oh, Lena, you idiot!". Seine eh negative Haltung Lena gegenüber, kann hier nachgehört werden (30:35)


Das Schweizer Fernsehen vermeldet den Final-Einzug der Heilsarmee
Wie Blick.ch meldete, veröffentlichte das Schweizer Fernsehen SRF letzte Woche nach dem 2. Semi irrtümlicherweise, dass die Heilsarmee im Finale stehe. Offenbar handelte es sich dabei um eine von zwei vorbereiteten Meldungen. Diejenige Person, die den falschen Knopf drückte, scheint den Auftritt der Heilsarmee wohl nicht mitverfolgt zu haben...

Punkte für die Schweiz und von der Schweiz
Die Heilsarmee belegte in ihrem Semi den 13. Platz mit 41 Punkten. Das waren satte 22 Punkte zu wenig, um (als 10.) ins Finale vorzustossen!

Punkte für die Schweiz:
Albanien 2
Armenien 2
Bulgarien 1
Finnland 6
Frankreich 10
Deutschland 1
Griechenland 3
Ungarn 6
Island 5
Malta 2
Norwegen 3

Die Schweiz gab ihre punkte wie folgt ab:
Semi 2:
12 Ungarn
10 Island
8 Norwegen
7 Malta
6 Griechenland
5 Albanien
4 Mazedonien
3 Aserbaidschan
2 Finnland
1 Lettland

Finale:
12 Italien
10 Ungarn
8 Griechenland
7 Norwegen
6 Aserbaidschan
5 Island
4 Niederlande
3 Dänemark
2 Grossbritannien
1 Deutschland

Start-Reihenfolge
Die Start-Reihenfolge (vor allem im Finale) erachtete ich als wirklich gelungen und entsprach (in Anbetracht des Vorhandenen) vollauf meinem Geschmack und der Dramaturgie der gehandelten Favoriten. Aber ich denke mal, dass dadurch eher Probleme kreiert wurden, wohingegen vorher das Los über Glück oder Pech entschied. Also: zurück zur Auslosung!

Aus-gestanden!
Im Hinblick auf Malmö wurde vom schwedischen TV, svt, immer wieder darauf hingewiesen, man wolle dem eurovisionären "Aufrüstungs-Wahn" eine Ende setzen und die Aufmerksamkeit wieder vermehrt auf die Musik richten. Um eine bessere Live-Atmosphäre zu erzeugen, wurden auf dem Floor lediglich Stehplätze verkauft. Letzteres werde ich in Zukunft, sollten die Stehplätze auch nächstes Jahr ein Thema sein, zu vermeiden versuchen. Ich für meinen Teil fands nicht wirklich lustig bei den Stehplätzen! Und meine Krampfadern noch weniger! Das ständige Hin und Her der Zuschauer (ob Bier-holende oder Durchblick-suchende oder einfach nur besoffene), ging mir schnell mal auf den Bahlsen. Ich war jeweils froh, am Vorabend (meistens irgendwo sitzend) die Show in Ruhe und uneingeschränkt gesehen zu haben. Während den Shows bliebe dann sehr oft nur der Blick hinauf zur Anzeigetafel, wollte man dem Gebotenen auf der Bühne einigermassen folgen - was gerade dann nicht möglich war, wenn die zwei holländischen Strausse wieder einmal gerade vor meinen Augen parkieren mussten. Ich hätte sie fast zu Anouk's Inhalt gemacht!

Was ich aber svt nie und nimmer abnehme, ist deren Hinweis, per Downsizing des Anlasses auf die doch eher kleine Malmö-Arena, den Anlass wieder auf eine vernünftige Grösse zu bringen! Fakt ist: hätte in Stockholm nicht gleichzeitig die Eishockey-WM stattgefunden, wäre der ESC 2013 in Stockholm durchgeführt worden, zumal svt ihre Zentrale ebenfalls dort hat. In Göteborg fand ja bis kurz vor dem ESC ein grosser Pferde-Anlass statt, der die dortige Halle blockierte. Also nichts von wegen freiwilligem Downsizing! svt hatte gar keine andere Möglichkeit, als nach Malmö in die "kleine" Arena auszuweichen. Und als Folge dessen, mussten auch mehr Zuschauer in die Halle gepfercht werden, was nur mit Stehplätzen möglich war. Schon nur der Globen in Stockholm bringt mehr Plätze (und zwar Sitzplätze) und somit mehr Geld mit. Aber der war ja eben mit Eishockey belegt. Klar, die Stimmung in Malmö war bei allen Sendungen und selbst bei den Proben mega gut, aber sie wäre auch im Globen und, ja, selbst in der Friends-Arena toll gewesen. Ganz zu schweigen von all dem zusätzlichen Geld, das svt mehr eingenommen hätte und das Budget somit hätte entlasten können!
Deutschland käme es ja auch nie und nimmer in den Sinn, die Fussball-WM in kleineren Stadien durchzuführen, wenn sich in grösseren mehr Geld verdienen liesse. Und eine tolle Stimmung wäre auch in den grössten Stadien Deutschlands garantiert. Und so verhält es sich mit dem ESC in Schweden! Sie wollten, konnten nicht und drehten Fakten in Ausreden um!

In welcher Stadt findet der ESC 2014 statt?
Das führt uns unweigerlich zur Frage, in welcher dänischen Arena der nächste ESC ausgetragen wird. In Kopenhagen selbst kommt sicher das Parken-Stadion infrage, das bereits 2001 Austragungsort war, mit einem überdimensionalen Fassungsvermögen (bei Konzerten) von +/- 50'000 Zuschauern.
Die sich zurzeit im Bau befindliche Copenhagen Arena wird voraussichtlich erst 2015 fertiggestellt werden.
Sollte der ESC 2014 in Kopenhagen und wie vorgesehen am 17. Mai 2014 über die Bühne gehen, würde das Ereignis mit dem Copenhagen Marathon (mit über 10'000 Teilnehmenden!) kollidieren, der am 18. Mai stattfindet. Wobei es die Stadt verkraften sollte, beide Ereignisse unter einen Hut zu bringen.

Ausserhalb Kopenhagens kommt mir lediglich die Jyske Bank Boxen Arena in Herning in den Sinn mit einer Kapazität von höchstens +/-15'000 Plätzen. Die 2010 eingeweihte Arena war dieses Jahr Austragungsort des Dansk Melodi Grand Prix'. 2001 sowie 2009 war Herning ebenfalls Austragungsort desselben Anlasses, damals noch im Messe-Gebäude. Auf dem riesigen Kongress-Gelände befinden sich noch weitere Lokalitäten, darunter die Hall M mit einem Fassungsvermögen von bis zu 9'000 Zuschauern. Ideales Pressezentrum also ... !
Die Stadt Herning, die dieses Jahr ihren 100. Geburtstag feiert, hat lediglich 46'000 Einwohner und ist somit die 17. grösste Stadt Dänemarks.

Das Gigantium in Aalborg sowie das Atletion in Aarhus kommen mit lediglich 5'000-6'000 Plätzen nicht infrage.

Tusen Tack, Sverige!
Es waren eindrückliche und wirklich schöne Tage in Malmö. Wetter-Glück inklusive! Am meisten aufgefallen ist mir (und auch meinem Italiener) die unglaubliche Freundlichkeit der lokalen Leute. Innerhalb und ausserhalb des Zirkus'! Ihnen allen gebührt ein herzliches "Tusen tack, Sverige!"


Dienstag, 21. Mai 2013

Malmö 2013: Nachschau Teil 1

Nachschau Teil 1

Im eigenen Bett ist es halt doch am schönsten! Dreizehn Stunden geschlafen! Was für eine Wohltat! Zudem wurde die Schweiz Vize-Weltmeister an der Eishockey-Weltmeisterschaft in Stockholm. Soviel "hetero" sei selbst auf diesem Blog erlaubt!

Nach den ersten paar Gedanken zum Sieg Dänemarks, hier nun eine erste Nachschau auf den Eurovision Song Contest 2013, der am vergangenen Samstag in einer grossen Final-Show sein Ende fand.

Die Show
Highlights:
War sie nicht herzig, diese kleine Raupe, die sich von Baku aus auf den Weg macht, um sich in Malmö zum Schmetterling zu wandeln? Für mich immer noch mit Abstand das schönste Logo seit dessen Einführung.
Mit dem Verzicht auf eine pompöse Eröffnung und dem Einmarsch der teilnehmenden Länder setzte das schwedische Fernsehen ein klares Zeichen, dass es hier um die Artisten geht und nicht um eine selbstherrliche Selbstdarstellung des Gastgebers. Und mit Petra Mede wurde eine begnadete Gastgeberin präsentiert! Als Musical-Liebhaber muss ich natürlich auch das selbst-ironische Schweden-Intermezzo mit Petra Mede hervorheben! Die Sköttbullar mit den Preiselbeeren auf dem Kopf (nach 6:22), lecker!!
Und Windmaschinchen hatte auch seinen Part in der Show: ich durfte, heilige 12-Punkte!, Carola von der Bühne pusten (nach 7:11). That felt good!


Hier noch die drei Ausritte in die History of Eurovision

Teil 1 (Semi 1)

Teil 2 (Semi 2)

Teil 3 (Finale)

Highlight der ganzen Show: Sarah Dawn Finer's Präsentation von "The winner takes it all", als das alles entscheidende Voting bevorstand! Grossartig und eindringlich und ergreifend gesungen!


Eric Saade im Green Room? Was für ein Griff ins Klo! Was bei Petra Mede so einfach und leicht erschien (was es natürlich nicht war!), verkam bei Eric Saade zur Fremdscham! Seine zum Glück wenigen Auftritte an diesem Abend wirkten amateurhaft und kippten ins Peinliche, als er mit #MILF an Petra Mede zurück in die Halle gab, was von der BBC gleich "enttont" wurde!

Bei den Proben erlitt Loreen noch einen Startabbruch beim Versuch, sie in ihrem Flügel-Dress in die Lüfte zu heben, als sie ihr Medley (darunter ihren neuen Song "We got the power") vorstellen wollte. Glücklicherweise erfolgte der Sturz auf die Bühne aus geringer Höhe. Im Finale klappte es dann.

Lowlight:
Die vorzeitige Inszenierung des Siegers war ein Stimmungs-Killer. Zwar toll gemacht, aber kontraproduktiv. Zumal die noch verbleibenden Punktierungen unbeachtet zu visueller Makulatur verkamen.

Die Beiträge (gemäss Rangliste)

1. Dänemark
Dass Dänemark nicht nur der erwartete, sondern auch der verdiente Gewinner ist, darüber scheint man sich doch einig zu sein. Seis auch nur darum, dass der nächste ESC dadurch nicht erneut in Aserbaidschan resp. in der Ukraine stattfinden wird.
Stand Sonntagabend finden wir "Only teardrops" gleich dreimal in den Schweizer iTunes-Charts vor: Plätze 7 (offizielle CD-Single), 9 (Single-Veröffentlichung von Emmelie de Forest), 31 (offizielle Bonus-CD-Single).

2. Aserbaidschan
Verdienter zweiter Platz mit einer eindrucksvollen Bühnen-Show. Der Song-Einkauf im Ausland hat sich also wieder einmal gelohnt. Die Aserbaidschani haben wohl Angst davor, mit einem heimisch komponierten Song ihren phänomenalen ESC-Run aufs Spiel zu setzen: 6 Teilnahmen - schlechtester Platz Rang 8! Oder ihnen fehlt einfach das Talent.

3. Ukraine
Das Disney-eske hat Grossteile Europas zu überzeugen gewusst. Song für mich: mau! Stimme, Aussehen, Dress: wooooooow! Beeindruckende Performance. Absolut verdienter dritter Platz!

4. Norwegen
Natürlich habe ich mir Margaret Berger, die im Finale ihre beste Leistung zeigte, etwas weiter oben gewünscht. Aber Europa wollte richtigen Mainstream gewinnen sehen und nicht solchen mit schönen Ecken und Kanten. Nichtsdestotrotz eine sehr gute Platzierung für Norwegen.

5. Russland
Zum Glück hatten die Russen keinen wirklich guten Song. Somit war die Gefahr einer "Sowjetunionierung" des ESC gebannt.

6. Griechenland
Meine tiefsten Befürchtungen, die besagten, dass ein Grossteil der in den Semis komplett rausgefaulten Ex-Jugoslawien-Länder für diesen doofen Titel mit der fetzigen Musik stimmen könnte und dieser somit ein ernst zu nehmendes Wörtchen um den Sieg mitreden könnte, trafen nicht ein! Heilige Null-Punkte sei Dank!

7. Italien
Mit so einer Leck-mich-am-Barsch Haltung und wortwörtlich aus dem Stand heraus auf Platz sieben zu kommen, das ist schon eine Leistung. Eine verdient dazu!

8. Malta
Herzig, niedlich und mit genug Understatement und Humor präsentiert! Und die Ähnlichkeiten mit Stan Laurel: frappant!

9. Niederlande
Ganz tolle Leistung von Anouk und die Stimmung in der Halle, als bei der Postkarte bereits lautstark "Anouk, Anouk" skandiert wurde, besonders. Am Ende des Abends gab es aber wohl nicht wenige, die "Birds" gar noch einen Flügelschlag weiter vorne erwartet haben. Denn die Epidemie um die toten Vögel grassierte in Malmö bereits in den Tagen zum Finale hin flächendeckend !

10. Ungarn
Für mich die grösste Überraschung der vergangenen Woche und ein weiteres Zeichen dafür, dass wir am ESC je länger je mehr auch jenes Publikum vorfinden, die auf der Suche nach eigenständiger und authentischer Musik sind. In "Kedvesem" fanden sie nach dem Gesuchten!

Fazit Top-10
Mainstream-Pop setzt sich auch dieses Jahr durch. Dies ein weiteres Zeichen dafür, dass das Publikum zuhause eher Richtung jünger tendiert als älter. Das ist natürlich sehr zu begrüssen.
Mit Italien, Malta, den Niederlanden und Ungarn finden wir vier Songs wieder, die man als Songwriter-(Pop-)Songs abtun kann. Allesamt mit einer einfachen und schnörkellosen Präsentation. Ganz nach dem Motto: small staging wins! Ein hoffentlich klares und deutliches Zeichen für die Zukunft. Songs können also auch einfach, ruhig und zurückhaltend gestrickt sein und ebenso präsentiert werden und haben trotzdem Erfolg.
Von dieser Warte aus gesehen, auch wenns müssig ist, dies hier und jetzt zu schreiben, frage ich mich schon, wo die Schweiz gelandet wäre, hätten wir, wie von mir damals erhofft, Carrousel mit ihrem wundervollen "J'avais rendez-vous" nach Malmö geschickt. Schaue ich mir ebendiese Rangliste an, dann .....

Hier noch ein Hinweis an jene Schweizer, die das permanent schlechte Abschneiden der Schweiz am ESC auf fehlende Freunde und aufgrund der Nicht-Zugehörigkeit zur EU zurückführen: von den Top-5 gehört nur Dänemark der EU an!

11. Moldawien
Hervorragend gesungen, pointiert präsentiert, aber nichts für die Ewigkeit. Der erste Show-Act des Abends, so wie sich das gemeine Volk einen ESC-Beitrag vorstellt. Ironischerweise dieselbe Platzierung wie Pasha's letztjähriger Beitrag. Sensation bei der Punkte-Vergabe: Rumänien erhielt bloss 10 Punkte aus Moldawien!

12. Belgien
Wie der sich gefreut hat, als er seinen Song hinter sich hatte. Das war schon fast rührend anzuschauen. Hier zu sehen. Das dünne Stimmchen, der dünne Song und die "Choreographie" hatten beim TV-Publikum keine Chance gegen den Bernhardiner-Look. Wer kann zu einem Welpen schon nein sagen?

13. Rumänien
Der holländische "Journalist", der Cezar letzte Woche während dessen ersten Presse-Konferenz verächtlich die suggestive Frage stellte, dass sein Beitrag doch ein "Joke-entry" sei, achtete in den letzten Tagen wohl wachsam darauf, den Fängen des rumänischen Farinelli's auszuweichen!
Graham Norton meinte zu diesem Beitrag pointiert: "Nur weil du weisst, dass du etwas machen kannst, heisst das noch lange nicht, dass du es auch machen musst" und forderte die Zuschauer gleich auf, Kinder und Haustiere aus dem Wohnzimmer zu bringen! Recht hatte er!

14. Schweden
Das war knapp. Lange Zeit hat es um einiges schlimmer ausgesehen für das Gastgeber-Land, als es dann am Schluss mit dem 14. Platz gekommen ist. Die zwölf Punkte aus Norwegen waren Gold wert, wenn auch unverdient. Aber in Anbetracht, dass halb Schweden zurzeit in Norwegen (gutes) Geld verdient, war dieses Votum nicht überraschend.

15. Georgien
DIE Killer-Choreographie des Abends! "Phantom" auf georgisch! Die steife, ruckartige und uninspirierte Inszenierung frei jeglicher Chemie und Sensualität der beiden Protagonisten nahm dem Schmalz-liebenden Zuschauer wohl jegliche Romantik aus den Segeln. Spätestens dann, als die Sopho ihr Bein hob, wurden die Zuschauer daran erinnert, dem Ruf der Natur nun endlich doch Folge zu leisten und ein (be)rauschenderes Örtchen aufzusuchen!

16. Weissrussland
48 Punkte für diesen Trash!!! 49 zuviel!

17. Island
Darf man sagen, dass Eyþór Ingi Gunnlaugsson die gesanglich herausragendste Leistung des Abends erbracht hat? Auf jeden Fall liegt die Wahrheit nicht weit von dieser Aussage entfernt. Die Leistung war dermassen 1A, dass viele, darunter auch ich, schon fast enttäuscht waren, dass am Ende lediglich Rang 17 herausschaute. Tadellose und sehr, sehr sympathische Performance!

18. Armenien
Wir erinnern uns an dieser Stelle schnell an alle Teilnehmer, für die das Halbfinale Endstation bedeutete.

19. Grossbritannien
Hmmmh, was soll man dazu sagen? Gemessen am Song und gemessen am Gesang, bin ich nahe daran zu sagen, der 19. Platz von "Believe in me" sei überbewertet! Stimmlich eine Herausforderung für Bonnie - mit einem Song im Gepäck, für den jeder andere Song eine Herausforderung darstellte. Da wirds eng, Punkte zu finden. Auch hier haben wir ein Beispiel dafür, dass der Anteil älterer Semester am Bildschirm abnehmend ist, denn die überwältigende Fan-Gemeinde, die Bonnie Tyler nun mal hat(te), konnte nicht mehr re-aktiviert werden, um einen Unterschied zu machen!
Britische Zyniker mögen nun einwerfen, dass es an der Inszenierung lag, dass Grossbritannien nicht zu mehr Punkten gekommen ist, weil ganz Europa das Gefühl hatte, mit der Schwarz-Rot-Gold Inszenierung sei Deutschland am Start.
Danke aber, Bonnie, für den Besuch!

20. Estland
Wenn es ein Land gibt, das ausschliesslich vom Nachbarschafts-Voting profitiert hat, dann ist es Estland, das mit 10 Punkten aus Lettland, 3 aus Litauen sowie deren 6 aus Finnland getröstet wurde und somit auf dem sagenhaften .... 20. Platz landete!
[Anfang Sarkasmus] Immer diese Punkte-Schiebereien und Block-Votings. Die verzerren den ganzen Contest. Und wir haben dadurch nie eine reelle Chance! So 'ne Frechheit! [Ende Sarkasmus]  Kleiner Einwurf für die selbst-bemitleidenden Eidgenossen, die, wenn sie keinen Grund mehr finden, zu diesem Kacke-Fakt zurückgreifen! Sorry, folks!

21. Deutschland
Der Aufschrei im grossen Kanton war gewaltig, jener im kleinen Kanton wohl noch etwas grösser. Ersterer in Form von blankem Entsetzen, letzterer wohl eher aus Entzücken! Bin gemein, ich weiss.
Aber jetzt mal ehrlich!
Der Gesang der unglaublich sympathischen und bodenständigen Natalie Horler am Finalabend war durchzogen, höchstens ok. Und die Frage, was die ersten zwei Minuten auf dem Podest sollen, liess sich von der Inszenierung her nie erklären, zumal dann sogar darauf verzichtet wurde, den Abstieg "aus Sicherheitsgründen" lediglich aus der Ferne zu zeigen. Plötzlich war sie, PÄNG, auf der Bühne und walkte noch den Cat hinunter!
Aber der wahre Grund dieser Ohrfeige liegt ganz woanders und ist ganz einfach zu finden: "Glorious" IST zu nahe an "Euphoria" gebaut! Musikalisches Trittbrettfahren. Zu dem, was ich hier geschrieben habe, stehe ich heute mehr denn je. Das Publikum hats gemerkt und hat dies verärgert zur Kenntnis genommen.

Und es soll ja niemand auf die Idee kommen, politische Gründe dafür geltend zu machen, denn das wäre nicht nur lächerlich, sondern auch dumm! Oder glaubt jemand ernsthaft, dass Aserbaidschan 13 Mal beliebter ist als Deutschland (234 Punkte : 18 Punkte), um diesem absurden Gedanken einen ebenso absurden Vergleich hinzuzufügen! Man muss gewissen Fakten manchmal ins Auge sehen und wenns sein muss, auch ganz nackert!

22. Litauen
Keine 12 Punkte mehr aus Georgien - lediglich einen einzigen! Wurden im vergangenen Jahr die jeweiligen Telekom-Chefs ausgetauscht?

23. Frankreich
Dieser Platz war zu befürchten, um ehrlich zu sein und das Entsetzen über das miese Abschneiden meiner persönlichen Nummer Zwei, hält sich in Grenzen. Nach der ersten Punkte-Vergabe sahs noch fantastisch aus, als aus San Marino acht Punkte eintrudelten. Danach folgte der Absturz auf Platz 23.
Klar war es unglücklich, als Startnummer Eins ins Rennen geschickt zu werden, aber der Song ist halt nun mal nicht so zugänglich, um "auf die Schnelle" auf Punkte-Jagd zu gehen. Amandine Bourgeois' Präsentation war wohltuend zurückhaltend, stimmlich wirklich top. Aber ein Rock-Song, der gerockt wird, hat es einfach schwer am ESC. Und ein Rock-Song, der interpretiert wird, wirkt lächerlich. Und diesen Fauxpas hat Amandine zumindest nicht begangen. Bien fait, ma chère!

24. Finnland
Die Türkei, die ja nicht dabei war, hat offenbar das zweite Semi deshalb nicht ausgestrahlt, weil die Finnin Krista Siegfrids am Ende ihrer wirklich amüsanten Show eine Frau aus dem Background-Chor geküsst hat. Aus offizieller Quelle werden mangelnde Zuschauer-Ratings angegeben. Manchmal braucht man als Schreiberling gar nicht sarkastisch zu sein, wenn andere bereits dafür sorgen!
Auf jeden Fall war "Marry me" Windmaschinchens grösster Grower dieses Anlasses.

25. Spanien
Es war, das muss man sagen, die gesanglich schwächste Vorstellung des Abends. Die Nervosität war allgegenwärtig. Und wenn der Song schon nicht der Hit ist, dann schläft dir das Publikum schier vor den Augen weg!

26. Irland
Als letztes Land angetreten, an letzter Stelle wieder die Halle verlassen. Dass "Only love survives" nicht der grosse Renner werden würde, war mir schon klar, aber dass Ryan Dolan mit mageren fünf Punkten am Schluss der Tabelle landen würde, war für mich zum Beispiel ein grösserer Schock als das Abschneiden von Deutschland!

Teil 2 folgt in den nächsten Tagen!

Sonntag, 19. Mai 2013

The winner takes it all: Dänemark gewinnt

Emmelie de Forest holt für Dänemark nach 1963  und 2000 den dritten Sieg am Eurovision Song Contest. Als grosse Favoritin gestartet, setzte sie sich schlussendlich klar gegen Aserbaidschan und die Ukraine durch. Herzliche Gratulation zum wohl verdienten Sieg! Margaret Berger belegte für Norwegen den hervorragenden vierten Platz.

Der Sieg der jungen Dänin geht fraglos und neidlos in Ordnung. Sie hielt dem grossen Druck, als grosse Favoritin ins Rennen steigen zu müssen, stand und siegte mit 281 Punkten deutlich vor Aserbaidschan (234) und der Ukraine (214).

Nach Alexander Rybak's "Fairytale", Lena's "Satellite" und Loreen's "Euphoria" gewinnt erfreulicherweise auch dieses Jahr jener Titel, der dem Bild des Mainstream-Radios am nächsten kommt, mit Aserbaidschans "Unfall" vom vorigen Jahr als zur Kenntnis nehmende Ausnahme! Obwohl ich selber kein grosser Fan von gesichtslosem Mainstream bin, und "Only teardrops" gehört für mich persönlich in diese Kategorie, tut es dem ESC nur gut, dass zumindest der Siegertitel dieses horrend teuren Anlasses Airplay erhält. Und vielleicht merken auch andere Länder langsam, dass die Zeit des Klamauks und die Zeit des ESC-Songs als verblasste Marke vergangener Zeiten endgültig der Vergangenheit angehören.

Das befürchtete Block-Voting fand zwar statt, aber auf den Sieg Dänemarks hatte dies keinen Einfluss: obwohl Dänemark lediglich acht 12er erhielt, während Aserbaidschan deren zehn erhielt, waren es die 5, 6, 7 und 8 Punkte-Wertungen die den Ausschlag gegeben haben und davon hat Dänemark einige mehr erhalten. Und es sind diese Wertungen, die in einem offenen Wettbewerb wie dieses Jahr den Unterschied machten. Dänemark erhielt bloss von San Marino keinen einzigen Punkt, während Aserbaidschan von ganzen neun Ländern keine Punkte erhielt, die Ukraine gar von deren zehn Ländern! Um es drastischer auszudrücken: man muss nicht seine Freunde bedienen, sondern das Mittelmass!

Dies ist für den Augenblick alles - die Sonne geht bald auf!! Weitere Gedanken zum Finale werden folgen. Zum Beispiel über das schlechte Abschneiden Deutschlands, über kleine, aber erfolgreiche Songs und über eine Final-Show, die grösstenteils fantastisch war, aber auch ihre Probleme offenbarte und einiges mehr. Zu erwarten aber nicht vor Montagabend!
Denn morgen Sonntag gehts zuerst zurück in die Schweiz, dann wird ausgepackt, gewaschen und gefühlte zwei Millionen Bilder gesichert, bevor ich am Abend dann doch noch meine Schweizer Flagge aus der Mottenkiste holen werde (hab sie ja hier in Malmö nicht gebraucht .... ), um unsere sensationell spielende Eishockey-Nationalmannschaft zu unterstützen, die in ... Stockholm im ... Globen überirdisch sensationell um den Weltmeister-Titel spielen wird. Gegner: ... Schweden! Drückt uns die Daumen!

Hier jetzt noch der Winner-Song: Emmelie de Forest - "Only teardrops"

Samstag, 18. Mai 2013

Spektakuläre Final-Show erwartet uns!

In wenigen Stunden bereits kennen wir den Gewinner des 58. Eurovision Song Contests 2013. Obwohl Dänemark weiterhin l'équipe à battre ist, erwartet uns wohl eines der spannendsten Finale seit vielen Jahren.

Gestern Abend fand -erneut vor vollen Rängen! - das Jury-Finale statt. Was das schwedische TV, SVT, uns heute Abend beim richtigen Finale bieten wird, vermag ich nur mit einem einzigen Wort zu beschreiben: spektakulär!

Natürlich verrate ich an dieser Stelle nichts darüber, was über die Bühne gehen wird, abgesehen von den 26 Beiträgen, aber eines ist sicher: seid pünktlich vor dem TV! Wer nicht bereits auf anderen ESC-Seiten darüber gelesen hat, empfehle ich, dies auch nicht zu tun. Zu schön ist der Moment, die Überraschung! Gigantischer Einstieg in den Abend, gigantisch die Stimmung!

Ich kann mich nicht erinnern, wann - wenn überhaupt - ich letztmals so lange so intensiv Hühnerhaut verspürt habe wie gestern Abend beim Jury-Finale kurz nach Beginn der Show! Es lief mir minutenlang kalt den Rücken rauf und runter vor Entzücken. Ergreifend! Und es war keine pompöse Ergriffenheit, sondern eine schlichte, inhaltliche Ergriffenheit, die mit einer Leichtigkeit, Bodenständigkeit und mit genügend Demut daherkommt, wie man sie selten in dieser nahezu perfekten Form zu sehen kriegt!

Und genau das ist es, was die ganze Show so unglaublich gut, ja fantastisch macht: sich mit dem zu befassen, worum es geht - dem ESC. Dem ESC ohne seine bierernste Verbissenheit, wie man sie öfters mal im Grossen, aber oftmals auch im Kleinen zu sehen bekommt! SVT hat es geschafft, eine Show zusammenzustellen, die sich auf die Finalisten fokussiert, eine Show, die teilweise extrem amüsant ist, die unglaublich vielfältig gestaltet ist, prall gefüllt mit Kunst, Slapstick, ergreifenden Momenten und blankem Humor, der auch nicht davor zurückschreckt, sich selber auf die Schippe zu nehmen - weder als Anlass, noch als Land! Petra Mede: ein Highlight sondergleichen! Vielfältig, sprachlich versiert, fokussiert, unterhaltsam und demütig zugleich!



Kurz vor Voting-Beginn schafft es SVT dann, mit einer ungemeinen, aber unglaublich eindringlichen Leichtigkeit, von ausgelassenem Slapstick wieder dorthin zurückzukehren, worum es an diesem Anlass an diesem Abend schlussendlich geht: aus 26 Beiträgen, 25 davon zu statistischen Verlierern zu machen und dem Sieger alles zu überlassen! Und dieser Übergang von herzhaftem Amüsement zum "serious business" war für mich nach der Eröffnung der zweite ganz, ganz grosse Moment an diesem Abend. So ergreifend, so einfach, so trefflich und doch so nahe liegend! Schmelz ohne Schmalz! Würdevoll, stilvoll und - einmal mehr - mit grosser Demut! Einfach grandios!

Den einzigen Pomp, den sich das schwedische TV leistet, ist die Einfachheit und die Leichtigkeit, mit der sie den ESC als Ganzes behandelt. Das war bereits in den beiden Semis der Fall und wird hier am Finale noch unterstrichen! Würdiger kann man das Thema Eurovision Song Contest nicht umsetzen meiner Meinung nach! Ich bin, falls es jemand noch nicht bemerkt hat, total begeistert und teilweise gar ergriffen und gerührt von diesem Finale, das uns heute Abend wohl noch die eine oder andere grosse Überraschung präsentieren wird.


Freitag, 17. Mai 2013

Takasa geht a casa!

Schlagzeilen
Heilsarmee: von der grossen Bühne wieder auf die Strasse!
Der Norden komplett im Finale.
Ex-Jugoslawien komplett ausgeschieden!
Ralph Siegel entpuppt sich nicht als Retter von San Marino!

Alte Bekannte
Jahr für Jahr trifft man am ESC immer wieder auf viele bekannte Gesichter. Man kennt sich, man grüsst sich und weiss nur in den wenigsten Fällen deren Namen. Gestern Abend nun traf ich aber auf einen norwegischen ESC-Fan, den ich letztmals in Moskau (2009) traf und dort fast jeden Tag. Er erkannte mich nicht. Hätte mich auch überrascht, denn damals war er jedes Mal, wenn ich auf ihn traf, besoffen! Jedes Mal. Stockbesoffen. Kein Wunder, denn als Norweger ist Alkohol überall billiger zu haben als zu Hause selbst. Und er als Norweger hatte in Moskau ja auch allen Grund zum Feiern, denn Alexander Rybak stieg für Norwegen ins Rennen. Nun also traf ich gestern Abend wieder auf ihn. Er stand direkt neben mir. Stockbesoffen. So eine grosse Halle! Neben mir! Die kurze Fahnenstange verhalf ihm zu etwas Halt. Er erkannte mich natürlich nicht wieder und ich gab mir keine ausgesprochene Mühe, ihn von irgendwoher zu kennen. Hin und wieder verschwand er, kam ein Weilchen später wieder zurück. Es war ein Leichtes zu merken, dass der Pegel gehalten wurde.

Das zweite Halbfinale
Auch das zweite Halbfinale hatte es in sich! Aber mit Armenien zog lediglich ein Land ins Finale ein, das ich (und anhand des Pfeifkonzerts in der Halle bei der Bekanntgabe wohl auch ein paar andere auch) überhaupt nie und nimmer im Finale gesehen habe.
Obwohl gesanglich höchst anspruchsvoll und interpretatorisch clever inszeniert, werde ich "It's my life" nach dem Contest gleich wieder in die Schublade mit dem Label "Camp" verstauen.
Dass Malta es ins Finale schaffte, war abzusehen und geht vollauf in Ordnung. Bei Ungarn bin ich zwar nicht wirklich überrascht, höchstens etwas erstaunt. Geht aber auch in Ordnung. Margaret Berger hat sich sichtlich gesteigert. Hatte noch ein kleineres Kamera Problem eingangs Song, aber ansonsten liefs recht rund. Schade, dass Israel den Sprung nicht geschafft hat, vor allem wenn man sich Armenien antut! Island ganz stark, Finnland amüsant und "confident", Aserbaidschan und Georgien erwartet. Dito Griechenland.
Windmaschinchen war auch schon besser: gerade mal sieben von zehn Ländern habe ich vorausgesagt. So etwas nennt man lausig! Alle Teilnehmer sowie Startreihenfolge weiter unten!

Hier die Liste der 10 Finalisten aus dem zweiten Semi-Finale:
Ungarn
Aserbaidschan
Georgien
Rumänien
Norwegen
Island
Armenien
Finnland
Malta
Griechenland

Somit sind folgende Länder ausgeschieden:
Schweiz
Mazedonien
Albanien
Bulgarien
Lettland
San Marino
Israel

Die Heilsarmee/Takasa
Nun, die Heilsarmee, die sich nach einem wochenlangen Gezerre gebogen und gewunden hat, bis sie als Takasa auf der Malmö-Bühne mit dem von Georg Schlunegger aus dem Hause der Produktions-Firma Hitmill komponierten Titel "You and Me" antreten durfte, ist gescheitert. Wie kläglich oder wie knapp sie gescheitert ist, wird man erst am Sonntag wissen, wenn die einzelnen Resultate von der EBU veröffentlicht werden.
Europa liess sich also doch nicht für dumm verkaufen und man nahm der Schweiz weder den vermeintlich cleveren Namenswechsel, noch den banalen Song, noch den zahmen Gesang, noch die hölzerne Inszenierung, noch den Rekord des ältesten ESC-Teilnehmers ab. Und das ist gut so. Die reale Biederkeit des Unternehmens "Heilsarmee/Takasa" liess sich einfach nicht durch eine augenzwinkernde Biederkeit ersetzen. Das Ausscheiden geht komplett in Ordnung.
Tut mir leid für die sechs Mitglieder, die sich in den letzten Wochen hart ins Zeug gelegt haben und sich redlich Mühe gegeben haben, das Unmögliche möglich zu machen, aber das haben die anderen ausgeschiedenen Acts ebenfalls getan. Was mich echt erstaunt, ist die Tatsache, dass die Mobilisierung der pan-europäischen Salutisten scheinbar nicht funktioniert hat - der einzige Grund, wieso ich glaubte, dass es die Heilsarmee vielleicht doch ins Finale schaffen könnte.

Die Schweizer Bevölkerung hatte im Dezember die Heilsarmee mit überwältigender Mehrheit gewählt. Viele davon, weil sie sich durch diese Biederkeit wiedererkannt haben, viele, weil sie sich darin den russischen Oma-Effekt erhofften, einige, weil ihnen die Heilsarmee als soziale Einrichtung einfach sympathisch ist und einige aus purem Zynismus heraus. Für alle ging der Schuss nach hinten los - ausser bei den Zyniker natürlich. Gewonnen hat nun schlussendlich niemand, ausser vielleicht das Schweizer Fernsehen, das eine erfreulich reduzierte Hotelrechnung verbuchen kann. Die Heilsarmee wird so oder so eine positive Bilanz aus dem Ganzen ziehen und mitteilen, was für ein tolles Erlebnis es doch war. Sie würde ja sicherlich nicht zugeben, dass es sich am Ende des Tages vielleicht doch nicht ausbezahlt hat, das ganze Puff durchzumachen, nur um an der Schwulen-Olympiade zu scheitern.
Ich für meinen Teil will nicht, dass mein Land nächstes Jahr erneut durch eine religiös motivierte Organisation vertreten wird! Ich will nicht noch einmal, dass eine Gemeinschaft, die die Tatsachen des Lebens von heute, wie zum Beispiel die Homosexualität, mit Tritten malträtiert, nur weil sie Moralvorstellungen folgt, die vor vielen, vielen Hunderten von Jahren von irgendjemandem niedergeschrieben wurden. So einen Vertreter, der in offizieller Mission gegen Homosexualität missioniert, will ich nie mehr haben. Nicht an "meinem" Anlass!

Wobei im Moment noch nicht feststeht, ob die Schweiz nächstes Jahr überhaupt wieder mit dabei sein wird. Da werden wohl ein paar Wochen ins Land ziehen, bis dass der Entscheid kommuniziert werden wird.


Heilsarmee/Takasa - "You & Me"


Ralph Siegel/San Marino/Valentina Monetta
Mit dem Ausscheiden San Marinos wurde "Crisalide" sogleich zum Fan-Wank des Jahres 2013 erkoren, was für die sympathische Valentina Monetta äusserst bedauerlich ist. Dem Publikum zuhause am Bildschirm konnte sie mit dieser Antike zumindest beweisen, dass gesanglich und interpretatorisch doch einiges mehr in ihr steckt, als die Facebook-Tussi-Figur, zu der sie letztes Jahr verdammt wurde. Und welche Schlüsse zieht wohl Ralph Siegel aus dem erneuten, wenn auch etwas überraschenden Fiasko? Wohl keine, die etwas mit dem Song zu tun haben könnten!

Der Norden
Ich bin zu müde, um mich um Statistiken zu kümmern. Aber es muss schon ein Weilchen her sein, seit der komplette Norden verlustfrei ins Finale steigen konnte! Schweden (als Titelverteidiger gesetzt), Norwegen, Dänemark, Finnland und Island! Alle im Finale! Und alle haben Chancen auf eine Top-10 Platzierung! Was für eine Wiedergeburt nach dem teilweisen letztjährigen Fiasko! Und sie werden dafür sorgen, dass die Stimmen auch in dieser Region verbleiben werden!

Ex-Jugoslawien/Albanien
Alle teilnehmenden Staaten aus Ex-Jugoslawien sind ausgeschieden! Das ist ESC-historisch, glaube ich! Serbien, Kroatien, Slowenien, Mazedonien, Montenegro (Bosnien & Herzegowina nahm nicht teil)! Und mit Albanien und Bulgarien verabschiedete sich auch ein grosser Teil des Balkans vom ESC! Wo gehen nun all die Stimmen hin? Wer profitiert davon? Am Ende wohl Griechenland ....

Ex-Sowjetunion
Wie der Norden fast makellos! Ausser Lettland schaffte es die ganze Ex-Sowjetunion ins Finale: Russland, Aserbaidschan, Armenien, Georgien, Estland, Litauen, Moldawien, Weissrussland, Ukraine.

Ost vs West (Finale)
11 Länder stammen aus dem klassischen Osten. 15 Länder aus dem klassischen Westen.

Ost vs West (Ausgeschiedene Länder)
8 Länder aus dem klassischen Osten. 5 aus dem klassischen Westen

Alle Teilnehmer und Startreihenfolge auf einen Blick
1. Frankreich
2. Litauen
3. Moldawien
4. Finnland
5. Spanien
6. Belgien
7. Estland
8. Weissrussland
9. Malta
10. Russland
11. Deutschland
12. Armenien
13. Niederlande
14. Rumänien
15. Grossbritannien
16. Schweden
17. Ungarn
18. Dänemark
19. Island
20. Aserbaidschan
21. Griechenland
22. Ukraine
23. Italien
24. Norwegen
25. Georgien
26. Irland

Die Auslosung, die nicht per Los, sondern vom schwedischen TV mit Blick auf musikalische Dramaturgie erstellt wurde, hats in sich! Russland (10), Deutschland (11) und die Niederlande (13) läuten das ein, was man ab der Position 18, Dänemark, endgültig als Spektakel bezeichnen kann. Schlag auf Schlag gehts dann durch die europäischen Wohnzimmer!
Einziger Wermutstropfen: Frankreich muss das Finale eröffnen, was sehr bedauerlich ist, denn anhand der unterkühlten Reaktionen aus den Proben und bei der Kurzpräsentation der BIG5-Songs in den Semis, siehts nicht gut aus für den tollen Song "L'enfer et moi" von Amandine Bourgeois! Dafür bin ich natürlich überglücklich für Margaret Berger, die den Startplatz 24 zugeteilt erhielt.